Aktuelles

 
     
 
2021
 
     
     
 

Liebe Mitglieder !

Wir haben eine große Bitte, Achtet auf Euch, haltet euch an die vorgeschriebenen Maßnahmen unserer Regierung, Abstand halten, Masken tragen und Kontakte mit mehreren Personen meiden. Nur dann können wir unseren Beitrag leisten, das weniger Menschen angesteckt und am Coronavirus sterben.

 
     
 

 

GN14.5.2021 RKI 14.05 .2021

Inzidenzwert in der Grafschaft 80,2

GN 08.05.2021

IMPFUNG I Zentrum schließt tageweise

GRAFSCHAFT Das Grafschafter Impfzentrum muss in der kommenden Woche voraussichtlich tageweise schließen, weil nicht genügend Impfstoff für Erstimpfungen verfügbar ist. Das teilte die Kreisverwaltung am Freitagmittag mit. „In den Medien sowie in Erlassen des Landes Niedersachsen wird immer wieder suggeriert, dass die Impfstoffkapazitäten erhöht werden. Hierdurch wird den Bürgern sowie unserem Impfzentrum eine Erwartungshaltung vermittelt, die in der Realität nicht umgesetzt wird. Angekündigte Impfstofflieferungen fallen regelmäßig kleiner aus als geplant“, erläutert Landrat Uwe Fietzek.

Aktuell beginnen die Zweitimpfungen diverser Gruppen, wodurch zahlreiche mRNA-Impfdosen bereits gebunden sind. Die, die das Grafschafter Impfzentrum aktuell bekommt, reichen jedoch nicht aus, um

das Impfzentrum für Erstimpfungen unter Volllast laufen zu lassen.

Auch die vom Land neu zugelassenen Berufsgruppen der Feuerwehren, Lehrkräfte und Mitarbeiter der Sozial- sowie Jugendhilfe könnten nur bedingt mit Erstimpfungen versorgt werden, heißt es aus dem Kreishaus.

Schulen und Kitas öffnen ab heute

GRAFSCHAFT  Der Unterricht in Grafschafter Schulen findet ab Montag, 10. Mai, wieder im Wechselunterricht, dem sogenannten Szenario B, statt. Zudem beginnen auch Kindertagesstätten wieder mit einem Eingeschränkten Regelbetrieb, gibt der Landkreis auf seiner Webseite bekannt. Der Inzidenzwert im Kreisgebiet lag am Sonnabend, 8. Mai, zum fünften Mal in Folge unter dem Grenzwert von 165, lautet die Begründung aus dem Kreishaus. Laut der neuen Allgemeinverfügung zum Szenarienwechsel liegen die „besonderen Regelungen der bundeseinheitlichen Notbremse“ – die Untersagung des Präsenzunterrichtes ab einer Inzidenz von 165, nicht mehr vor und entfallen deshalb.

 

GN 11.5.2020

Vorwärts im Kampf gegen Corona

KOMMENTAR
Lars Laue

autor@gn-online.de

Setzt sich die positive Entwicklung der Corona-Zahlen in den kommenden Wochen fort, kommen wir einem halbwegs normalen Leben immer näher. Dass das kein Alltag ohne Co- rona sein kann, ist völlig klar. Aber zumindest ein Dasein mit Schule, Kita, Beruf, Gastronomie, Kultur sowie Freizeitspaß und auch Mannschaftssport für Erwachsene sollte wieder möglich werden.

Erste Schritte in Richtung Lockerung hat Niedersachsen seit gestern bereits unternommen. Gut so. Der jetzt vorgelegte Stufenplan zeigt weitere Perspektiven auf – wenn denn die Inzidenzwerte weiter nach unten gehen. Also: Bitte unbedingt Kontakte nach wie vor einschränken, Masken tragen, wo es nötig ist, Abstand halten und immer schön auf die Hygiene achten.

Hinzu kommen zwei ganz wesentliche Corona- Bekämpfer: Testungen und Impfungen. Wer shoppen oder in den Biergarten will, sollte die Testpflicht ernst nehmen und auf gefährliche Tricksereien verzichten. Und wer sich impfen lassen kann, sollte dieses Angebot auch unverzüglich wahrnehmen.

Nur durch die Kombination aus dem Einhalten der Corona-Regeln sowie der Inanspruchnahme von Test- und Impfangeboten können wir verhindern, ein weiteres Mal den Rückzug antreten zu müssen. Es liegt an uns allen, in der Vorwärtsbewegung zu bleiben.

86,8

Inzidenzwert sinkt weiter

Die Zahl der Covid-19-Fälle in der Grafschaft ist weiter rückläufig. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist am Himmelfahrtstag laut Robert-Koch-Institut auf 86,8 gefallen und liegt damit nun deutlich unter der kritischen Marke von 100 und unter dem bundesweiten Durchschnitt. Am Vortag hatte der Inzidenzwert noch bei 102,1 gelegen. Aktuell sind im Landkreis 245 Infizierte erfasst. Am Donnerstag wurden zwölf Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie gab es 5159 bestätigte Infektionen. 4796 von ihnen gelten mittlerweile als genesen, 118 starben. 644 Menschen in der Grafschaft befinden sich zurzeit in Quarantäne.

Auf die Kommunen verteilen sich die aktuellen Covid-19-Fälle wie folgt (in Klammern Veränderung zum Vortag):

• Bad Bentheim: 29 (-4)

• Emlichheim: 47 (-15)

• Uelsen: 30 (-10)

• Neuenhaus: 27 (-4)

• Wietmarschen: 27 (-1)

• Nordhorn: 67 (+1)

• Schüttorf: 18 (+1)

 

RKI
14.05.2021 7.00 Uhr

Grafschaft Bentheim

Einwohner 137.162 Stand 31.12.2019 ????
Infektionen 5.185
Inzidenz 7 Tage 80,2

gestern 86,8

Alter 00-04 Infektionen 0168 Todesfälle 00
Alter 05-14 Infektionen 0406 Todesfälle 00
Alter 15-34 Infektionen 1581 Todesfälle 00
Alter 35-59 Infektionen 1957 Todesfälle 12
Alter 60-79 Infektionen 0720 Todesfälle 29
Alter 80-0+ Infektionen 0353 Todesfälle 77

Todesfälle 118

Infektionen weiblich 2.556
Infektionen männlich 2.626

 

Grafschaft Bentheim

 

14.05. Infektionen 5.185 Tote 118 Inzidenzwert 80,2
13.05. Infektionen 5.161 Tote 118 Inzidenzwert 86,8
12.05. Infektionen 5.149 Tote 115 Inzidenzwert 102,1
11.05. Infektionen 5.129 Tote 115 Inzidenzwert 107,2
10.05. Infektionen 5.120 Tote 115 Inzidenzwert 107,2
09.05. Infektionen 5.117 Tote 115 Inzidenzwert 121,8
01.05. Infektionen 4.916 Tote 113 Inzidenzwert 172,8
03.04. Infektionen 4.163 Tote 110 Inzidenzwert 74,4
27.02. Infektionen 3.536 Tote 97
31.01. Infektionen 3.158 Tote 81

14.04. Grafschaft Bentheim Infektionen 181 Tote 9

 

Niedersachsen


14.05. Infektionen 250.813 Tote 5.459 Inzidenzwert 78,0
13.05. Infektionen 248.876 Tote 5.440 Inzidenzwert 82,4
12.05. Infektionen 248.876 Tote 5.440 Inzidenzwert 85,5
11.05. Infektionen 247.892 Tote 5.428 Inzidenzwert 87,4
10.05. Infektionen 247.423 Tote 5.410 Inzidenzwert 88,3
09.05. Infektionen 247.016 Tote 5.406 Inzidenzwert 87,9
01.05. Infektionen 238.630 Tote 5.312 Inzidenzwert 112,3
27.02. Infektionen 163.595 Tote 4.287
31.01. Infektionen 142.097 Tote 3.278
01.04. Niedersachsen Infektionen 4.348 Tote 43

 

Deutschland

 

14.05. Infektionen 3.578.125 Tote 85.853 Inzidenzwert 102,2
13.05. Infektionen 3.564.494 Tote 85.451 Inzidenzwert 110,9
12.05. Infektionen 3.548.481 Tote 85.385 Inzidenzwert 116,4
11.05. Infektionen 3.538.208 Tote 85.118 Inzidenzwert 120,2
10.05. Infektionen 3.530.887 Tote 84.844 Inzidenzwert 121,8
09.05. Infektionen 3.530.878 Tote 84.789 Inzidenzwert 124,3
01.05. Infektionen 3.405.365 Tote 83.097 Inzidenzwert 158,1
27.03. Infektionen 2.765.297 Tote 75.828 Inzidenzwert 131,6
27.02. Infektionen 2.436.523 Tote 69.943
31.01. Infektionen 2.224.911 Tote 57.105
01.04. Deutschland Infektionen 71.800 Tote 775

 

Oestereich

 

14.05. Infektionen 634.893 Tote 10.444 Inzidenzwert 83,2
13.05. Infektionen 633.960 Tote 10.428 Inzidenzwert 86,7
12.05. Infektionen 632.766 Tote 10.413 Inzidenzwert 91,8
11.05. Infektionen 631.896 Tote 10.392 Inzidenzwert 97,7
10.05. Infektionen 631.076 Tote 10.382 Inzidenzwert 100,7
09.05. Infektionen 630.050 Tote 10.374 Inzidenzwert 107,4
01.05. Infektionen 618.870 Tote 10.632 Inzidenzwert 157,8
03.04. Infektionen 552.729 Tote 9.397 Inzidenzwert 252,1
27.03. Infektionen 530.288 Tote 9.200 Inzidenzwert 249,3
13.03. Infektionen 488.042 Tote 8.831
31.01. Infektionen 413.208 Tote 7.703
10.11. Oestereich Infektionen 158.744 Tote 1.454

 

Schweden

 

14.05. Infektionen
13.05. Infektionen 1.027.934 Tote 14.267 Inzidenzwert 312,8
12.05. Infektionen 1.021.604 Tote 14.217 Inzidenzwert 319,7
09.05. Infektionen 1.007.792 Tote 14.173 Inzidenzwert 330,7
10.04. Infektionen 857.401 Tote 13.621 Inzidenzwert 427,6
27.03. Infektionen 780.018 Tote 13.402 Inzidenzwert 345,8
27.02. Infektionen 657.309 Tote 12.826
31.01. Infektionen 566.957 Tote 11.591

23.11. Schweden

Frankreich

 

14.05. Infektionen 8.841.129 Tote 107.250 Inzidenzwert 168,5
13.05. Infektionen 5.821.668 Tote 107.119 Inzidenzwert 171,9
12.05. Infektionen 5.800.170 Tote 106.935 Inzidenzwert 178,6
11.05. Infektionen 5.780.379 Tote 106.684 Inzidenzwert 185,4
10.05. Infektionen 5.777.087 Tote 106.392 Inzidenzwert 186,1
09.05. Infektionen 5.767.959 Tote 106.277 Inzidenzwert 187,3
01.05. Infektionen 5.616.689 Tote 104.514 Inzidenzwert 262,0
03.04. Infektionen 4.741.759 Tote 96.280 Inzidenzwert 411,2

01.03. Infektionen 3.755.968 Tote 86.422
31.01. Infektionen 3.177.879 Tote 75.862

14.04. Frankreich Infektionen 98.076 Tote 14.967


Niederlande

 

14.05. Infektionen 1.583.767 Tote 17.413 Inzidenzwert 258,8
13.05. Infektionen 1.577.754 Tote 17.399 Inzidenzwert 263,3
12.05. Infektionen 1.571.398 Tote 17.383 Inzidenzwert 268,5
11.05. Infektionen 1.565.880 Tote 17.340 Inzidenzwert 281,2
10.05. Infektionen 1.560.022 Tote 17.323 Inzidenzwert 300,2
09.05. Infektionen 1.553.469 Tote 17.319 Inzidenzwert 294,2
01.05. Infektionen 1.456.392 Tote 17.148 Inzidenzwert 293,8
03.04. Infektionen 1.287.696 Tote 16.575 Inzidenzwert 295,0
27.02. Infektionen 1.079.084 Tote 15.503
31.01. Infektionen 974.775 Tote 13.959

23.05. Niederlande Infektionen 45.064 Tote 5.811

Großbritannien

 

14.05. Infektionen 4.444.635 Tote 127.651 Inzidenzwert 24,2
13.05. Infektionen 4.441.979 Tote 127.640 Inzidenzwert 24,1
12.05. Infektionen 4.439.695 Tote 127.629 Inzidenzwert 23,9
11.05. Infektionen 4.437.221 Tote 127.609 Inzidenzwert 23,1
10.05. Infektionen 4.434.864 Tote 127.605 Inzidenzwert 22,1
09.05. Infektionen 4.433.094 Tote 127.603 Inzidenzwert 21.9
03.04. Infektionen 4.353.672 Tote 126.816 Inzidenzwert 42,7

