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der Heimatfreunde Neuenhaus

 
 
 
 
 
GN 15 August 2019
 

Neues Gewand für alte Bestattungskutsche

Restaurierung gibt Rätsel auf: Historischer Leichenwagen ist vermutlich älter als gedacht

Von Elisabeth Kemper

NEUENHAUS Er fällt völlig aus dem Rahmen zwischen den vielen modernen Wagen im Autohaus Olthoff: der historische Leichenwagen der Stadt Neuenhaus. Inmitten all den neuen glänzenden Farblackierungen besticht das gleichermaßen elegante wie schaurig-schöne Vehikel durch seinen dunklen Farbton und die Ornamentik der Voluten. Sein Baujahr gibt allerdings noch Rätsel auf: „Wir vermuten, dass er etwa 1855 gebaut worden ist. Ganz sicher sind wir uns aber nicht, es könnte auch um 1800 gewesen sein“, erzählt der Vorsitzende des Vereins Heimatfreunde, Georg Hagmann.

Lange stand der Veteran auf dem Eekenhof in Alte Piccardie und war über die Jahre arg in Mitleidenschaft gezogen. Malermeister Günter Meindering war mit seinen Auszubildenden für die Restaurierung des einzigen historischen Leichenwagens der Grafschaft verantwortlich – eineinhalb Jahre dauerte es, bis der Oldtimer wieder flott war. „Zuerst musste die Kutsche eine Trockenphase durchlaufen, anschließend konnten wir sie einer Strahlreinigung unterziehen. Dabei mussten wir sehr vorsichtig sein, denn sie war in keinem guten Zustand. Auf dem Dach ließen sich noch Taubenkot sowie Schwalbennester finden. Dann schliffen wir die einzelnen Schichten Stück für Stück herunter, merkten aber schnell, dass die Farbe den Untergrund mit trägt. Zudem ist das Holz durch Wurmfraß beschädigt“, erklärt Meindering.

Die niederländisch-reformierte Gemeinde Wuppertal Elberfeld kaufte 1855 den historischen Leichenwagen. Georg Hagmann vermutet daher, dass dies auch das ungefähre Baujahr ist. „1928 kaufte ihn dann die reformierte Gemeinde Neuenhaus für 1000 Reichsmark, die den Wagen 1954 für 100 D-Mark an die Stadt Neuenhaus veräußerte. Insgesamt war er bis 1972 im Dienst“, erzählt Hagmann. „Wahrscheinlich wurde er aufgrund von Beziehungen zwischen den Pastoren untereinander gekauft, denn zwischen Wuppertal und Neuenhaus herrschte damals reger Handel mit Textilien. Wer aber für den Bau zuständig war, können wir bisher nicht sagen. In Wuppertal sind alle Unterlagen verloren gegangen.“ Bis zu zwei Pferde konnten den Leichenwagen ziehen. Da es sich meistens um braune Arbeitspferde handelte, bekamen sie einen Umhang ganz in Schwarz. Der ehemalige Pastor Ernst-Heinrich Prinz erinnert sich: „Immer, wenn der

Leichenzug unterwegs war, blieben alle stehen. Ich als Pastor lief direkt hinter dem Wagen. Die nächsten Angehörigen des Verstorbenen – Frauen und Männer getrennt – folgten dahinter.“ Heinrich ten Brink saß als letzter Leichenfahrer der Stadt auf dem Kutschbock. Nach 1972 wurde der Leichenwagen nicht mehr gebraucht. Zum einen durch das Aufkommen von motorisierten Wagen und zum anderen, weil 1975 der Bau einer Leichenhalle am Friedhof den Wagen überflüssig machte. Der Veteran geriet über die Jahre in Vergessenheit und verfiel in einer Scheune, bis sich 2015 die Heimatfreunde der Restaurierung des historischen Gefährts annahmen.

„Während der Aufbereitung fanden wir eine braune Farbunterlage, das könnte auf eine ehemalige Blattvergoldung hinweisen. Wir haben Archive durchkämmt, um Vergleichsobjekte zu finden, und tüftelten lange an der Farbgebung. Früher arbeitete man mit Naturpigmenten. Das war schon sehr viel Arbeit, die Zeit in Anspruch nahm. Dabei fanden wir auch heraus, dass die Räder größer waren, das Fahrwerk schon einmal erneuert und der Wagen in seinen Dekorierungen zurückgebaut wurde“, erzählt Meindering.

Worauf diese Erkenntnisse schließen lassen und ob der Leichenwagen noch älter ist als gedacht, kann keiner der Beteiligten mit Gewissheit beantworten. „Wir wollen noch weiter dran bleiben und recherchieren. Vielleicht kennt sich jemand in der Grafschaft mit kunsthistorischen Verzierungen aus oder kann uns anders weiterhelfen“, hofft Hagmann.

