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Heimatfreunde Neuenhaus
 
     
 

GN 3.2.2018
Andre Berends sieht das Plattdeutsche noch längst nicht am Ende.

 

http://grafschafternachrichten.ger.newsmemory.com/newsmemvol1/germany/grafschafternachrichten/20180203/gnhp1_0203_s18.pdf.0/img/Image_5.jpg

Die plattdeutsche Sprache
ist in der Grafschaft fester verankert, als so mancher Beobachter meint.
Karikatur: Lutz Janke

 

 

Das Groafschupper Platt überlebt,
und zwar aus eigener Kraft

Mehr als 25 Jahre nach seinem Tod erinnern sie sich in Neuenhaus an einen kleinen Mann, der plötzlich zu einem großen Sohn der Stadt wird: Karl Sauvagerd. Der gelernte Schneidermeister, der über Jahrzehnte in einem winzigen, leicht windschiefen Haus an der Hauptstraße lebte, hatte viele Begabungen: Er malte, musizierte, war ein hervorragender Kenner der heimischen Pflanzenwelt. Und er schrieb unzählige plattdeutsche Texte, die in Büchern und bei Vorträgen ein treues Publikum fanden. Karl Sauvagerd, dem zu Lebzeiten in Neuenhaus nicht die Anerkennung vergönnt war, die er damals schon im niederländischen Teil des Grenzgebiets fand, gilt heute als einer der bedeutendsten Heimatdichter der Grafschaft Bentheim.

Im vergangenen Jahr widmeten ihm die Heimatfreunde Neuenhaus eine Ausstellung. Bei der Suche nach Spuren von Karl Sauvagerd stießen sie auf unerwartet viele Materialien. Rasch dämmerte den Ehrenamtlichen, dass sie es mit einem noch lange nicht gehobenen Schatz zu tun haben, den das Multitalent der Nachwelt hinterlassen hatte. Die Ausstellung im Alten Rathaus Ende 2017 war ein großer Erfolg. Die Menschen – und längst nicht nur aus Neuenhaus – entdeckten den zeitweise fast völlig in Vergessenheit geratenen Karl Sauvagerd wieder. Am Rande der Ausstellung tauchte aus den Tiefen eines privaten Archivs plötzlich ein Tonband auf. Darauf zu hören ist eine Lesung von Karl Sauvagerd aus dem Oktober 1965. Ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte, lässt es das Schaffen des Dichters und Denkers doch auf eine besondere Art wieder lebendig werden. Es ist ein großer Unterschied, ob man Karl Sauvagerds Texte nur liest oder sie von ihm selbst vorgetragen bekommt. Denn dann wird deutlich: Plattdeutsch ist eine Sprache, die man in erster Linie spricht. Und die knapp einstündige Aufnahme zeigt eindrucksvoll, dass es Karl Sauvagerd viel Spaß und Freude bereitet hat, Plattdeutsch zu sprechen, ja sogar zu zelebrieren.

Das Plattdeutsche hat auch heute noch in der Grafschaft einen festen Platz. Es ist im Alltag vieler Menschen verankert. De Groafschupper proat Platt – wenn auch vielleicht nicht mehr so viel wie noch zu Karl Sauvagerds Zeiten. Aber so am Ende oder am Rande des Niedergangs, wie es immer wieder behauptet wird, ist das Plattdeutsche längst nicht. Es ist für die Menschen an Dinkel und Vechte nach wie vor identitätsstiftend. Platt proa-ten (oder wie die Menschen in der Obergrafschaft sagen: küren) schafft Nähe. Sollte das Plattdeutsche in der Grafschaft eines Tages tatsächlich nicht mehr zu hören sein, dann mag das aus heutiger Sicht bitter erscheinen, wäre jedoch zu akzeptieren. Denn überleben können Sprachen nur aus eigener Kraft.