27.02. Infektionen 4.163.089 Tote 122.415
31.01. Infektionen 3.796.088 Tote 195.571

23.05. Großbritanien Infektionen 257.154 Tote 36.675

Italien


14.05. Infektionen 4.139.160 Tote 123.745 Inzidenzwert 94,5
13.05. Infektionen 4.131.078 Tote 123.544 Inzidenzwert 100,7
12.05. Infektionen 4.123.230 Tote 132.282 Inzidenzwert 105,3
11.05. Infektionen 4.116.287 Tote 123.031 Inzidenzwert 108,9
10.05. Infektionen 4.111.110 Tote 122.833 Inzidenzwert 110,3
09.05. Infektionen 4.102.921 Tote 122.694 Inzidenzwert 117,7
01.05. Infektionen 4.022.653 Tote 120.807 Inzidenzwert 144,3
25.04. Infektionen 3.949.517 Tote 119.021 Inzidenzwert 152,8
18.04. Infektionen 3.857.344 Tote 116.676 Inzidenzwert 200,7
13.03. Infektionen 3.175.807 Tote 101.564
27.02. Infektionen 2.888.923 Tote 97.227
31.01. Infektionen 2.541.783 Tote 88.279

01.04. Italien Infektionen 105.792 Tote 12.428

Spanien

 

14.05. Infektionen 3.598.452 Tote 79.281 Inzidenzwert 83,3
13.05. Infektionen 3.592.751 Tote 79.208 Inzidenzwert 88,1
12.05. Infektionen 3.586.333 Tote 79.100 Inzidenzwert 85.9
11.05. Infektionen 3.581.392 Tote 78.895 Inzidenzwert 87,0
09.05. Infektionen 3.567.408 Tote 78.792 Inzidenzwert 92,8
01.05. Infektionen 3.524.077 Tote 78.216 Inzidenzwert 117,7
04.04. Infektionen 3.300.965 Tote 75.698 Inzidenzwert 96,9
27.02. Infektionen 3.188.553 Tote 69.142
31.01. Infektionen 2.743.119 Tote 58.319
11.04. Spanien Infektionen 158.273 Tote 16.081

Zum Impftermin kostenlos mit dem „Regiopa“

Angebot der BE gilt nicht für Begleiter / Freiwilligen Agentur unterstützt mit Fahrten

GRAFSCHAFT Die Bentheimer Eisenbahn bietet allen, die zum Impfzentrum (ehemals Firma Erfo) an der Paulstraße in Nordhorn müssen, eine kostenfreie Hinund Rückfahrt auf allen Buslinien der Bentheimer Eisenbahn und im „Regiopa“ an (die GN berichteten).

 

Danke Joachim Berends

Impfstoff-Nachschub rollt bald an

Lieferungen sollen bis zum Sommer anziehen / Höhere Priorität für Vorerkrankte

 

Die Versorgung mit Vakzinen soll Fahrt aufnehmen: Mehrere Hersteller kündigten höhere Produktionsmengen an.

 
     
 
2021
 
     
 

Veldhausen

Die Ortschaft Veldhausen ist ein über tausend Jahre altes Dorf und  Kirchspiel . Seit 1970 ist die Ortschaft ein Stadtteil von  Neuenhaus  im  Landkreis Grafschaft Bentheim  in  Niedersachsen .

Der Ort entstand als Kirchplatz für die umliegenden Gemeinden  Esche Grasdorf und  Osterwald . Diese erbauten nach 1411 die Kirche, da der Weg nach  Uelsen für viele zu weit und bei schlechter Witterung fast nicht möglich war. Um die aus  Bentheimer Sandstein erbaute Kirche gründete sich durch die Ansiedlung die spätere Ortschaft Veldhausen. Veldhausen wurde erst 1554 zunächst lutherisch und ab 1588 reformiert.

Die Schreibweise des Ortsnamens ist niederländisch geprägt, daher „Veld“ mit V und nicht mit einem hochdeutschen F. Das  Niederländische  wurde in Veldhausen noch bis ins 20. Jahrhundert als  Amtssprache  gesprochen. Dieser spielte auch bei den  Niederländischen Annexionsplänen nach dem Krieg  eine Rolle.

Am 1. Juli 1970 wurde Veldhausen in die Stadt Neuenhaus eingegliedert. Dies erfolgte gegen den Willen der Stadt Neuenhaus und wurde vom  Niedersächsischen Landtag  in Hannover beschlossen.

Wappen von Veldhausen

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Veldhausen zeigt auf rotem Felde ein silbernes Kriegszelt mit goldener Baronskrone, im unteren Teil die goldenen Schildbeschläge des Bentheimer Wappens. Krone und Zelt sind abgeleitet vom Feldherrn  Carl von Rabenhaupt , Baron zu Sucha. Carl von Rabenhaupt hatte während seines Feldzuges gegen den Fürstbischof von Münster ( Christoph Bernhard von Galen ) in den Jahren 1673/74 sein Hauptquartier in Veldhausen.

Bekanntester Bürger Carl van der Linde

 

Ev.ref. Kirche

Die evangelisch-reformierte Kirche in Veldhausen




Von welcher Seite wir in das Dorf Veldhausen kommen, immer grüßt der markante Turm der reformierten Kirche. Erst wenn wir näher ins Dorf gelangen, tritt neben dem hohen, quadratischen Sandsteinturm mit seiner schönen Ballustrade im Fischblasenmuster und seinem inwischen zum Wahrzeichen gewordenen "Notdach" das Kirchengebäude in den Blick. Die Kirche - ebenfalls aus Bentheimer Sandstein - ist ein einschiffiger gotischer Hallenbau. Sie ist in mehreren Bauabschnitten errichtet worden.

Mit dem Bau ist nach 1411 begonnen worden. Kirchenschiff und Chor wurden wahrscheinlich vor 1500 vollendet. 1822 ist an der Nordseite ein Querarm angebaut worden. Der Turm muss 1509 fertig gewesen sein. In diesem Jahr sind 2 Glocken von Westerhues gegossen worden. Eine dieser Glocken hat die Kriege überstanden und ist bis heute erhalten geblieben. Beim Gang um die 1994 sehr schön restaurierte Kirche fallen an den südlichen Stützpfeilern des Chores einige Inschriften aus den Jahren 1623 und 1651 auf. Die alte Sonnenuhr mahnt zur eiligen Abkehr von den Sünden, während zwei inschriften in Augenhöhe Christus als alleinige Säule, alleinigen Grund der Kirche bekennen. Weiter sehen wir eine Fülle alter Steinmetzzeichen und Jahreszahlen des Baus (nicht mehr genau zu entziffern) und der Renovierungen der Kirche 1853. Im Bereich der Türen der Südseite sind eine Reihe sogenannter "Pestschaben" eralten. Sie berichten von Not und Hilflosigkeit früherer Generationen im Umgang mit der schrecklichen Krankheit. Man sprach dem abgeschabten Sandstein der Kirche heilende Wirkung zu.

Betreten wir die Kirche durch den Turm, gewinnen wir noch beinahe unverstellt den Eindruck der gotischen Hallenkirche. Sie weist zwar nur noch wenig Zeugnisse ihrer ersten Zeit auf, doch beeindruckt sie durch ihre klare, schlichte Architektur. Von ihrem Ursprung her sind die weideraufgefrischten und ergänzten Buketttmalereien um die Gewölbeschlusssteine (Lebensbäume) beachtenswert. Ein Schlussstein (in der Nähe der Orgel) lässt ein Gesicht erkennen. Die innere Gestaltung der Kirche bezeugt ihre lange reformierte Geschichte.

Um die Sandsteinkanzel aus dem 17. Jahrhundert gruppieren sich die Bänke nach drei Seitenhin. Mittelpunkt der Kirche ist die Kanzel, der Predigtstuhl, weil Mitte des reformierten Gottesdienstes die Verkündigung des Evangeliums ist. Vor der Kanzel ist vor einigen Jahren der alte Taufstein aufgestellt worden, nachdem er lange Jahre im Garten eines Pfarrhauses fast vergraben war. 'Die schlichte Form seines Sandsteinbeckens deutet auf en höheres Alter als das der Kirche hin. Leider blieb sein Sockel unauffindbar. An alten Gegenständen sind in der Kirche nur noch die beiden Kronleuchter mit Amsterdamer Wappen und Reste des alten Gestühls im Chor (1637) und als Ballustrade der Empore im nördlichen Anbau zu sehen. Juwel der Veldhausener Kirche ist ihre Orgel. Sie wurde 1793 von dem Orgelbauer Courtain im französischen Stil gebaut. Nach einer gründlichen Erforschung ihrer ursprünglichen Disposition und sorgfältiger Renovierung durch die Orgelbaufirma Verschueren aus Holland Ende der 80er Jahre ist sie heute das einzige originalgetreue Instrument dieses Orgelbauers im deutschen Raum.

Manche alte Übung hat sich um die Veldhausener Kirche erhalten. So wird - wie sicher fast überall - dreimal am Tag geläutet, morgens um 7.00 Uhr, mittags um 12.00 Uhr, abends um 21.00 Uhr. Nicht die Tageszeit sollen die Glocken ansagen, sie rufen die Gemeinde zum Gebet. Samstags um 18.00 Uhr läuten die Glocken den Sonntag ein und rufen am Sonntag zum Gottesdienst, wie sie auch die Gemeinde zu Gottesdiensten in der Woche, bei Trauungen und Beerdigungen etwa, einladen. Stirbt ein Gemeindeglied schlagen morgens um 8.30 Uhr die Glocken an, wohl um die ganze Gemeinde Anteil nehmen zu lassen an der Trauer einzelner Gemeindeglieder bzw. Familien. Die Glocken zeigen an, ob ein Kind gestorben ist - sie schlagen dreimal an -, eine Frau - sie schlagen zweimal an -, oder ein Mann - sie schlagen einmal an.
Die drei Glocken der Kirche tragen folgende Inschriften: Die große Glocke: gegossen 1949 von Gebr. Rincker Sinn "Der Herr soll Herr über euch sein".
Die mittlere Glocke: gegossen 1509 von Wolter Westerhues, umgegossen 1949 von Gebr. Rincker Sinn "Allein Gott in der Höh sei Ehr".
Die kleine Glocke: gegossen im Jahre 1839 von J.B. Bubous "vivos voco, mortuos plango, fulgura frango" (übersetzt: Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze breche ich). Die Inschrift auf dem Mantel der Glocke latutet: "Uit gevoel tot dankbarheid aan God is tot het omgegen dezer klok door Jan Harm Raben en Berndina Raben drie hondert gulden gegeven".

Um Weihnachten und zum Jahreswechsel pflegen die jungen Leute des Dorfes den alten Brauch des "Beierns" (die Glocken werden mit der Hand angeschlagen).
Bei der Außenrenovierung der Kirche 1994 wurde eine alte, gut erhaltene Grabplatte der Familie von Stampa aus dem Jahre 1716 zu Tage gefördert. Sie hat ihren Platz im Innern des Turmes gefunden.

Die Veldhausener reformierte Kirche bietet viele interessante Einblicke in die Geschichte der Gemeinde. Ihr eigentlicher Sinn und ihre Würde wird bleiben, Ort des Gottesdienstes und Mitte der Gemeinde zu sein.

Bernhard Roth

Die Windmühle vom Typ Galerieholländer in Veldhausen

 

Die Windmühle vom Typ Galerieholländer in Veldhausen ist über 200 Jahre alt. Sie wurde 1789 erbaut, stand bei Betriebsaufnahme aber im Dienst der Güterverwaltung des Kurfürstentums Hannover, da die Grafschaft Bentheim damals an Hannover verpfändet war. Die Steine für den Bau stammen aus den Bentheimer Sandsteinbrüchen. Allein für das Heranschaffen der Steine brauchte man ein halbes Jahr. Bis zu 23 Fuhrwerke, von denen jedes mit mindestens 11 Steinen beladen war, kamen in der Woche in Veldhausen an. Aufgrund dieser Umstände waren die Transportkosten doppelt so hoch wie die Kosten für die Sandsteine. Aufgrund der Tatsache, dass das Mahlen mit Wind mit der Zeit unrentabel wurde, war auch diese Mühle von dem Abriss bedroht.

Aus Denkmalschutzgründen wurde die Mühle dann aber in den Jahren 1986/1987 vollständig renoviert. Auch wurde ein funktionstüchtiges Mahlwerk eingebaut, das die Hobbymüller des Mühlen- und Brauchtumsvereins Veldhausen und Umgebung e.V. in den Sommermonaten jeden Samstagnachmittag in Betrieb nehmen, um Einheimischen und Touristen das Müllerhandwerk wieder etwas näher zu bringen.

 

BACKHAUS

Das Backhaus wurde im Jahr 2003 nach historischer Vorlage neu errichtet. Es handelt sich um ein Fachwerkgebäude mit Satteldach. Nach traditioneller Bauweise wurden Hohlziegeln auf Strohdocken verwendet. Ein halbrundes Gewölbe kennzeichnet den Steinofen. Einmal im Monat oder bei Sonderveranstaltungen wird Brot gebacken.

 
     
  März/April  
     
 

Georgsdorf  

ist eine  Gemeinde  im  Landkreis Grafschaft Bentheim  in  Niedersachsen . Sie wurde nach König  Georg V. (Hannover)  benannt, weil er dem Dorf eine Kirche stiftete.

 

Geschichte

Graf Johannes II. gründete 1317 aus strategischen Gründen die Ortschaft Neuenhaus. Es war weniger ein Wohnort, als ein Fort für Arbeiter des Grafen und Soldaten zum Schutze der Arbeiter. Von dort aus sollten wirtschaftliche Belange des Areals des Osterwaldes (der u.a. Georgsdorf, Alte Piccardie bis hin nach Adorf miteinbezog).

