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Heimatfreunde Neuenhaus
 
     
     
 

 
     
 

Die Burg im Reitgaar

Am Reitgaar, einem stillen kleinen See in der Nähe von Neuenhaus, stand einst eine Burg. Darin hauste ein böser Raubritter. Heimtückisch überfiel er die Bauern auf den Äckern, die Kaufleute und Wanderer auf ihren Wegen. Er nahm ihnen alles Geld und Gut ab und warf sie in den dunklen, muffigen Keller des Turms, wo sie elendig verhungerten und verdursteten.

Die gute Tochter des Ritters hatte Erbarmen mit den Überfallenen. Sie brachte ihnen heimlich zu essen und zu trinken und warf ihnen manche Wolldecke hinab. Eines Tages, als der Vater wieder einmal mit schlimm zugerichteten Gefangenen nach Hause zurückkehrte, sank sie vor ihm auf die Knie und flehte ihn an, mit seinem bösen Treiben aufzuhören. Doch dieser stieß sie weg. Habgier und Grausamkeit hatten sein Herz verhärtet. Am Abend kniete sie voller Scham und Verzweiflung nieder und betete: “Gott, wenn das Elend nur so aufhören kann, dann lass diese Raubburg vom Erdboden verschwinden!”

Da begann plötzlich die Erde zu beben, das sonst so stille Wasser des Reitgaar schäumte und eine mächtige Welle verschlang die Burg mit Mann und Maus. Am anderen Morgen war nichts mehr von ihr zu sehen. Dennoch wagten die Bauern der Gegend noch lange nicht, das Ufer des Reitgaar zu betreten.

Doch wer sich - heute am Morgen - vor Tag und Tau zum Reitgaar begibt, der kann durch das leise Geplätscher der Wellen das dumpfe Läuten der Glocken hören, die einst die Kapelle der Burg zierten.

 
     
 
 
 
 
 

Dat Räitgoor

 

 

In de Büsche, ower’t Räitgoor
klaagt de Wind van Qual en Pien –
en well Ohren heff to höören,
höört door klagend Klockenlüün. -

Swatt en düüster kiekt sien‘ Oagen
en sien Mûnd is strack en hatt –
well em sött, dän mott wall glöäwen,
dän krigg noojt dat Möören satt.

 

 

Witte Waterrosen driewet
hier up’t Water, still en sacht,
in de Feerte sleet ne Klocke –
dree Ühr smorgens, ‘t is noch Nacht.

Seh, door kûmp ock siene Dochter –
o, watt is dat een mooj Wicht!
Men wat tröörig kiekt ehr‘ Oagen
en wat witt is ehr Gesicht!

 

 

‘t is heel still, see sloapt noch alle,
Häide, Water, Buß en Wind –
en et is, as of se alle
ock soa recht an’t Dröämen sînd.

„Vader!“ ropp se, „loat’t dat Möören,
loat’t doch leewen all dee Löö!
Buren, Koaplöö, alles gripps du,
geew dij doch is moal tofree!

 

 

Nicks beweegt sick, heel alleene
kiek ik mij dat Swiegen an,
dan sett ik mij an de Dannen
en fang ock to dröämen an.

Sitt’t in’t Borgverließ to smachten
nich al twintig en noch mehr?
Wu völl sind wal al verhungert –
dênk doch, Hunger dött soa seer!

 

 

Still en düüster stoaht de Büsche
achter mij en an de Sied –
eens wüß geern ick: Wu was ‘t froger
hier wal, in heel oule Tied?

Du heß Gäild en Goot soa völle,
bruuks’t ut Armood nicht to doon –
loat’t doch nu de Koaplöö leewen
en de Buren ock verschon!

 

 

Ik versöök dat is to dênken –
of mij dat wal glücken will?
Sachte blînkt de Waterrosen,
en dat Räitgoor ligg soa still -

As ûns‘ Heergott woll bestraffen
alles, wat du al heß doan,
was de heele Borg met alles,
wat hier steht, al ûndergoahn!“ -

 

 

Watt is dat? Up eenmoal seh ik,
dat de Blomen kläiner wodt’t
ock dat Water wodt all‘ kläiner,
en – nu steht door ‘n moj groot Slott.

Swatt en düüster kick de Ridder
up sien Dochter, sprînk up’t Peerd,
ropp sien Deeners – futt nu ried’t se,
en door steht dat Wicht en reert -

 

 

Rûnd umtoo nen deepen Graben,
woor ne Brügge ower geht –
joa, ik seh, dat bij de Brügge
ock nen Mann up Posten steht,

En nu geht se in de Kamer,
smitt sick hen door up de Knee:
„Heergott, loat de Borg versacken,
eer heff hier dat Lând gin Free!“ -

 

 

Wat ne grote dicke Müüre,
en door ock dän groten Toorn,
doorin is’t Verließ, de Käiler –
wel dorin kûmp, is verloorn.

Nu höör ik weer Peeretrappeln,
seh, de Ridder kûmp al weer –
roat van Blood sind siene Hânde,
dree Gefangne giff’t weer mehr.

 

 

Höör, nu lüüd’t in’t Slott de Klocken,
Mânlööstemmen höör ick ock,
en mij schient, door achter de Müüre
wodt et nu up’t moal soa drock:

In de Kamer ligg de Dochter
up de Knee en bidd’t en reert: “Heergott, maak doch nu en Ende,
nicks as Unglück hier geböört!“

 

 

Peeretrappeln, Hûndeblecken –
nu geht loß de groote Döör,
doorbij höör ick Schennen, Flööken,
en nu kûmp nen Ridder vöör.

Buten wodt’t nu still en düüster –
men in’n Saal, door geht et dull;
want dän Ridder met sien Fröinde
suupt sik hier de Büüke vull.

 

 

All‘ men duller wodt dat Supen,
Froulöö lacht, see singt en brüllt,
Glase Wien fallt van de Toafel
en wodt’t al van nij’n weer füllt.

En de witten Waterrosen –
driewt up’t Water, still en sacht,
men de Klocken schient to lüüden
all‘ verdann, of Dag of Nacht -

 

 

Door – up eenmoal stigg dat Water,
seh, dän Graben is al vull –
dee in’t Slott vernemmt d’r nicks van,
suupt en fiert as geck en dull.

Ik kiek up – hier in de Häide
sitt an’t Water ik alleen –
hebb ick dröämt? Ik hebb doch Ridder,
Slott en ock de Jüffer sehn. -

 

 

En nu fânk de Borg an’t Sacken,
all‘ men deeper sackt se futt –
nu hebb’t see’t door binn’n vernömmen,
alle willt nu gaww‘ d’r ut.

Witte Waterrosen driewet
up dat Water, witt en schoan,
still en swiegend ligg hier alles,
nicks wodt, schient’t, hier mehr verroan.

 

 

Men et sackt nu alle gäwwer,
nümms kann mehr ut Rahm of Döör –
Klocken fangt nu an to lüüden –
sull dat helpen? En woorföör?

Nett de Wind in Räit en Rüschen
flüstert sacht – et wodt weer Dag –
en mij is’t, as höör van wieden
ik noch moal nen Klockenslagg. ---

 

 

Sachte sachter wodt dat Lüüden –
nu is’t heele Slott all futt,
men et ludt verdann in’t Water,
ludt en ludt, schäidt garnich ut --

In de Büsche, ower’t Räitgoor
klaagt de Wind van Qual en Pien –
en well Ohren heff to höören, arl Sauv
höört door klagend Klockenlüün.

 

Karl Sauvagerd
 
 
 
 
 
     
 
 
 
1733 Federzeichnung von Abraham Meyling
 
     
 

 

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