Der historische Bestattungswagen erstrahlt nun pünktlich zum Stadtjubiläum in neuem Glanz. Noch bis Ende September kann er im Autohaus Olthoff bewundert werden. Anschließend soll er zur Einlagerung nach Osterwald gebracht werden.

 

 
     
     
     
     
 
 
 

Kommentar zum Leichenwagen von Karl Koch aus Nordhorn

Liebe um reformierte Kirchengeschichte stets gern Mitwissende,
dass Bücher ihre Schicksale haben, ist von je her bekannt. Dass jedoch auch Leichenwagen ihre kirchengeschichtlichen Schicksale haben (können), dürfte weniger bekannt sein!

Welch ein interessantes Stück Grafschafter Kirchengeschichte heute in den "Grafschafter Nachrichten" (für Auswärtige fotografiert angehängt, bei Vergrößerung auf dem Bildschirm hoffentlich gut zu lesen; hier aber kurz zusammengefasst: Der seit 1855 in der Niederländisch-reformierten Gemeinde Wuppertal eingesetzte Leichenwagen wurde 1928 von der Neuenhauser Kirchengemeinde erworben, später von der Stadt übernommen. Er tat bis 1972 in Neuenhaus seinen Dienst, dann verfiel er in einer Scheune, wo er vor einiger Zeit von Heimatfreunden hervorgeholt und restauriert wurde). 

Das nebenbei Interessante: Wenn der Wagen von 1855 bis 1928 in der Niederländische-reformierten Gemeinde in Wuppertal seinen Dienst getan hat, bevor er nach Neuenhaus kam - natürlich über enge theologische Kontakte zwischen Wuppertal und der Niedergrafschaft und wohl weniger aufgrund von "Textilhandel", wie es in den GN heißt! -  dann darf man wohl davon ausgehen, dass auch Hermann Friedrich Kohlbrügge im Mai 1875 seinen letzten "Gemeindegang" in diesem Gefährt angetreten hat. Er ruht ja auch auf dem schönen schlichten Friedhof der Niederländisch-Reformierten an der Katernberger Straße. Insofern spiegelt der jetzt wieder ans Tageslicht geholte Leichenwagen noch einmal ein ganz merkwürdiges Stück kirchengeschichtlicher Verpflechtung zwischen dem frommen reformierten Wuppertal und der von dort maßgeblich theologisch geprägten kohlbrüggianischen Niedergrafschaft wider.

Pastor Anton Rosenboom (im Übrigen auch kein "ausgewiesener" Kohlbrüggianer, sondern eher den Christlich-Sozialen Obergrafschaftern um Bomfleur und Middendorff  verbunden) kann 1928 noch nicht von den Übernahmeverhandlungen zwischen Wuppertal und Neuenhaus berührt gewesen sein. Er kam mit seiner Frau erst Anfang 1929 nach Neuenhaus. Er wird aber, ähnlich wie Pastor Ernst-Heinrich Prinz auf dem GN-Bild, dem auch 1929 noch recht "neuen" Neuenhauser Leichenwagen sicher einige hundert Mal im Talar dem Brauch nach als Erster bei Beerdigungen gefolgt sein.

Kleiner reformierter Gruß von

Karl Koch

 
 

 

 

 

 
 

Liebe Mitglieder!

Die Festwoche zur 650-Jahrfeier der Stadt Neuenhaus wird eingeläutet mit einem großen Heimatabend, ausgerichtet von uns den Heimatfreunden Neuenhaus e. V., am 25.09.2019 im Festzelt auf dem Neumarkt.

Moderiert wird die Veranstaltung weitgehend auf Plattdeutsch durch den aus dem Fernsehen bekannten Moderator Yared Dibaba, gebürtiger Äthiopier, aber plattdeutsch aufgewachsen und seiner Band „Die Schlickrutscher“ die mit norddeutschen und plattdeutschen Liedern für stilvolle Stimmung sorgen.
An diesem Abend erfolgt die Herausgabe des Buches „De Tied blif Baas“, ein Lebensbild mit den Werken des in Neuenhaus unvergessenen Heimatdichters Karls Sauvagerd. Hierzu tritt eine Gruppe von ungefähr 70 Schülerinnen und Schüler auf, die über einen Zeitraum von einem Jahr plattdeutsche Lieder qualifiziert eingeübt haben.

Es werden Werke von Karl Sauvagerd vorgetragen.

Da es Sauvagerd ein besonderes Bedürfnis war, nach dem 2. Weltkrieg die Aussöhnung mit den niederländischen Nachbarn zu suchen, werden die Boerendansers aus Ootmarsum auftreten.