1380 kaufte der Graf von Bentheim ein Holzgericht von Herrman von Gölenkamp. Das Gebiet lag direkt inmitten des Osterwaldes. Der Graf ließ von nun an die Abholzung vorantreiben. Beachtliche Flächen wurden freigelegt und das Holz wurde verkauft. Von dort an achtete der Graf von Bentheim auch darauf, das niemand in der Nähe wohnt, der sich dieses Holz aneignen könnte. Das bewandern und besiedeln des Gebietes des Grafen war danach über viele Jahrhunderte nicht gestattet.

Jeder Neubauer erhielt dann soviel Grund, wie er haben wollte, wenn er innerhalb festgelegter Grenzen blieb.

Im Jahre 1725 wurde das erste Einwohnerprotokoll aufgenommen, wonach Gerd Moß der erste benannte Siedler auf dem Gebiet war.

Benachbarte Gemeinden reagierten verärgert darauf, das er und die darauffolgenden protokollierten Einwohner als Piccardier eingetragen wurden. So schrieb die Aebtessin J.M.J. von Herdig :

„Knechte und Mägde, welche träge und den Bauern zu dienen zu stolz sind, langen um Wohnplätze auf der Piccardie; haben sie diese erhalten, vermeinen sie, das Brot gekauft zu haben. Weit gefehlt! Das ganze Land und besonders die benachbarten, welche die Landeskasse beibehalten müssen, haben das schmerzliche Gefühl, davon zu einer folgenden Ohnvermögenheit verurteilt (zu werden)“

Dies führte u.a. dazu, das einige Siedler schon mal Drohungen einstecken mussten. So schrieb zum Beispiel der Hausvogt J.G. Köhler :“ So eben kommen die Neuen Piccardier und zeigen Ahn, daß gestern 6 Coppel Schafe aus Wietmarschen in Grünlanden dießerseites Huethmathe gehüedet hätten, welches eigentlich im May Monath gahr nicht geschehen Mag. Es sind mehr als 1000 Stück gewesen; mithin bleibt nichts zur Nahrung des Rindviehes übrich, wenn diesem unfug nicht abgeholfen wird.“

Die evangelisch-reformierte Gemeinde Georgsdorf entstand durch Ausgliederung vom Kirchspiel Veldhausen im Jahre 1866. Nach Fertigstellung der Kirche und des Pfarrhauses, welche mit Hilfe von großzügigen Spenden des hannoverischen Königs Georg V. und des preußischen Königs Wilhelm I. gebaut wurde, konnte der erste Prediger am 1. Oktober 1867 in sein Amt eingeführt werden.

Georgsdorf wurde also Gemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Sie wurde nach König Georg V. (Hannover) benannt, weil er dem Dorf eine Kirche stiftete.

Die politische Gemeinde Georgsdorf ist der etwas später besiedelte Teil der Landgemeinde Piccardie (gegründet im Jahre 1647), die sich im Jahre 1760 in die Gemeinden Alte- und Neue Piccardie teilte. 1862 erhielt Neue Piccardie den Namen Georgsdorf. 1884 wurde der Kanal der Gemeinde Georgsdorf von der damals gegründeten ‚Linkssemischen Kanalgenossenschaft‘ gegründet.

1942 Ölfeld Georgsdorf

 

 

Von J. Smoor

Es war in den ersten Monaten des Kriegsjahres 1942. Während die Völker der Erde im heißen und blutigen Ringen standen, breitete sich über dem Osterwalder Bruch dank seiner Abgeschiedenheit ein tiefer Friede und eine ungestörte Ruhe aus. Eine dünne, gefrorene Schneedecke lagerte über wei­ten Wiesenflächen, ein bezauberndes Bild. — Hier, wo im Frühjahr der Kie­bitz seine Kreise zog, herrschte zu dieser Zeit tiefe Stille. Hier, wo während des Sommers Rinderherden ihre Nahrung fanden, zog der Winter alles in seinen Bann.

Doch als der Winter sich seinem Ende zuneigte, arbeitete sich ein schwer be­ladener Lastzug durch die schlechten Wege. Nicht weit von dem Punkt ent­fernt, an dem die Gemeinden Osterwald, Altepiccardie und Hohenkörben aneinandergrenzen, schien er sein Ziel erreicht zu haben. Einige kräftige Männerfäuste packten zu. Der Transport wurde entladen. Schwere Eisentei­le, Maschinen und sonstiges Gerät waren es, die nun im Laufe der nächsten Tage im Bruch lagerten. Und bald durchbrachen die Schläge schwerer Häm­mer die über kahlen Wiesen und Feldern lagernde Stille. Dann ragte eines Tages ein hohes Eisengerüst, in einem festen Betonsockel verankert, gen Himmel. Der erste Bohrturm im Ölfeld Georgsdorf.

Es war am 27. Februar 1942, als plötzlich die schweren Motoren ihr Arbeits­lied ertönen ließen. Die Bewohner horchten auf diese ihnen bis dahin völlig unbekannte Melodie. Sie gab Kunde von einer neuen Zeit. Ununterbrochen fraß sich der Bohrer in die Erde hinein. So riß der harte Stahl tiefe Wunden in Sand und Lehm, in Kalk und mächtiges Felsgestein. Ein Jahr und drei Monate lang warteten alle an diesem Werk Beteiligten auf den Lohn ihrer Mühe und Arbeit.

Am 27. Mai 1943 war in einer Tiefe von 988 Metern die so lang ersehnte Öl- Ader erreicht. Der erste Turm war fündig. Wenn die Quelle auch nur schwach war, so war sie doch Ansporn genug, um zu weiteren Bohrungen Anlaß zu geben, zu neuem Wagen und neuem Hoffen. - Bald darauf war dann auch eine zweite Bohrung, etwa 1000 Meter von der ersten entfernt, von Erfolg gekrönt. Somit galten die Voraussetzungen zum Aufbau des Bohr- und Ölgewinnungsbetriebes im Feld Georgsdorf als gegeben.

 

Reformierte Kirche in Georgsdorf

 

Die evangelisch-reformierte Gemeinde Georsgsdorf entstand durch Ausgliederung vom Kirchspiel Veldhausen im Jahre 1866. Nach Fertigstellung der Kirche und des Pfarrhauses, welche mit Hilfe von großzügigen Spenden des hannoverschen Königs Georg V. und des preußischen Königs Wilhelm I. gebaut wurde, konnte der erste Prediger am 1. Oktober 1867 in sein Amt eingeführt werden. Die zum Kirchspiel Georgsdorf gehörenden ev.-ref. Christen wohnen in Georgsdorf, Wietmarschen und Adorf.

Die Kirche zu Georgsdorf zeigt die rechteckige Form einer typischen reformierten Predigtkirche aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie ist fünf Joch lang und hat auf der Westseite einen drei Geschosse hohen Turm. Dieser wird auf beiden Seiten von Treppentürmen begleitet, von denen nur der südliche eine Treppe enthält. Die Kirche besteht zu größten Teilen aus landschaftstypischem Backstein. Doch es gibt auch Teile aus Naturstein, so z.B. die Stürze über den beiden Eingängen, in denen aus dem Alten Testament entnommene Inschriften angebracht sind.

Gottesdienst: sonntags 10:30 Uhr

 

Die Windmühle in Georgsdorf

Die jüngere Windmühle

Bereits im Jahre 1875 hatten sich nach den Ermittlungen von Jan Smoor zwölf Landwirte in Georgsdorf zusammengetan, die »Möllenburen«. In einem amtlichen, für die Kronanwaltschaft Meppen bestimmten Schriftsatz vom 22. Juni jenes Jahres ist von »15 Contrahenten« des Müllers Baumann die Rede. Auf einem von Kolon Kösters zur Verfügung gestellten Grund­stück, dem Standort der heutigen Mühle, ließen sie eine zweite Windmühle bauen. Sie wurde mit kreisrundem Grundriß massiv aus Ziegelsteinen er­richtet, die von Deppe (in Lemke) geholt wurden. In-eine große Steinplatte über dem Eingangstor ist das Baujahr eingemeißelt: 1875. Die fertige Anlage

wurde an den aus Emlichheim stammenden Müller Geert Hindrik Krage verpachtet; nach ihm ist für ein paar Jahre auch ein Pächter und Müller Brink bezeugt, der aus Veldhausen kam.

Im Jahre 1903 kaufte Müllermeister Gerd Hindrik Geertzen, der vorher Müller in Bimolten gewesen war, die Mühle. Um sie vom Wind unabhängig zu machen, fügte er 1908 an der Ostseite einen Anbau an, in dem er einen Benzinmotor unterbrachte. Später half sein Sohn Gerd, den Mühlenbetrieb aufrecht zu halten.

Gestern

Mühle 1920 + Mühlenstumpf (Zustand etwa 1970)

Georgsdorf, Windmühle mit Anbau (Motorenhaus

Als Ende der zwanziger Jahre auch die Höfe in Georgsdorf an das Stromnetz angeschlossen wurden und viele Bauern eine eigene Schrotmühle anschafften, ging der Betrieb auf der Windmühle zurück. 1956 starb Müller Gerd Geertzen, sein Sohn Helmut ließ die Mühle noch eine Weile wöchentlich einen halben Tag laufen, bis er sie 1963 endgültig schloß. Bald wurden die

Flügel und das hölzerne Stellwerk abmontiert, auch die Galerie rings um die Mühle verschwand; die Inneneinrichtung dagegen blieb erhalten.

Lange Jahre stand der unter Denkmalschutz gestellte konische Mühlenkör­per dem Einfluß von Wind und Wetter ausgesetzt, die einst rote Farbe der Backsteine verwandelte sich in Grau, viele Steine zerbröckelten.

Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms wurde 1983 die Restaurierung der Windmühle eingeleitet. Nachdem das schadhafte Mauerwerk ausgebes­sert und die Galerie angebracht, dann die mit Reet gedeckte Haube aufge­setzt und die gußeiserne Welle eingezogen war, wurde im Dezember 1985 auch das 2,5 Tonnen schwere Flügelkreuz montiert. Heute präsentiert sich die schmucke Windmühle in Georgsdorf wieder als Wahrzeichen des Ortes. Rund 350000 DM wurden in die Mühle investiert, bis sie am 1. September 1987 wieder ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Bald soll sie unter der Obhut von Hobby-Müllern in Betrieb gesetzt werden, Korn mahlen und Buchweizen zu Mehl verarbeiten, aus dem schmackhafte Pfannkuchen zubereitet werden, die Georgsdorf schon jetzt seinen Gästen als besondere Attraktion bietet.

Literatur:

W. Friedrich, Bald kreisen wieder die Windmühlenflügel; in: Der Grafschafter 1986, S. 1

H. Hensen, Die Windmühle in Bimolten; in: Der Grafschafter 1978, S. 45

A. Rakers, Alt-Georgsdorf - wie es sich selbst sieht; in: Bentheimer Heimatkalender 1940, S. 38-45

J. Smoor, Die Windmühle in Georgsdorf und ihre Müller; in: Jahrbuch Heimatverein Grafschaft Bentheim 1972, S. 149-151

Archivalien:

Fürstlich Bentheimsches Archiv Burgsteinfurt G 849; G 848

Staatsarchiv Osnabrück, Rep. 350 Neuhs Nr. 772; Rep. 350 Neuhs Nr. 717;Rep. 350 Neuhs Nr. 724

 

Heute

Torfwerk Gebr. Brill

Unter dem Motto „Familiär. Lebendig. Nachhaltig.“ feiern wir 100 Jahre Gebr. Brill Substrate.

Gestern

Heute

Die Familie Brill kam im 18. Jahrhundert aus dem hessischen Dorf Vacha über Westfalen und das Osnabrücker Land in die Grafschaft Bentheim. Dort wurde der noch heute bekannte Oberförster und Amtsvogt Carl Friedrich Brill (1794-1887) zum Stammvater der Torfgenerationen. Als Unternehmer waren mehrere Mitglieder der Familie Brill im Ziegeleiwesen sowie  im Textil- und Kurzwarenhandel erfolgreich. Nach dem Ersten Weltkrieg schlossen sich 1920 die Brüder Arnold (1881-1967) und August Brill (1878-1965) zusammen, um am 01. Juni die OHG „Georgsdorfer Torfwerk Gebr. Brill“ zu gründen. Ihr vereinter technischer und kaufmännischer Sachverstand führte das Unternehmen aus den kleinsten Anfängen zu seiner jetzigen Bedeutung. In den späten 1970er Jahren gelang es dem Unternehmen, als eines der ersten in Deutschland von der Torfstreu- und Brenntorfgewinnung auf die Produktion hochwertiger Substrate und Erden umzustellen. Heute führt  Gerrit Brill die „Gebr. Brill Substrate GmbH & Co. KG“ in 3. Generation und bietet am Standort in Georgsdorf 50 Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und deren Familien eine sichere Existenz.

…natürlich gute Erde!

„Es erfüllt mich mit Stolz, ein familiäres, lebendiges und nachhaltiges Unternehmen zu führen, dessen Leistungen und Erfolge zusammen mit den Menschen der Region – oftmals mit mehreren Mitgliedern einzelner Familien – und vielen nationalen und internationalen Geschäftspartnern erarbeitet wurden und werden“, so G. Brill.

Kultursicherheit und eine nachhaltige Produktstrategie

Alleine in der Gemüsepflanzenanzucht stellt Brill auf Torfbasis jährlich Substrate für rd. 2,5 Milliarden Jungpflanzen her und trägt damit zur Versorgung der Menschen mit einem gesunden und vielfältigen Obst- und Gemüsesortiment in Deutschland und in über 30 Ländern weltweit bei.