Was hilft, um bei Kräften zu bleiben? Trainieren. Das haben die vielen Heimatvereine in der Grafschaft schon vor langer Zeit erkannt. Sie pflegen die liebgewonnene Mundart. Das hat sich auch die Emsländische Landschaft zur Aufgabe gemacht, die mit ihrem kulturpolitischen Auftrag übrigens nicht nur das Emsland, sondern auch die Grafschaft abdeckt. Das wird gelegentlich übersehen. Der Landschaftsverband hat in den vergangenen Jahren viel Geld in plattdeutsche Projekte gesteckt und beschäftigt sogar eine eigene Plattdeutsch-Beauftragte, die seit 2016 in beiden Landkreisen viele Aktionen zur Förderung der Sprache auf die Beine stellt.

Daneben gibt es viele weitere Bemühungen, das Plattdeutsche in der Grafschaft zu leben und sichtbar zu machen. Das fängt an bei den zweisprachigen Ortsschildern, die auf eine Initiative aus Neuenhaus zurückgehen. In vielen Geschäften, Praxen und Amtsstuben wurden vor einigen Jahren kleine Schilder aufgestellt, die dem Besucher mitteilen: „Wij proat/ kürt ock Platt!“ Kinder nehmen an Vorlesewettbewerben teil, Landjugenden bringen Jahr für Jahr plattdeutsche Komödien auf die Bühne. Das Ensemble „Platt up Zack“ bietet Improvisationstheater. Und Sitzbänke, auf denen „platte“ Weisheiten geschrieben stehen, laden vielerorts zum Utrösten ein. Nicht zu vergessen: Im „Bentheimer Jahrbuch“ und in der GN-Heimatbeilage „Der Grafschafter“ werden immer wieder plattdeutsche Artikel veröffentlicht.

All diese Initiativen können den Erhalt des Plattdeutschen nicht erzwingen. Aber sie tragen einen wichtigen Teil dazu bei, die Sprache ins Bewusstsein zu rücken und sie dort zu halten. Sie wecken auf vielfältige Art das Interesse am Plattdeutschen und sind Impulsgeber. So wie es Karl Sauvagerd sein Leben lang auch war. Übrigens: Wer sich das mehr als 50 Jahre alte Tonband bei den Heimatfreunden Neuenhaus anhört, der wird feststellen, dass sich das Plattdeutsche kaum verändert hat. Und die Themen, die der Heimatdichter in seinen Texten anspricht, sind ebenso zeitlos.

 
     
     
 
 
     
 

 

Windmühle Veldhausen

 

Die Windmühle vom Typ "Galerieholländer" aus Bentheimer Sandsteinquadern wurde im Jahr 1789 erbaut und am 1.Oktober 1790 in Dienst gestellt. Sie löste eine früher in der Nähe stehende hölzerne Bockwindmühle ab.

Bis 1929 war die Windmühle in Betrieb. Da das Mahlen mit Wind unrentabel wurde, hat man in Veldhausen eine Motormühle gebaut. Nachdem die alten hölzernen Innereien der Windmühle ausgebaut und verkauft waren, stand nur noch der solide, steinerne Mühlenrumpf einsam da. Er war ein paar Generationen lang Kinderspielplatz und Taubenrevier. Auf Initiative eines Arbeitskreises im VVV Neuenhaus wurde die Windmühle in den Jahren 1986/87 vollständig renoviert und mit einem funktionstüchtigen Mahlwerk versehen. Da die Mühle ursprünglich jedoch zwei Mahlgänge hatte, steht unten in der Durchfahrt symbolisch der zweite, voll funktionsfähig restaurierte Mahlgang

 
     
 

 

Dat hoge Water.

 

Water, Water owerall,

Water up de Moaten,

Up de Ackers Water flöit,

Water up de Stroaten.

 

Fallt noch nich? Froagt alle bang,

Nee, et is noch stegen!

In de Kellers, Kamers kummt’t

Water allerwegen!

 

Brüggen breckt en Böäme fallt,

Böste kriegt de Müren,

Dor driewt Latten, dor nen Tuun,

Dor fallt hele Schüren. –

 

Völle Lö dünkt sick soa stark –

Wo de Floot recht packde,

Dor begriept de Menschen wall

Ehre hele Swackde.

 

v. d. L.

 

 

 

 
     
 
 
 
1733 Federzeichnung von Abraham Meyling
 
     
 

 

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Ihre Heimatfreunde aus Neuenhaus