Dass diese Veranstaltung auch im benachbarten Grenzgebiet wohlwollend zur Kenntnis genommen wird, kannst Du dem beigefügten Artikel der „Tubantia“ entnehmen. Uns ist es ein besonderes Anliegen diese Fest als eine überregionale Veranstaltung zu organisieren.

Hierzu laden wir Dich, Deine Familie und Deine Freunde herzlich ein.

Habt bitte Verständnis dafür, dass bei diesem Aufwand Kosten entstehen, die wir leider weitergeben müssen, in Höhe von 19,50 € /p. P.. Dieser Preis konnte nur durch das großzügige Sponsoring und das Entgegenkommen der Künstler erzielt werden.
Teile uns bitte Deine Kartenwünsche an folgende Adresse mit: Berend Vette, Dackhorstweg 18, 49828 Neuenhaus oder b@vette-online.de .

 
     
     
 
Pressemitteilung der Heimatfreunde Neuenhaus
 
 
 
 

Start für Vorverkauf zum Heimatabend

Die 650-Jahr-Feier der Stadt Neuenhaus vom 25. bis zum 29. September wirft ihre Schatten voraus. Die Heimatfreunde Neuenhaus, die den Auftaktabend verantworten, sind besonders stolz darauf, Yared Dibaba als Moderator gewonnen zu haben, da er „der Unterhaltungsrepräsentant der plattdeutschen Sprache schlechthin“ ist. Auch wird an diesem Abend das Buch über das Lebenswerk des Heimatdichters Karl Sauvagerd vorgestellt, wobei dem völkerbindenden Anspruch, den Karl Sauvagerd mit der plattdeutschen Sprache verfolgte, dadurch Rechnung getragen wird, dass die „Boerendansers“ aus Ootmarsum auftreten. Zudem bringt Yared Dibaba seine Band „Die Schlickrutscher“ mit, um für Stimmung zu sorgen.

Die Eintrittskarten werden zu einem Preis von 19,50 Euro angeboten, es sind nur Sitzplätze verfügbar. Der Preis wurde erreicht durch Entgegenkommen der Künstler und Unterstützung durch Sponsoren. Zu erhalten sind die Karten im Vorverkauf im Bürgerbüro der Stadt Neuenhaus, Telefon 05941 911901; bei der Volksbank Neuenhaus, Telefon 05941 6020; bei der Volksbank Veldhausen, Telefon 05941 93520; bei Beernink’s Freie Tankstelle, Telefon 05941 8334 und bei der Buchhandlung Mine in Uelsen, Telefon 05942 988255.

 
     
     
 

Auszüge der Rede von Carl Sauvagerd beim

F e s t a k t
zum 600-jährigen Stadtjubiläum der Stadt Neuenhaus
am Montag, dem 29. September 1969, 10.30 Uhr in der
Ev. ref. Kirche in Neuenhaus

Tradition und Fortschritt im Neuenhauser Bürgerleben

 

Darum lassen Sie mich nun schließen mit einigen Versen in dieser unserer alten, lieben und vertrauten Moderspråke:

 

Nijnhuus hef slåpen, seggt wat löö,
men seet, dat is nich woor!
Et geet nich altied så men will,
dat is doch elk wal kloor.
Gå wij tehåpe men an’t wark,
så’t froger ok wöörd dåån,
en trek wij al‘ an eenen strang,
dan kön wij ok beståån.

Seet, hier in Nijnhuus bint de löö
oldaags flietig an’t wark,
en söindaags trekt se mooj sik an
en gååt dan nå de kark‘.
Dan dankt se unsen lewen Heer
föör all’s, wat hee hef dåån:
så lang‘ hier gottvertrauen is,
sal’t uns ok slecht nich gåån.

600 joare bint vergåån,
de tied dee flög vöörbij;
Borg Dinkelrode steet nich meer,
völ aulds wöörd al weer nij.
Mag unse heimatstadt noch lang
grööj’n, wassen en beståån,
mag uns God’s hand verdan bewaar’n,
så hee’t tot nuw hef't dåån!

 
     
     
 

Stadt Neuenhaus
650 Jahre Neuenhaus 1369 - 2019


 
 

Vom 25.09. bis 30.09.2019 findet anlässlich des 650-jährigen Stadtjubiläums eine Festwoche statt, die es in sich hat! Alle hier genannten Veranstaltungen finden im großen Festzelt auf dem Neumarkt an der Schulstraße in Neuenhaus statt.

Am Mittwoch, den 25.09.2019 gibt es unseren großen Heimatabend mit
Yared Dibaba und der Band „Die Schlickrutscher" sowie weitere lokale Musikdarbietungen. Veranstalter dieses Abends sind die Heimatfreunde Neuenhaus.