Seit Jahren arbeiten wir im Bereich der Kultursubstrate und Verkaufserden mit schnell nachwachsenden Rohstoffen in Ergänzung zu Torf. In unserem Jubiläumsjahr 2020 fokussieren wir uns noch deutlicher auf das Thema Nachhaltigkeit. Neben der Frage der Torfreduktion beschäftigen wir uns auch intensiv mit Themen wie Klimaneutralität, Altfolieneinsatz, regenerative Stromversorgung, Digitalisierung. Mit vielfältigen Maßnahmen stellen wir uns bewußt und aktiv auf die Veränderungen der Gesellschaft in Bezug auf Moor-, Natur- und Klimaschutz ein.

In diesem Jahr hat uns das Coronavirus fest im Griff und beeinflusst unser Leben in vielen Situationen. Aus diesem Grunde findet die offizielle, bereits konkret geplante Jubiläumsfeier, verbunden mit einem Tag der offenen Tür, leider nicht statt. Das ist sehr bedauerlich, aber aufgrund der Pandemie unabdingbar.

Seit 1974 gehört Georgsdorf zur Samtgemeinde Neuenhaus.

 
     
  Januar/Februar  
     
 

Bild der Säge- und Wassermühle Neuenhaus

Das Bild der Säge- und Wassermühle Neuenhaus befand sich im Besitz von Horst und Waltraut Paulsen. Es zeigt eine Ansicht der Sägemühle am Mühlenkolk in Neuenhaus, möglicherweise aus dem Jahr 1948. Das Bild wurde von Horst Paulsen gezeichnet und entsprechend signiert. Gezeichnet wurde es aus heutiger Sicht als Bleistiftzeichnung. Ob nach einer Vorlage gezeichnet wurde oder die Originalansicht skizziert und dann gemalt (gezeichnet) wurde, ist der Familie nicht bekannt.

Horst Paulsen hat vor seiner Heirat zum Ende der 40-ziger Jahre und bis ca. 1953/1954 sein Hobby der Malerei bei einem Kunstmaler Kreuzer (oder: Kreutzer) in Veldhausen verfeinert und dazu gelernt. Es gibt zwei weitere Bilder, die mit gleicher Technik erstellt wurden. Aus den Gesprächen mit meinem Vater und meiner Mutter zum Hobby der Malerei ist mir bekannt, das ein weiterer Schüler des Kunstmalers Kreuzer, Engelbert Greven, zur gleichen Zeit sein Hobby bei Kreuzer ausgeübt hat.

Der Kunstmaler Kreuzer hat zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt seinen Wohnsitz in den Raum Aachen verlegt.

Horst Paulsen hat in den 60-ziger Jahren in seiner Freizeit noch wenige verschiedene Landschaftsbilder sowohl in Aquarell und als Oelgemälde gemalt. Nach seiner Pensionierung hat Horst Paulsen Grußkarten, Urkunden und Spruchkarten für u.a. Hochzeitsbögen gemalt und den Text nach Schriften aus der Kalligraphie gestaltet.

Horst Paulsen wurde 1930 in Zoppot geboren, lernte ab 1948 das Schlosserhandhandwerk bei

der Preussag AG in Alte-Piccardie. Kurz nach der Gesellenprüfung wurde er in die Technische Abteilung versetzt und als Techn. Angestellter beschäftigt. Bis 1968 wohnten wir in Alte-Piccardie. Danach zogen wir nach Neuenhaus. Horst Paulsen verstarb 2014 mit 84 Jahren. Bilder aus seiner Zeit der Malerei und auch Fotos wurden im Familienkreis verschenkt oder weitergegeben.

Das Bild übergeben wir gerne den Heimatfreunden Neuenhaus. Es ist bei den Heimatfreunden gut aufgehoben. Der Betrachter kann das Bild auch nur genießen und sich an frühere Zeit erinnern.

Neuenhaus, im Jan. 2021

Uwe Paulsen

Die Heimatfreunde Neuenhaus bedanken sich ganz herzlich bei Uwe Paulsen für
diese einmalige Bleistiftzeichnung

 
     
     
   
     
     
  2020  
     
  November/Dezember 2020  
     
 

Plattdeutsche Autoren und ihre Themen - Vier Beispiele aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim

von Linda Wilken

Während Plattdeutsch als Alltagssprache im Emsland und in der Grafschaft Bent­heim zunehmend an Bedeutung verliert, hat Niederdeutsch als Kultursprache noch immer einen hohen Stellenwert. Neben den zahlreichen Theatergruppen und Kon­zertangeboten erfreut sich plattdeutsche Literatur großer Beliebtheit. Lesungen im Rahmen von Heimat- oder Kulturabenden locken viele Besucher an.

Karl Sauvagerd - der Brückenbauer

Im November 2019 machte sich eine Delegation aus der Grafschaft Bentheim auf den Weg nach Hamburg. Berent Vette und Klaus Vorrink hatten im Auftrag der Heimatfreunde Neuenhaus ein Buch über Leben und Werk des 1992 verstorbenen Heimatdichters Karl Sauvagerd herausgegeben. Die Anthologie mit dem Titel „De Tied blif Baas“ wurde nach Prüfung einer fachkundigen Jury von der Carl-Toepfer- Stiftung mit dem Preis „Plattdeutsches Buch des Jahres 2019“ ausgezeichnet. Ein­gebettet war die Preisverleihung in die 22. Buchmesse im Lichtwarksaal und der Niederdeutschen Bibliothek unweit des Hamburger Michels. „Der Preis ist eine öf­fentliche Anerkennung nicht nur für die Herausgeber und die Autoren, sondern vor allem eine Würdigung für das Lebenswerk Karl Sauvagerds und somit auch für die Dialektliteratur in Deutschland und in den Niederlanden“, urteilten Berend Vette und Klaus Vorrink. Die Juiy bewertete den umfangreichen Band mit violettem Einband als „herausragendes Beispiel für die Auseinandersetzung mit regionalen Autoren“.15

Karl Sauvagerd wurde 1906 in Gronau geboren. 1910 zog seine Familie in die Niedergrafschaft in die Bauernschaft Wilsum. Sauvagerd war im Hauptberuf Schnei­dermeister, veröffentlichte aber erstmals 1931 unter dem Pseudonym „Lyrikus“ im „Grafschafter Heimatkalender“.

Als „der dichtende Sniederbaas“ machte er sich mit seinen Gedichten bald ei­nen Namen. Seine Texte wurden häufig zu verschiedenen öffentlichen Anlässen gelesen und er selbst war als Rezitator ein gern gesehener Gast. In seinen Gedich­ten beschäftigt sich Sauvagerd neben lokalen Ereignissen auch mit Natur- und Landschaftsbetrachtungen. In der „Grafschafter Tagespost“ veröffentlichte er vier Romane und schrieb darüber hinaus zahlreiche Kurzgeschichten, die zum einen märchenhaften Charakter besitzen und zum anderen einen tiefen Einblick in das Leben der Bewohner der Grafschaft Bentheim bieten.16

Im Herbst 1956 gründeten die regen niederdeutschen Lyriker und Publizisten aus der Region Emsland/Grafschaft Bentheim den „Schrieverkring an Ems un Vech- te“. Zum harten Kern dieser Gruppe gehörten neben Karl Sauvagerd die Englän­der Maria Mönch-Tegeder, Hans Wessels, Bernhard Uphus und Josef Hugenberg, der Grafschafter Ludwig Sager sowie die aus der Grafschaft stammende, aber im Emsland lebende Christa Brinkers. Vorsitzender dieser Autorenvereinigung war der Grafschafter Sprachwissenschaftler und Lehrer Dr. Arnold Rakers. Der Schrieverkring pflegte enge Kontakte in die benachbarten niederländischen Regionen Twente, Drenthe und Salland (Overijssel). Sauvagerds Mutter Alberta wurde in der nieder­ländischen Provinz Friesland geboren, in der die Umgangssprache Nedersaksisch war, das niederländische Plattdeutsch. Daher fühlte Sauvagerd sich auch aufgrund seiner familiären Herkunft stark mit den Nachbarnjenseits der Grenze verbunden.17

Er unterstützte sowohl die deutsch-niederländischen Annäherungen nach dem Krieg als auch die niederdeutsche Szene, die Anfang der 1950er Jahre auf beiden Seiten der Grenze einen starken Aufschwung erfuhr. Grenzüberschreitende Ver­anstaltungen im Rahmen seines Engagements für den Verkehrs- und Veranstal­tungsverein Neuenhaus und den Heimatverein Grafschaft Bentheim führten immer wieder zu Begegnungen mit den Niederdeutsch sprechenden Nachbarn. Er wurde zu Lesungen auf niederländischer Seite eingeladen und auch Sauvagerds Gedichte wurden in der grenznahen Presse abgedruckt. Er steigerte seinen Bekanntheitsgrad durch Kontakte zu Akteuren im Heimatvereinswesen und vor allem zu nedersaksi- schen Autoren. Aus diesen Kontakten heraus entstand der „Nedersaksische Schrie- versbund“ der sich 1955 im niederländischen Markelo konstituierte. Diese Vereini­gung hatte das Ziel, niederdeutsche Literatur und die gemeinsame Muttersprache in der Grenzregion zu fördern und zu erhalten. Dazu seien die Erweiterung der Prä­senz des Niederdeutschen im Alltag und in den Medien sowie die Erarbeitung einer einheitlichen Rechtschreibung notwendig. Mit der Schaffung einer gemeinsamen Schriftsprache sollte ein neues, gemeinschaftsstiftendes Zusammengehörigkeitsge­fühl entstehen, und das nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

Anmerkungen Hans Taubken, Niederdeutsche Sprache und Literatur. In: Werner Franke, Josef Grave, Heiner Schupp, Gerd Steinwascher (Hrsg.), Der Landkreis Emsland. Geographie, Geschichte, Gegenwart. Eine Kreisbeschreibung. Meppen 2002, S. 328.

Hermann-Josef Döbber, 100. Todestag von Albert Trautmann. Ein Hümmlinger, dem viele Denk­mäler gesetzt wurden, erschienen am 12.09.2020 in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Anton Köhnen, Albert Trautmann, der Dichter des Hümmlings. In: Jahrbuch des Emsländischen Heimatvereins 7. Meppen 1960, S. 87 f.

Helmut Lensing. Apotheker, Dichter, Heimatfreund - Trautmanns Leben und Bedeutung. In: Albert Trautmann. Hümmlinger Skizzen. Erweiterte Ausgabe zum 100-jährigen Jubiläum der Erstveröffentlichung. Hrsg, vom Emsländischen Heimatbund. Sögel 2010. S. 356. Hermann Josef Döbber (wie Anm. 2).

www.heimatverein-werlte.de (aufgerufen am 30.09.2020).

Lensing (wie Anm. 4), S. 361.

Helmut Lensing. Art. Van der Linde, Carl. In: Emsländische Geschichte 19. Hrsg, von der Studi­engesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte. Haselünne 2012. S. 335 f.

Carl van der Linde, Grappen en Grillen. Nordhorn 1986.

Löö en Tieden. Carl van der Linde. Ausgewählte Texte und ein Lebensbild. Hrsg, im Auftrag der Carl-van-der-Linde-Schule Veldhausen von Helga Vorrink und Siegfried Kessemeier. Veldhausen 2008.

Siegfried Kessemeier. Carl van der Linde und sein plattdeutsches Werk. In: Löö en Tieden (wie Anm. 10). S. 11.

Ebd., S. 12f.

Grußwort von Hermann Bröring anlässlich des Maria Mönch-Tegeder-Abends am Freitag, den 09. Mai 2003, im Heimathaus Emsbüren.

Maria Robben. Maria Mönch-Tegeder - 70 Jahre. In: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbun­des 20. Meppen 1973, S. 86 ff.

https://www.heimatfreunde-neuenhaus.de/aktuelles.htm (aufgerufen am 15.09.2020).

Verena Kleymann, Karl Sauvagerd und sein plattdeutsches Werk. In: De Tied blif Baas. Karl Sauvagerd. Ausgewählte Texte und ein Lebensbild. Hrsg, im Auftrag der Heimatfreunde Neuen­haus e.V. von Berent Vette und Klaus Vorrink. Neuenhaus 2019. S. 15.

Helmut Lensing, „Die deutsche Sprache ist ihm lieb, aber die plattdeutsche ist ihm mehr“ - Karl Sauvagerd: Schneidermeister, Naturfreund, Lyriker und grenzüberschreitender Streiter für die plattdeutsche Sprache. In: De Tied blif Baas (wie Anm. 16), S. 281.

Ebd., S. 309 ff.

 
     
  August 2020  
 

GN 26.08.2020

Heinrich Kuiper  starb im Dezember 2019. Foto: Hamel

„Ein Philosoph des einfachen Lebens“

Buch mit Texten des 2019 verstorbenen Grasdorfer Heimatdichters Heinrich Kuiper erschienen

Von Sascha Vennemann

NEUENHAUS

„Niks blif, wu ’t is“ – „Nichts bleibt, wie es ist“: Es gibt wohl kaum einen besseren Titel für ein Buch, dass rund 80 Gedichte des plattdeutschen Heimatdichters Heinrich Kuiper aus Grasdorf in der Samtgemeinde Neuenhaus in sich vereint. Denn eigentlich sollte das Buch, das etwa ein Viertel seiner insgesamt 230 Texte versammelt, bereits am 27. Mai zum 83. Geburtstag Kuipers erscheinen und ihm übergeben werden. Der Termin musste nicht nur wegen der Corona-Krise ausfallen: Der Dichter war fünf Monate vorher, am 27. Dezember 2019, nach kurzer Krankheit überraschend verstorben (die GN berichteten). Am Dienstag, 25. August, versammelten sich im Alten Rathaus in Neuenhaus nun die Beteiligten an dem inzwischen abgeschlossenen Buchprojekt, um es der Öffentlichkeit vorzustellen sowie Heinrich Kuiper und sein Werk zu würdigen.

Als „Bauer, Dichter und Philosoph des einfachen Lebens“ beschreibt ihn Christa Pfeiffer vom Redaktionsteam, das in den vergangenen Jahren und Monaten an der Textsammlung gearbeitet und ein biografisches Zusatzkapitel verfasst hat. Zusammen mit Dr. Gerrit Jan Beuker, Dr. Friedel Helga Roolfs und Siegfried Wigger hat sie den Inhalt aufbereitet.

Heinrich Kuiper selbst hatte noch an der Auswahl der Texte mitgewirkt. „Es nun im fertigen Zustand zu sehen, hätte ihn sehr gefreut“, sagt Pfeifer in ihrem Redebeitrag, in dem sie Kuipers Leben nachzeichnet.

Der 1937 in Grasdorf geborene Heinrich Kuiper habe sein ganzes Leben in Grasdorf auf der Hofstelle seiner Eltern nahe der Vechte verbracht und war bis 1994 als Bauer tätig. Genügsam war er, berichtet Paul Mokry, Bürgermeister der Stadt Neuenhaus. Kuiper kam ohne Fernseher, Computer oder Auto aus, hörte aber Radio, las viel und fuhr überall mit dem Fahrrad hin. „Gut und Geld bildeten für ihn keinen Lebenssinn“, sagt Mokry. Bereits als Schüler entstanden erste Texte, mehr als 50 Jahre sollte er sich der Lyrik widmen, in der sich mit den Menschen, der Natur und der Umwelt seiner Grafschafter Heimat dichterisch auseinandersetzte.

Als eine Art „lebendes Lexikon, der fast jeden kannte“ beschreibt Dr. Gerrit Jan Beuker den Dichter, der in fast prophetischer Voraussicht immer wieder

formelhaft die Befürchtung äußerte, das Buch werde wohl erst nach seinem Tod erscheinen und sich damit in eine Reihe mit posthumen Veröffentlichungen von seinen Kollegen und Vorbildern, den Heimatdichtern Karl Sauvagerd und Carl van der Linde, stellen.

Dr. Friedel Helga Roolfs von der Kommission für Mundartforschung ordnet die Texte des Grasdorfer Dichters als von den Idealen der „Natur und Einfachheit, Mitmenschlichkeit und Menschenfreundlichkeit“ ein. Es sei eine Herausforderung gewesen, die handschriftlich verfassten Gedichte in eine – auch für des Plattdeutschen nicht mächtige Leser – nachvollziehbare Form zu bringen. Leichte Anpassungen bei der Zeichensetzung und der Schreibweise einiger Wörter, seien mit Einverständnis Kuipers vorgenommen worden. Landrat Uwe Fietzek überreicht im Anschluss an die Reden in seiner Funktion als Erster Vorsitzender des Heimatvereins Grafschaft Bentheim die ersten druckfrischen Ausgaben des im Verlag des Vereins erschienenen Buchs an die Mitwirkenden. Er sieht eine gedankliche Verbindung von Kuipers Einstellungen zur Genügsamkeit und dem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, die solche Gedanken wieder aufgreifen. Kuiper sei daher in seiner Weltsicht vielleicht moderner als er sich selbst empfunden haben mag.

Die Grafschafter Sparkassenstiftung hat das Buchprojekt mit einer Spende von 5000 Euro unterstützt und damit rund ein Drittel der gesamten Produktionskosten übernommen. Lars Klukkert vom Stiftungsrat berichtet, dass es kaum außer Frage stand, Kuipers Werke und sein Wirken in geordneter Form für die Nachwelt zu erhalten. Der Dichter fungiere zudem als Botschafter der plattdeutschen Sprache.

Auch Bernhard Jansen, Geschäftsführer Heimatverein Grafschaft Bentheim sowie Georg Hagmann, Erster Vorsitzender Heimatfreunde Neuenhaus, erinnern sich gern an Kuiper, der bei den Treffen der Heimatfreunde fast immer dabei war und seine Gedichte und Geschichten vorlas. „Er war ein besonderer Mann“, sagt Hagmann. „Solche Menschen brauchen wir in der Gesellschaft, die uns dazu bringen, über einige Dinge noch einmal anders nachzudenken.“

Das Buch „Niks blif, wu ’t is“

ist als Hardcover im Verlag Heimatverein der Grafschaft Bentheim erschienen (ISBN 978-3-9818211-9-2). Es ist ab sofort zum Preis von 19,90 Euro im Buchhandel und in der Geschäftsstelle des Heimatvereins, NINO-Allee 2 in Nordhorn, erhältlich.

Freuen sich über das Buch mit Heinrich Kuipers Gedichten:  (von hinten links nach vorne rechts): Georg Hagmann (1. Vorsitzender Heimatfreunde Neuenhaus), Siegfried Wigger (Fotograf), Uwe Fietzek (1. Vorsitzender Heimatverein Grafschaft Bentheim), Lars Klukkert (Stiftungsrat Sparkassenstiftung), Bernhard Jansen (Geschäftsführer Heimatverein Grafschaft Bentheim), Paul Mokry (Bürgermeister Stadt Neuenhaus), Dr. Friedel Helga Roolfs, Christa Pfeifer und Gerrit Jan Beuker (Redaktion).

Foto: Vennemann

 
     
 

Juli 2020

Kunstverein an der Hauptstraße In einem mitten in der Stadt Neuenhaus gelegenen Gebäude aus dem Jahre 1750 verfügt der 1993 gegründete Kunstverein über eine Ausstellungsfläche von 600 qm mit eigenem Skulpturengarten. 

In seiner Angebotsstruktur spiegelt er die Vielfalt heutiger künstlerischer Positionen. Die Auswahl der Künstler erfolgt international und ohne Altersbeschränkung. Grenzüberschreitungen der klassischen Disziplinen sind für die Programmgestalt ebenso interessant wie Positionen, die durch ihr künstlerisches Werk für die und über die aktuelle Kunst hinaus Bedeutung erlangt haben. Einzig die ortsbezogene Herausforderung an den Künstler sowie der Experimentiercharakter des jungen oder gereiften Werkes zählen. Im jährlichen "Atelier auf Zeit" verwaldet sich der Kunstverein für einige Wochen in einen Experimentierraum für Künstler und die Reihe "Parallel" bietet regional ansässigen Künstlern ein weiteres Forum.

Das Vermittlungsprogramm beinhaltet u.a. Ausstellungsführungen, Vorträge, Künstlergespräche und die Arbeit mit Schulklassen und Kindern.

Vermittlungsangebote wie Ausstellungsführungen, Vorträge, Künstlergespräche, Jahresgaben usw. bilden das Beiprogramm zu allen Ausstellungen. 

Der Kunstverein publiziert Ausstellungskataloge und Künstlerbücher. Er ist Mitglied im AdKV (Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine). Die Tradition der Kunstvereine reicht zurück bis ins frühe 19. Jahrhundert, ihre Modernität verdanken sie ihrer gleichermaßen flexiblen wie aktuellen Ausstellungspolitik. Seither zeigen und vermitteln an die 200 deutsche Kunstvereine aktuelle Kunst. In diesem Sinne versteht sich der Kunstverein Grafschaft Bentheim auch als risikobereiter Mitgestalter einer überregionalen Kultur- und Kunstlandschaft. 

 
     
     
  Mai 2020  
 

GN Online 02.05.2020, 13:27 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Heimatfreunde Neuenhaus übergeben
Bücher an Grafschafter Altenheime

Klaus Vorrink und Berend Vette von den Heimatfreunden in Neuenhaus übergaben jeweils zwei Exemplare des vor einem halben Jahr erschienenen Buches „De Tied blif Baas“ über den Grafschafter Heimatdichter Karl Sauvagerd an Alten- und Pflegeeinrichtungen.

vor dem Hansa-Wohnstift am Vechtesee präsentieren Jürgen Timmermann (Vorstand Grafschafter Volksbank, links) und Sven Brüggemann (Heimleiter) die Bücher. Die Stiftung der Grafschafter Volksbank hatte den Druck durch einen Zuschuss ermöglicht. Foto: Plawer

Von Günter Plawer Nordhorn

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Grafschafter Alten- und Pflegeheime können sich über neuen Lesestoff freuen. „Alle Alten- und Pflegeheime können ja wegen der Corona-Pandemie nicht besucht werden und da kann für die Frauen und Männer in den Einrichtungen die Zeit sehr lang werden“, erklären Klaus Vorrink und Berend Vette. „Deshalb wollten wir mit den Büchern ein bisschen helfen, gut über diese Zeit hinweg zu kommen.“ Stellvertretend für die Pflegeeinrichtungen überreichten Vorrink und Vette zwei Exemplare an den Leiter des Nordhorner „Hansa Wohnstift am Vechtesee“ Sven Brüggemann.

Er bestätigt den Eindruck der beiden und erklärt: „Wir machen uns natürlich auch viele Gedanken, wie wir unseren Bewohnern diese Zeit so gut wie möglich gestalten.“ Allerdings seien da auch immer wieder die Versorgemaßnahmen zu beachten, sodass unter anderem die hauseigene Bibliothek nicht geöffnet sein kann. „Wir haben deshalb unser Leseangebot auf das Haus verteilt, damit nicht zu viele sich zu nahekommen.“ Besonders freut sich Brüggemann darüber, dass mit dem Buch über den Heimatdichter Sauvagerd ein kleines Stück Heimat ins Haus kommt. „Es ist vor allem die vertraute plattdeutsche Sprache der Gedichte und Geschichten, die guttut“, meint der Heimleiter.

Davon ist auch Jürgen Timmermann von der Grafschafter Volksbank überzeugt. „Wir alle sind durch die Beschränkungen durch den Corona-Virus herausgefordert, aber die Alten und Pflegebedürftigen trifft es durch das Besuchsverbot besonders hart.“ Die Stiftung der Grafschafter Volksbank hatte den Druck des mit dem Preis „Plattdeutsches Buch des Jahres 2019“ ausgezeichneten Buches durch einen Zuschuss möglich gemacht. „Wenn wir jetzt einige Exemplare des Buches an diese Einrichtungen verschenken und wir damit ein wenig helfen können, freut uns das besonders.“

In den nächsten Tagen werden die beiden Herausgeber Klaus Vorrink und Berend Vette die insgesamt 140 Bücher an die anderen Alten- und Pflegeeinrichtungen und an die Krankenhäuser in der Grafschaft verteilen. „Wir werden dabei natürlich sehr auf die Hygienevorschriften achten“, versichern die beiden.

 
     
 

April 2020

Tief betroffen müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Dini Jürriens am 19.04.2020 verstorben ist.

In großer Dankbarkeit erinnern wir uns ihrer unermüdlichen und ruhigen Arbeitsweise in verantwortlichen Bereichen unseres Heimatvereins.
Über einen Zeitraum von anderthalb Jahrzehnten nahm sie Vorstandsarbeit wahr, wobei sie den Verein über neun Jahre als Vorsitzende mit großem Engagement leitete. Und auch danach nahm sie regen Anteil an der Entwicklung des Vereins.
Wir müssen jetzt Abschied nehmen und tun dies in dem Wissen, dass wir ihr sehr viel zu verdanken haben.
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.
Wir werden Dini Jürriens ein ehrendes Andenken bewahren.

Für die Heimatfreunde Neuenhaus e. V.
Der Vorstand

 
     
     
 

Diese Info möchten wir an unsere Mitglieder weitergeben

Unsere GN (Danke für den Bericht)

Wie Corona in die Grafschaft kam

 Die Chronik einer Krise: Protokoll der GN-Berichterstattung
Von Steffen Burkert

Januar

7. Auf Seite 12   berichten die Grafschafter Nachrichten am 7. Januar 2020 in einer kleinen Meldung über eine „mysteriöse Krankheit in China“. Nur 66 Tage später wird die Schlagzeile auf der GN-Titelseite lauten: „Corona lähmt die Grafschaft“.

10. GN-Leser müssen bis Seite 18   blättern, um in einem Bericht erstmals über das neuartige Coronavirus zu lesen, das sich im fernen China ausbreitet. „Mysteriöse Lungenkrankheit enträtselt“, lautet an jenem 10. Januar die Schlagzeile auf der GN-Seite „Gut zu wissen“. Der Artikel beginnt mit den Sätzen: „Die Ausbreitung einer zuvor unbekannten Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan geht wahrscheinlich auf ein neuartiges Coronavirus zurück. Chinesische Experten hätten die Gensequenz des Erregers entziffert, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestern in Peking mit. Demnach stecken sich Menschen nicht allzu leicht gegenseitig mit dem Erreger an.“

13. Nur drei Tage später lautet die Schlagzeile bereits: „Erster Toter durch Lungenkrankheit“. Auch diese Meldung aus China schafft es in den GN nur auf Seite 18.

17. Das Virus breitet sich schneller aus als erwartet. Nun gibt es bereits Verdachtsfälle in Japan, Thailand, Hongkong, Singapur und Südkorea.