Am Donnerstag, den 26.09.2019 startet ab 14.30 Uhr der Seniorennachmittag mit BINGO! Der BINGO-Showmaster Michael Thürnau moderiert und spielt mit den Besuchern BINGO. Dazu tritt der Shanty-Chor der Wasserstadt Nordhorn sowie die Blaska­ pelle Woerdcn auf. Tickets hierfür gibt es für 19,00 € (2,00 € GN- Card Rabatt) inkl. Kaffee sowie 1 Stück Kuchen.

Die Jugend kommt am Freitag, den 27.09.2019 auf ihre Kosten. Es startet eine Riesen-Party ab 21.00 Uhr mit der Coldplay Cover­ band Goldplay sowie DJ Team Outrage und DJ Josh. Der Eintritt hierzu beträgt 9,00 € (2,00 € GN-Card Rabatt). Am Samstag, den 28.09.2019 findet die 650-Jahr-Gala statt.

Dieser Abend steht ganz im Zeichen des Stadtjubiläums. Den Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Musikprogramm mit der Showband Freesteps aus Vechta sowie VoXXclub und Olaf, der Flipper. Tickets hierfür gibt es in 3 Kategorien: PK 3 Stehplatz 15,00 €, PK 2 Sitzplatz 21,00 € und PK 1 Sitzplatz 26,00 € (auf alle Kategorien gibt es 2,00 € GN-Card Rabatt).

Der Sonntag, 29.09.2019 startet mit einem ökumenischen Got­ tesdienst mit anschließenden Festreden. Zur Stärkung gibt es mittags eine Suppe. Um 13.00 Uhr startet der Festumzug an der Hans-Voshaar-Straße, der um ca. 15.00 Uhr am Festzelt auf dem Neumarkt erwartet wird. Nach Eintreffen des Umzuges gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit z. B. Kaffee und Kuchen, Auftritt des Kinderliedermachers Christian Hüser usw. Der Tag klingt mit einem Dämmerschoppen und DJ Basti ab 17.30 Uhr aus. Eintritt frei.

Es ist geschafft! Ausklang findet die Festwoche am Montag, den 30.09.2019, wo ab 20.00 Uhr die bekannte Band Hands up auftritt. Der Eintritt ist frei. Tickets für die Veranstaltungen vom 26.09. bis 28.09.2019 gibt es unter www.gn-ticketshop.de , www.proticket.de sowie im Bürgerbüro der Samtgemeinde Neuenhaus oder unter der Hotline 0231/9172290. Der Kartenvorverkauf hat am 17.12.2018 begonnen.

 
 
 
 

 

August

Nu ströjd den sommer sienen segen
met vulle hande ower't land,
in ‘t satte gröön Staat busch en hegen
sä stark en köön an'n akkerrand.

De roggen- en de wäitengarwen
stäät nu up't land in riegen weer,
bunt willt de blomen all's noch farwen,
see löcht t döör al dat gröne döor.

Dat wormkruud steet door gäil te prunken,
as blinkend gauld, sä kloor en fien ; —
as dusend gauld- en sülwerfunken
glööjd morgendau in'n sünnensohien.

Noch blööjd't en glööjd't van alle sieden
in blau en wit en gel en rääd . . .
winkd ok den harwst al sacht van wieden:
noch strääld den vullen sommerstäät.

De früchte riept an alle kanten,
de häide blööjd, — et is ne pracht!
De vögel singt. En deer' en planten
sind rieklik nu met all's bedacht.

August. — Bij sünnenschien en regen
nemm' wij doch alles uut God's hand. —
Den sommer ströjd nu sienen segen
met vulle hande ower 't land!

Karl Sauvagerd

 

     
     
 

Durch unseren Internetauftritt geben wir Ihnen die Möglichkeit, sich einen kleinen Einblick in unseren Verein zu verschaffen.

Die Einwohner aus Neuenhaus, den Nachbargemeinden, der Grafschaft, aber besonders auch Neuenhauser, die heute außerhalb und rund um den Globus verstreut leben, möchten wir ansprechen und ihnen, soweit das möglich ist, ein kleines Stück Heimat vermitteln.

In der Navigationsleiste ist erkennbar, mit welchen geschichtlichen und bis in die Gegenwart

hineinreichenden Dingen wir uns beschäftigen.

Sollten Sie für dieses Anliegen Dokumente, z. B. handschriftliche Akten, Postkarten, Fotos, Karten und Briefe aus den Weltkriegen, die Zeitgeschichtliches beinhalten, alte Heimatliteratur, aber auch Gegenstände, die mit Neuenhaus in Zusammenhang stehen, besitzen und der Allgemeinheit zugänglich machen wollen, selbstverständlich ohne die Besitzansprüche daran zu verlieren, dann setzen Sie sich doch mit uns in Verbindung.

 

Ihre Heimatfreunde aus Neuenhaus