21. Die GN berichten über einen starken Anstieg bei der Zahl der Erkrankten. Und: „Experten befürchten, dass der vermutlich von einem Tier übergesprungene Erreger anders als anfangs angenommen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.“ All das steht auf Seite 26. Das Top-Thema auf der GN-Titelseite lautet an diesem Tag: „Millionen haben Zweit- oder Drittjob: Zahl der Mehrfachbeschäftigten steigt deutlich an“.

22. Nur einen Tag später taucht im Zusammenhang mit dem Coronavirus erstmals der Begriff „Pandemie“ auf – und die GN widmen dem Thema die halbe Seite 4. „Wie groß ist die Gefahr für Deutschland?“, lautet eine zentrale Frage. „Nach dem Anstieg der Patientenzahl in China halten Experten vereinzelte Einschleppungen der Krankheit nach Europa für immer wahrscheinlicher“, vermelden Nachrichtenagenturen. Das Gesundheitsrisiko werde vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin jedoch weiterhin als „sehr gering“ eingestuft. Zwar könne es einzelne Fälle von Importen geben, fortgesetzte Infektionsketten – also anschließende Übertragungen von Mensch zu Mensch – seien nach derzeitigem Stand aber unwahrscheinlich.

23. Die „Zahl der Corona- Toten steigt abrupt“, melden die GN nun schon groß auf Seite 2. Nach Einschätzung der Bundesregierung bedeutet die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit jedoch nur ein „sehr geringes“ Gesundheitsrisiko für die Menschen in Deutschland. Es gebe keinen Grund, jetzt in Alarmismus zu verfallen, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). 24.

Die Berichterstattung über das Coronavirus nimmt spürbar zu. Tauchte der Begriff bislang ein-, höchstens zweimal pro Zeitungsausgabe auf, befassen sich an diesem Tag bereits fünf Artikel mit diesem Thema. Darunter erstmals auch eine – allerdings noch recht kleine – Meldung auf der Titelseite.

25. Allmählich wird das tatsächliche Ausmaß erkennbar. Auf der GN-Titelseite heißt es heute: „41 Millionen Chinesen unter Quarantäne“. Im Innern beginnt ein ausführlicher Bericht mit den Worten: „Millionenstädte abgeschottet, das Militär im Einsatz, keine Pauschalreisen mehr ins Inund Ausland: China reagiert mit immer neuen Maßnahmen auf die grassierende Lungenkrankheit.“ Und trotz dieser ohnehin schon dramatischen Berichte werden sogar Zweifel laut, ob die offiziellen Angaben überhaupt das wahre Ausmaß der Infektionswelle im Land wiedergeben.

29. Das Virus kommt näher. Erstmals befasst sich auch unsere Lokalredaktion mit dem Thema. „Man ist so gut vorbereitet, wie man vorbereitet sein kann“, sagt Jürgen Hartmann, Sprecher des Landkreises Grafschaft Bentheim, den GN. Im Verdachtsfall würden die gleichen Vorkehrungen getroffen, die auch bei anderen Infektionskrankheiten gelten: Das Grafschafter Gesundheitsamt leite eine Reihe Schutzmaßnahmen ein, angefangen bei der Isolierung des Patienten in der Euregio-Klinik in Nordhorn bis zur Diagnostik. Derzeit würden laut Hartmann jedoch keine gesonderten Maßnahmen wegen des Virus getroffen.

Wirklich ernst nimmt diese Bedrohung in Deutschland weiterhin kaum jemand. Auf der GN-Titelseite wird Gesundheitsminister Spahn mit den Worten zitiert: „Kein Grund zur Sorge.“ Und in einem Kommentar heißt es: „Nach Lage der Dinge deutet nichts darauf hin, dass das Coronavirus bei uns auch nur annähernd so gefährlich werden könnte, wie es die Grippe längst ist.“

30. In einem GN-Interview erklären Ärzte der Euregio-Klinik in Nordhorn das Vorgehen im Ernstfall. Ein Virologe warnt vor Panikmache. Er habe mehr Angst vor der jährlichen Influenza als vor dem Corona-Virus.

27. Der Gesundheitsminister spricht erstmals eine deutliche Warnung aus: Jens Spahn erwartet eine viel stärkere Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. „Wir befinden uns am Beginn einer Corona- Epidemie in Deutschland“, zitieren ihn die GN auf ihrer Titelseite. „Die Infektionsketten sind teilweise – und das ist eine neue Qualität – nicht nachzuvollziehen.“ Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten weiter aufgehe.

28. Nein, das Coronavirus sei ausdrücklich nicht in der Grafschaft Bentheim angekommen, betont Amtsarzt Dr. Gerhard Vogelsang im Ausschuss für Soziales und Gesundheit. Bislang wurden im Kreis keine Fälle nachgewiesen. Aber: „Ich gehe davon aus, dass wir welche bekommen werden“, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes mit Blick auf die kommenden Monate. Zwei Reisende aus der Grafschaft Bentheim befinden sich zu diesem Zeitpunkt in häuslicher Quarantäne. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie der Arzt betont. Denn die beiden waren Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“.

Die Grafschafter sorgen derweil vor: Masken und Desinfektionsmittel in Apo- theken und Drogerien werden knapp.

März

2. Unweit der Grafschaft ist am Sonntag, 1. März, im niederländischen Coevorden der erste Corona-Erkrankte gemeldet worden. Der Mann soll sich beim Karneval in Tilburg infiziert haben. Er lebt in der Ortschaft Dalen, nur wenige Kilometer von der Grenze bei Emlichheim entfernt – und arbeitet im grenzüberschreitenden Europark, wo er auch mit Kollegen aus der Grafschaft in Kontakt gekommen ist. „Corona-Virus plötzlich ganz nah“, schreiben die Grafschafter Nachrichten.

5. „Coronavirus erreicht die Grafschaft“, titeln nun die GN. Ein 27-jähriger Mann aus Schüttorf steht zuhause unter Quarantäne. Dasselbe gilt vorsorglich für alle Angehörigen, die mit ihm im selben Haushalt leben. „Nach bisherigen Erkenntnissen hatte er sich durch Kontakt zum Infizierten in Coevorden mit dem Virus infiziert“, teilt die Kreisverwaltung mit. Der Niederländer, dessen Infektion am 1. März bekannt geworden war, ist ein Arbeitskollege des Schüttorfers.

7. „Die Bevölkerung muss sich wirklich nicht verrückt machen!“, sagt Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), im Interview mit unserer Redaktion. Das Coronavirus sei „viel zu harmlos“, um das Gesundheitssystem auf eine ernste Probe zu stellen. Er wendet sich deswegen auch energisch gegen Schulschließungen oder das Absagen von Großveranstaltungen.

Ein Bürgertelefon des Landkreises zum Thema Coronavirus wird bereits rege in Anspruch genommen. Bis Freitagnachmittag, 6. März, haben sich mehr als 80 Grafschafter mit Fragen an die Hotline gewandt.

10. Während die Zahlen der Corona-Infizierten weltweit weiter stei-

11. 12. Auch im Emsland und in der Grafschaft kursieren Fotos von Hamsterkäufen und leeren Nudelregalen in Supermärkten. Immer wieder kommt die Frage auf, ob die Versorgung mit Lebensmitteln im Fall einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus überhaupt sichergestellt sei. Aus Sicht des Grafschafter CDUBundestagsabgeordneten Albert Stegemann aus Ringe ist diese Sorge jedoch unbegründet. Der Landwirt und CDU/ CSU-Fraktionssprecher für Ernährung und Landwirtschaft verweist auf regionale Produkte und die Stärke der

13. „Veranstaltungen bis Ende April abgesagt“, melden die GN. Immer stärker wirkt sich die Verbreitung des Erregers auf das öffentliche Leben in der Grafschaft aus. Landkreis und Kommunen sagen alle eigenen Veranstaltungen bis Ende April ab. Ob ab Montag auch die Schulen in Niedersachsen geschlossen bleiben, darüber herrscht Rätselraten.

„Die Euregio-Klinik ist auf die Aufnahme ernsthafter Corona-Fälle vorbereitet“, erklärte Klinik- Geschäftsführer Michael Kamp auf Nachfrage der GN. Am Donnerstagvormittag waren zwei weitere Fälle in der Grafschaft – in Neuenhaus sowie in Wietmarschen – bestätigt worden.

14. „Corona lähmt die Grafschaft“, lautet die Schlagzeile auf der GN-Titelseite – 66 Tage, nachdem der erste Bericht über die „mysteriöse Krankheit in China“ erschienen war. In der Grafschaft Bentheim gibt es inzwischen einen vierten Coronafall. Ein 50-jähriger Neuenhauser hat sich offenbar während eines Aufenthalts in Österreich infiziert. Wegen der Coronakrise sind ab sofort in der Grafschaft – wie in ganz Niedersachsen – Schulen, Kitas und viele weitere Einrichtungen geschlossen. Kommunen bemühen sich um eine Notfallbetreuung für die Kinder. Sämtliche öffentlichen Veranstaltungen sind abgesagt, die Euregio-Klinik schränkt die Besuchserlaubnis ein.

17. Inzwischen dreht sich in der Tageszeitung (nahezu) alles um die Coronakrise. Das Leben in Deutschland beschränkt sich fast völlig auf die eigenen vier Wände. Bund und Länder schränken mit drastischen Maßnahmen das öffentliche Leben weiter ein, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, erfahren GN-Leser schon auf der Titelseite. Viele Geschäfte werden geschlossen, Gottesdienste und Freizeitaktivitäten verboten. Der Landkreis Grafschaft Bentheim setzt diese Ankündigung mit einer weitreichenden Allgemeinverfügung um.

Zugleich stellt das zunehmende Infektionsrisiko auch die GN-Redaktion vor bislang unbekannte Herausforderungen. Immer mehr Reporter arbeiten von zuhause aus, sollen sich von ihren Kollegen fernhalten, damit eine mögliche Quarantäne nicht die gesamte Redaktion auf einen Schlag außer Gefecht setzen kann. „Die GN wollen in diesen ungewissen Zeiten ein verlässlicher Partner bleiben, der Information und Orientierung bietet“, verspricht die Chefredaktion. Wie stark das Bedürfnis nach Information und Orientierung ist, zeigt sich täglich an den enormen Zugriffszahlen auf GN-Online und den weiteren digitalen Kanälen der Grafschafter Nachrichten, die sich zuletzt verdreifacht haben.

18. Die Gesamtzahl der Infektionen in der Grafschaft beläuft sich nun auf zehn und hat sich somit auf einen Schlag verdoppelt. Nicht mitgezählt sind in dieser Statistik sieben auswärtige Patienten in der Fachklinik Bad Bentheim, die ebenfalls infiziert sind. Das wurde erst nach GN-Recherchen bekannt. „Fachklinik in Bad Bentheim unter Druck“, lautet an diesem Tag eine Schlagzeile. Weil kaum noch Geschäfte geöffnet sind, gleiche auch Nordhorn inzwischen einer „Geisterstadt“, berichtet ein GN-Reporter.

19. Der Landkreis schließt die Fachklinik in Bad Bentheim. Landrat Uwe Fietzek bezeichnet die Situation in dem Krankenhaus, in dem es mittlerweile zwölf Corona-Fälle gibt, in einem Gespräch mit den GN als „nicht mehr verantwortbar“. In der Grafschaft Bentheim gibt es nun 15 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Auswärtige Patienten in der Fachklinik sind in dieser Statistik nicht mitgezählt. Insgesamt befinden sich laut Landkreis 100 Grafschafter in häuslicher Quarantäne. Der Schüttorfer, der als erster Grafschafter positiv auf das Virus getestet worden war, wurde unterdessen bereits wieder aus der Quarantäne entlassen.

20. „Grafschafter Landrat Fietzek: Bedrohung steigt von Tag zu Tag“, titeln die Grafschafter Nachrichten. Fietzek hatte sich während einer Kreistagssitzung direkt an die Grafschafter Bevölkerung gewandt. „Wir befinden uns in einer Situation, die bedrohlich ist und deren Bedrohung von Tag zu Tag steigt“, sagte der Verwaltungschef in einer live auf GN-Online übertragenen Rede. Das Coronavirus breite sich nach wie vor mit hohem Tempo aus – auch in der Grafschaft. Am Mittag seien im Landkreis 19 positiv Getestete zu verzeichnen gewesen.

Er habe angeordnet, dass auch der Katastrophenschutzstab in der Grafschaft langsam hochgefahren werde. „Ich habe den Katastrophenfall noch nicht ausgerufen“, betonte der Landrat: „Aber, das will ich offen sagen: Dieser Schritt wird bald eintreten.“ Fietzek kündigte an: „Wir alle ahnen und wissen: Es werden weitere Einschränkungen kommen.“ Und er stellte klar: „Wer jetzt noch ohne triftigen Grund unter Menschen geht, schadet allen.“

21. „Ab heute nur noch Grundversorgung“, kündigen die GN an. Das Land Niedersachsen hat eine neue Regelung zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassen, die der Landkreis Grafschaft Bentheim mit einer neuen Allgemeinverfügung umsetzt: „Neben Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden ab heute – 21. März – vorerst bis einschließlich 18. April auch alle Restaurants, Speisegaststätten, Imbisse und Mensen geschlossen.“

 

Auf GN-Online wird dieses Protokoll – ergänzt um Videos – fortgeschrieben. Einfach Online-ID @3667 im Suchfeld eingeben.

Nahaufnahme: Coronavirus unter dem Mikroskop.

 
     
     
 

Der Grafschafter Januar/Februar 2020

Ein echter „Grafschafter Jung“

Der Heimatdichter Heinrich Kuiper ist im Alter von 82 Jahren verstorben

Von Andre Berends

Schon als Kind begeisterte er sich für die plattdeutschen Gedichte von Karl Sauvagerd aus Neuenhaus. Bald begann er selbst, seine Gedanken in Verse zu fassen. Und Heinrich Kuiper aus Grasdorf machte sich viele Gedanken. Über seine Heimat. Die Menschen, die hier leben. Die Natur. Dabei fand er stets auch kritische Worte, die zum Nachdenken anregen. Maßlosigkeit und Beliebigkeit waren ihm ein Gräuel. Heinrich Kuiper lebte in Bescheidenheit. Die Hofstelle ganz in der Nähe des Vechtewehrs in Grasdorf, wo er am 27. Mai 1937 geboren wurde, blieb bis zuletzt sein Zuhause. Am 27. Dezember 2019 starb Heinrich Kuiper nach kurzer Krankheit in der Euregio- Klinik in Nordhorn.

Heinrich Kuiper veröffentlichte seine Texte mehr als 50 Jahre lang im Bentheimer Jahrbuch und im „Grafschafter“. Bis zuletzt trug er seine Werke auch gern selbst vor – mit kräftiger, ausdrucksvoller Stimme und einem besonderen

Pathos. Die Mittwochstreffen der Heimatfreunde Neuenhaus waren in seinem Terminkalender fest notiert. Der Heimatverein Grafschaft Bentheim plant, in diesem Frühjahr ein umfangreiches Buch herauszugeben, das eine Auswahl seiner Texte enthält und in dem Heinrich Kuiper als „Bauer, Dichter und Philosoph des einfachen Lebens“ treffend beschrieben wird. Heinrich Kuiper wusste von der anstehenden Veröffentlichung – und freute sich darauf sehr.

 

 
     
 
2019
 
     
 

Liebe Mitglieder,

 

am 27.12.2019 ist unser Mitglied Heinrich Kuiper gestorben. In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Wir würden uns sehr freuen wenn viele Mitglieder Heinrich auf seinem letzten Weg begleiten.

Georg Hagmann

GN Zeitungsanzeige am 30.12.2019

 

Bestürzt und dankbar nehmen wir Abschied von
Heinrich Kuiper * 27.05.1937 + 27.12.2019 1968
veröffentlichte er erste plattdeutsche Texte.
Seit 1972 finden sie sich in jedem Jahrbuch des
Heimatvereins der Grafschaft Bentheim, dessen
Mitglied er war. In vielen Gruppen und Kreisen
hat er aus seinem Werk vorgetragen. Bis Anfang
Dezember ließ er als Mitglied der Heimatfreunde
Neuenhaus beim Mittwochstreff teilhaben an
seinem umfangreichen Wissen und Werk aus dem
er auswendig vortrug. Er verfügte über ein schier
unerschöpfliches Gedächtnis. Am 27.05.2020 soll
in Neuenhaus ein mit ihm abgestimmtes Buch mit
einem Teil seines dichterischen Werks erscheinen.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Die Beerdigung findet am 31.12.2019 um 10.30 Uhr
von der Kapelle auf dem neuen Friedhof in
Veldhausen aus statt.

Heimatverein
Grafschaft Bentheim
Uwe Fietzek (Vors.)

Heimatfreunde Neuenhaus
Georg Hagmann (Vors.)

 
     
 
GN 19.11.2019
 
 

Große Ehre für Buch aus Neuenhaus

Sauvagerd-Werk gewürdigt

HAMBURG

Eine zehnköpfige Delegation um die beiden Neuenhauser Heimatfreunde Berend Vette und Klaus Vorrink hat Anfang November in Hamburg den Preis für das „Plattdeutsche Buch des Jahres“ angenommen. „Uns ist eine sehr große Wertschätzung entgegengebracht worden“, sagte Klaus Vorrink. Ausgezeichnet wurde das Buch „De Tied blif Baas“, das Leben und Wirken des 1992 im Alter von 85 Jahren verstorbenen Neuenhauser Heimatdichters Karl Sauvagerd darstellt. Der Preis, der von der Carl-Toepfer-Stiftung verliehen wird, ist mit 2000 Euro dotiert. Die Verleihung war eingebettet in die 22. Plattdeutsche Buchmesse in Hamburg.

„Der Preis ist eine öffentliche Anerkennung nicht nur für die Herausgeber und die Autoren, sondern vor allem eine Würdigung für das Lebenswerk Karl Sauvagerds und somit auch für die Dialektliteratur in Deutschland und in den Niederlanden“, erläuterten Berend Vette und Klaus Vorrink bei der Feierstunde in der Niederdeutschen Bibliothek der Carl-Toepfer-Stiftung. Die aus fünf Mitgliedern bestehende Jury hatte das Werk für ein „herausragendes Beispiel für die Auseinandersetzung mit regionalen Autoren“ gehalten. Das Buch sei „reichhaltig ausgestattet und liebevoll gestaltet“, hieß es. „Die Herausgeber Berend Vette und Klaus Vorrink haben einen Querschnitt des literarischen Schaffens des Autors aus der Grafschaft Bentheim mit Beiträgen kenntnisreicher Fachleute zu einem herausragenden Lesebuch kombiniert“, befanden der Stiftungsvorsitzende Bernd Toepfer sowie Heiko Block, Präsident des Instituts für Niederdeutsche Sprache.

Das Buch kostet 25 Euro. Es ist erhältlich in Emlichheim bei Hannes Laden und bei Borghorst-Unverfehrt, in Neuenhaus bei „by Heike“, in Uelsen bei Mine, in Nordhorn bei „Aus Liebe zum Buch“ (nicht bei Thalia), in Schüttorf bei Moldwurf und in Bad Bentheim in der „Buchhandlung am Schloßpark“. Außerdem ist es bei Amazon zu bestellen. Geplant ist ferner ein Buchverkauf auf den Weihnachtsmärkten in der Innenstadt von Nordhorn und im Tierpark Nordhorn.

 
     
 

„Plattdeutsches Buch des Jahres“
Ablauf der Preisverleihung am Sonnabend 2. November 2019
um 11.00 in der Niederdeutschen Bibliothek in Hamburg

Die Carl-Toepfer-Stiftung ist eine Stiftung, die gemeinnützige und mildtätige Ziele verfolgt. Soweit das Formale. In Hamburg bekannt ist sie durch die Renovierung, Wiederherstellung, Restaurierung der Gegend um die Neanderstraße und Peterstraße mit dem neuen Namen "KomponistenQuartier". Ein gelungene historische Wiederherstellung eines alten Hamburger Quartiers. Dies unter dem Begriff der Denkmal- und Heimatpflege. Zusätzlich beschäftigt sich die Stiftung mit Jugendförderung und sozialem Wirken, Förderung von Kunst, Wissenschaft und Kultur in Hamburg und seinem Umland. Und letztendlich um die Förderung der niederdeutschen Sprache und Literatur.

Begrüßung Bernd Toepfer,
Vorsitzender des Vorstandes der Carl-Toepfer-Stiftung

 

Laudatio auf die Preisträgerin/den Preisträger des Preises „Plattdeutsches Buch des Jahres“
des Instituts für niederdeutsche Sprache, Bremen, und der Carl-Toepfer-Stiftung, Hamburg
durch Heiko Block, Bremen

De Tied blif Baas – Karl Sauvagerd – Ausgewählte Texte und ein Lebensbild Plattdeutsches Buch des Jahres 2019 Laudatio zur Preisverleihung am 02.11.2019 Heiko Block, INS Bremen

Karl Sauvergerd, geboren 1906 in Gronau – Quelle: Lexikon niederdeutscher Autoren, Leer, Schuster Verlag 1976, herausgegeben vom Institut für niederdeutsche Sprache. So lautete der Eintrag auf einer Karteikarte, die ich irgendwann Ende der siebziger Jahre anlegte. Ein Stück spärlich beschriebener Karton, eingereiht in eine sich langsam aufbauende Sammlung von Namen niedersächsischer Autorinnen und Autoren, ein Projekt der Niederdeutschen Abteilung des Seminars für Deutsche Philologie der Uni Göttingen.

Ein Resultat meiner Sammlung von Namen war später meine Magisterarbeit zur Regionalliteratur in Niedersachen – Karl Sauvagerd blieb darin eine Fußnote, neben Karl von der Linde genannt als ein Autor, der in der Grafschaft Bentheim lebte, arbeitete und sich literarisch betätigte. Er blieb für mich ein weitgehend unbeschriebenes Blatt – eine fast leere Karteikarte.

Vor dem Hintergrund dieser spärlichen Kenntnisse können Sie sicherlich meine Verwunderung, mein Erstaunen nachvollziehen, als ich nun das heute zu lobende Buch in die Hand bekam. Die ebenso mutige wie signifikante Aufmachung – die Farbe Lila der Latzhosen der Frauenbewegung der siebziger Jahre als Grundierung für das Portrait eines älteren, sehr zufrieden wirkenden Mannes. Arrangiert vor dem Hintergrund einer Handschrift, wohl seiner Handschrift. Dann das schiere Gewicht der 418 Seiten im festen Einband, aus der ein lilafarbenes Lesebändchen herauslugt. Dieser Titel – „De Tiet blif Baas“. Und dann seine Texte, die mehr als die Hälfte des Buches ausmachen. Zu entdecken ist ein sprachlich versierter Autor, seine Themen sind breit gestreut, seine Texte empfindsam bis nahezu polemisch. Und immer am eigenen Erleben oder am Erleben der Menschen in seiner Umgebung orientiert. Verankert in seiner Umgebung, seiner Heimat im besten Sinne, selten volkstümelnd, selten idealisierend.

„De Tiet blif Baas“ - wiewohl der Dialektgeographie durchaus mächtig, staunte und staune ich über diesen Titel. - „Baas bliewen“, dat kennt een. Vörweg ween, babenup ween, dat Leit hebben - an so wat denk ik. Blots: kann de Tiet „Baas bliewen“, wo geiht dat an und wat hett Karl Sauvagerd meent? De dat rutfinnen will, mutt dat Book in de Hand nehmen - man to!

Un denn maak ik as een, de in de Masch in de Neegde vun Hamborg mit dat – dialektgeographisch - „nordniedersächsische“ Platt groot worrn is, mi so Gedanken, wo denn wull dat „t“ afbleven is, dat för mi to „De Tied blif Baas“ eegens noch darto gehört. – Ik segg blots: In dat Book kieken!

„De Tiet blif Baas“ ist ein hervorragend gestaltetes, klar gegliedertes, höchst informatives und ebenso anspruchsvolles Lesebuch. Es lädt dazu ein, sich mit Karl Sauvagerd, seinem Schreiben und seinem Leben intensiv zu beschäftigen – und gibt dieser Beschäftigung reichlich Lesestoff. Da ist die kurze, informative Einordnung der Texte Sauvagerds in die niederdeutsche Literatur des 20. Jahrhunderts. Da ist eine kenntnisreiche, sorgfältige Auswahl seiner Gedichte, Geschichten, Romane und Erzählungen. Und da sind die ausführlichen Kapitel über Leben und gesellschaftliches Engagement Sauvagerds sowie über seinen sprachlichen Hintergrund. Allesamt ordnen diese Kapitel den Autor und sein Schaffen in seinen Zeitbezügen, in seiner lokalen und regionalen Verankerung und in seiner Geschichte verständlich und nachvollziehbar ein. Dieses Lesebuch eröffnet somit zahlreiche Zugänge zu Karl Sauvagerd und seiner Bedeutung für seine Heimat und weist gleichzeitig über diesen manchmal als eng empfundenen Horizont hinaus.

Eine Preisverleihung wie diese ist nicht der Ort und die Zeit, sich umfassend mit Leben und Werk Sauvagerds auseinander zu setzen. Das zu lobende Buch lädt jedoch jede Leserin, jeden Leser dazu auf höchst attraktive Weise ein.

Zitat

Das sind die Leitlinien für die Jury, die aus jedem Buchjahrgang das „plattdeutsche Buch des Jahres“ auswählt. Die Jury war am Ende einhellig der Meinung, dass für „De Tief blif Baas“ mehrere preiswürdige Leistungen hervorzuheben sind. Verena Kleymann, Dr. Helmut Lensing und Prof. Dr. Dieter Stellmacher eröffnen in den von ihnen verfassten Kapiteln aus unterschiedlichen Perspektiven ebenso kenntnisreich wie umfassend Zugänge zu Leben und Werk Sauvagerds. Das Büro für Gestaltung in Nordhorn hat jede Menge kreative Ideen entwickelt und umgesetzt. Typographie, Komposition von Bild und Text in den einzelnen Artikeln, die sorgfältige Reproduktion der zahlreichen Fotografien folgen einer klaren Gestaltungsidee, die der Orientierung des Lesenden trefflich dient. Besonders zu ehren sind die Herausgeber Berend Vette und Klaus Vorrink, die zusammen mit einem großen Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer unter dem Dach der Heimatfreunde Neuenhaus dieses bemerkenswerte Buchprojekt auf die Beine gestellt haben. Von dem eher zufälligen Fund des Nachlasses über die konzeptionelle Arbeit an einem ambitionierten Projekt, die Gewinnung kompetenter Autoren und nicht zuletzt die Finanzierung einer Auflage von 3.000 Exemplaren war es sicher ein langer, anstrengender Weg. Diesen Weg bis zum Erscheinungsdatum Mitte dieses Jahres zu gehen, dafür gebührt Berend Vette und Klaus Vorrink hohe Anerkennung.

Karl Sauvagerd ist nun für mich kein unbeschriebenes Blatt mehr – Dank dieses herausragenden Buches. Gestorben ist der Autor am 6.2.1992 im Krankenhaus in Nordhorn. Selbst dieses biografische Detail rückt dieses Werk zurecht. Man hätte ihm zu seinen Lebzeiten ein solches Werk gewünscht.

Dank an die Carl-Toepfer-Stimmung, Dank an Herrn Töpfer für die großzügige Auslobung des Preises.

Dank an Frau Dr. Möller für die großartige Organisation und fachkundige Beratung rund um diesen Preis und

Dank an meine Mitstreiterin und meine Mitstreiter in der Jury, an Benita Brunnert, Volker Holm und Volker Ipsen.

„De Tiet blif Baas“ – lassen Sie sich von den zahlreichen Freundinnen und Freunden Karl Sauvagerds, die eigens zur Preisverleihung heute nach Hamburg gekommen sind, erklären, was sie unter diesem Titel verstehen. Gestatten Sie mir zum Schluss einen Gedanken abseits der eigentlichen Laudatio: Prägend für den heutigen plattdeutschen Büchermarkts ist es, dass Bücher dieses Formats nicht ohne kräftige finanzielle Unterstützung Dritter auskommen. Eine Bank, die Landschaft Emsland / Bentheim und die Stadt Neuenhaus haben zur Finanzierung eines aufwändigen Buchprojektes entscheidend beigetragen, ohne sie wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Gibt es vor diesem Hintergrund eigentlich noch einen wirklichen Wettbewerb um das plattdeutsche Buch des Jahres? Namhafte Geldflüsse hier versus verlegerisches Risiko dort? Ist das noch fair? Und: kann und darf ein Wettbewerb derart unterschiedliche Publikations- und Distributionsbedingungen außer Acht lassen? Die Jury hat diese Frage nicht diskutiert, aber meines Erachtens ist sie aufgeworfen und sollte in naher Zukunft diskutiert werden.

Den Wert, den herausragenden Stellenwert von „De Tiet blif Baas“ unter den Publikationen des Jahrgangs 2018 / 2019 schmälern diese Erwägungen allerdings nicht. Nach der Publikation zu Carl von der Linde, die 2008 ebenfalls plattdeutsches Buch des Jahres wurde, ist aus der Grafschafter Ecke wiederum eine Publikation in den Büchermarkt gegeben, die durchaus Maßstäbe setzt.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Überreichung des Preises durch Bernd Toepfer

 

Danksagung Klaus Vorrink

Sehr geehrter Herr Töpfer, sehr geehrter Herr Block, sehr geehrte Jury, liebe Freunde der plattdeutschen Sprache.

Bernd Vette und ich, wir fühlen uns zutiefst geehrt, die Auszeichnung „Plattdeutsches Buch des Jahres“ für die Heimatfreunde Neuenhaus entgegennehmen zu dürfen. Wir freuen uns riesig über diese Ehrung, denn durch sie wird die viele Arbeit, unser Einsatz und das Herzblut, dass wir in dieses Werk gelegt haben wertgeschätzt und anerkannt.

Aber dieses Werk ist ein Gemeinschaftswerk und nur deshalb ist es so gut geworden! Bernd Vette und ich, wir waren die Initiatoren, verantwortlich für die Konzeption, die Organisation, die Durchführung und die Finanzierung.

Gefördert wurde diese Buch von der Grafschafter Volksbank, der Emsländischen Landschaft und der Stadt Neuenhaus.

Für das Auswählen, Ordnen und Auswerten der über 400 Werke Sauvagerds konnten wir die Autorin und Expertin Verena Kleymann gewinnen.

Die Biographie Sauvagerds und ihre Einordnung in die Zeitgeschichte lag in der Verantwortung des Historikers Dr. Lensing.

Sauvagerds Bemühungen zur Aussöhnung mit den Niederländern jenseits der Grenze nach dem 2. Weltkrieg durch die gemeinsame Sprache wurden durch
Prof. Dr. Dr. Stellmacher ausgewertet und beurteilt.

Für das Layout, die moderne, leserfreundliche Gestaltung war die Buchdesignerin Simone van Nes, die heute leider aus persönlichen Gründen nicht hier sein kann, verantwortlich.

Alle vier waren Experten! Jeder konnte seine umfangreichen Kenntnisse, Ansichten und Ideen einbringen. An dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Danke dem ganzen Team für die gute Zusammenarbeit! Dieser Preis gehört uns allen!

Aber---, er gehört auch, und zwar vorrangig, unserem Heimatdichter Karl Sauvagerd! Die Aufgabe des Teams war es, das Vermächtnis dieses Heimatdichters zu erhalten und auszuwerten, damit es nicht verloren geht. Indem Sie, liebe Jury, dieses Buch auszeichnen, ehren und wertschätzen Sie Sauvagerds Lebenswerk und bestätigen uns, dass wir seine Bedeutung richtig eingeschätzt haben.

Was macht nun dieses Buch für alle Freunde der plattdeutschen Sprache so lesenswert?

Da sind zunächst einmal die vielen plattdeutschen Werke zur Heimat, zu nahezu allen Lebenslagen, den Jahreszeiten und zur Natur. Er kannte und beobachtete die Natur sehr gut und legte sogar ein umfangreiches Herbarium an, welches sich auch in seinem Nachlass befand. Frau Radicke hat es dem Naturwissenschaftlichen Museum in Münster übergeben. In fast prophetischer Voraussicht sah Sauvagerd die Bedrohung unserer Natur durch uns Menschen und verarbeitete diese Einsichten in seinen Werken. Bedenken Sie, dass seine Werke 50 Jahre und älter sind! Deshalb sind sie auch heute noch aktuell, man darf sie als klassisch bezeichnen.

Zu den Zielen der Heimatfreunde Neuenhaus gehört es, die plattdeutsche Sprache zu fördern, das hat sie mit der Töpferstiftung gemein. Wir tun dies mit diesem Buch und versuchen gleichzeitig, Plattdeutsch für zukünftige Generationen zu erhalten. Bei der Vorstellung unseres Sauvagerd Buches konnten wir 1200 Menschen, junge und alte, für die plattdeutsche Sprache begeistern, auch weil wir ein gutes Rahmenprogramm hatten! In Neuenhaus ist längst angekommen: „Plattdüitsch is cool“!
„To huus dat is doar, woar man miene Sproake proat“ ist der Heimatbegriff vieler Menschen.
Aber „To Huus is ok doar, woar di woarm üm´t Hatte word!“
Möge allen Lesern unseres Buches der Begriff Heimat wieder nähergebracht und dadurch warm ums Herz werden!

Danke

 

Harald Burmeister (Cello)

 

Lesung des Preisträgers/der Preisträgerin

Berend Vette

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

auch ich will meiner Freunde darüber, dass dieses Buch, „De Tied blif Baas“ zum plattdeutschen Buch des Jahres gekürt wurde, Ausdruck geben. Der Jury und allen Beteiligten meinen aufrichtigen Dank. Und ich habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass nun auch im Norden des Landes bekannt geworden ist, dass das Emsland und die Grafschaft Bentheim zwei zumindest selbständige Landkreise sind, aber in gewisser Weise auch unterschiedliche Regionen.

Die Auszeichnung „Plattdeutsches Buch des Jahres“ geht also in diesem Jahr in die Grafschaft Bentheim. Noch genauer nach Neuenhaus. Neuenhaus hat das große Glück, zwei bedeutende und über ihre Heimatgrenzen hinaus bekannte Heimatdichter gehabt zu haben: Das waren aus dem Ortsteil Veldhausen Carl van der Linde und aus Neuenhaus Karl Sauvagerd.

Das dichterische Werk des des Erstgenannten, Carl van der Linde, wurde vor 10 Jahren mit dem vielbeachteten Buch „Löö en Tieden“ gewürdigt und auch an dieser Stelle auch ausgezeichnet.

Bei der Arbeit mit Carl van der Linde stießen wir immer, auch weil er jünger war, auf den Namen des Heimatdichters Karl Sauvagerd. Außerdem war er vielen Mitgliedern in unserem Heimatverein noch bekannt.

Und dann trafen einige glückliche Umstände zusammen: Es gab natürlich zahlreiche noch bekannte Geschichten und Gedichte, die zwar in verblichenen, aber gesammelten Tageszeitungen, in Heimatkalendern, in Jahrbüchern des Kreisheimatvereins und in einigen herausgegebenen Büchern verwahrt wurden, aber keinen angemessenen Platz hatten.
Aber dann traf es sich, dass uns eines Tages die Tochter Sauvagerds einen erheblichen Teil aus dem Nachlass ihres Vaters überließ zum Verbleib und zur Verwendung bei dem und durch den Heimatverein Neuenhaus und sie teilte mit, dass auch noch Vieles an Nachlass zu erwarten sei, da es nach Neuenhaus gehöre. Und so sind wir dann eines Tages nach Uelsen, dem Nachbarort von Neuenhaus gefahren, wo die Tochter Sauvagerds lebt, um uns über diesen Nachlass zu erkundigen. Und sie stellte uns dabei den gesamten „dichterischen“ Nachlass ihres Vaters zur Verfügung.

Es war kaum zu fassen, was da an Material vorhanden war. Es war nahezu unfassbar, wieviel Sauvagerd geschrieben hatte: Gedichte, Geschichten, Romane, Lieder, Märchen.

So sind wir zunächst daran gegegangen, das dichterische Material zu digitalisieren. Vieles gab es nur als vergilbte, kaum lesbare Kopien und musste mühevoll abgeschrieben werden, Handschriftliches sowieso.

Bei der Beschäftigung mit dieser Literatur fiel uns auf, welch innige Verbundenheit bestanden haben muss zwischen diesem Dichter, seiner Heimat und seiner Lebenswirklichkeit.

Dabei merkten wir als Laien auch, dass das vorhandene „Material“ eine Qualität haben musste, das der Aufarbeitung von fachkundiger Stelle wert war. Wir waren davon überzeugt, dass das vorhandene Schriftgut mehr war als „plattdeutsches Geschreibsel“. Es sollte bewahrt, im wahrsten Sinn des Wortes aufgehoben und bewertet werden. Dabei entstand die Entscheidung, über das Werk Sauvagerds ein Buch herauszubringen, das allen diesen Ansprüchen genügte. Und davon konnten wir drei sehr kompetente Autoren überzeugen, die dieses Buch besonders wertvoll machen:

Verena Kleymann gibt als Lieraturwissenschaftlerin und Historikerin eine Hinführung in das Werk Sauvagerds und hat die Auswahl der Stücke vorgenommen, die in diesem Buch enthalten sind. Sie wird uns auch gleich noch einige Beispiele und die Begründungen für diese Auswahl nennen.

Dr. Helmut Lensing stellt im Anschluss daran eine Biografie Sauvagerds vor, in dem er auch die umgangreichen Interessensgebiete, Fähigkeiten und Intentionen dieses Mannes darstellt.

Prof. Dr. Stellmacher gibt in seinem besonders wertvollen Aufsatz eine Einordnung der plattdeutschen Literatur Sauvagerds als Dialektliteratur im ostniederländischen- westdeutschen Sprachraum.

Für das Erscheinungsbild dieses Buches haben wir Simone van Nes, eine sehr fähige Buchgestalterin, gewinnen können.

Wenn dann im Augenblick dieses Werk vor uns liegt, dann ist das eine Gemeinschaftsleistung, an der viele beteiligt sind, wobei Klaus Vorrink und ich nur die Fäden in der Hand hatten und zusammengehalten haben.

Worauf wir ein wenig stolz sind, ist die Tatsache, dass mit diesem Werk und auch mit der Herausgabe des Buches an einem Heimatabend am 25. September dieses Jahres mit 1200 Gästen eine posthume Ehrung und Würdigung dieses Mannes vorgenommen worden ist und noch wird, die ihm zeitlebens in seinem Heimatort versagt geblieben ist. Nicht ohne Grund taucht der Begriff „Heimat“ in seinem Werk überdurchschnittlich oft auf.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Lesung Autorin Verena Kleymann

Sehr geehrte Damen und Herren,

er vermochte es, durch seine Worte das bäuerlich-ländliche Leben einer anderen Zeit, die heimatlich-idyllische Natur – aber auch den Fortschritt mit all seinen positiven wie negativen Seiten zum Leben zu erwecken.

Die Rede ist von Karl Sauvagerd (1906-1992), der in den Jahren von 1932 bis 1989 über 600 Titel (davon über 30 Prosatexte) verfasst hat.

Sein Repertoire umfaßte Gedichte, Märchen, Gebete, Lieder, Theaterstücke und Romane. Thematisch finden sich neben zahlreichen Naturschilderungen und Landschafts-betrachtungen Szenen aus dem täglichen Leben sowie einige wenige politisch motivierte Texte.

Im Folgenden möchte ich Ihnen einen Einblick in das Lebenswerk Karl Sauvagerds geben. Dafür habe ich exemplarisch fünf Gedichte und einen Prosatext ausgewählt, die ich Ihnen nun vortragen möchte. Ich bitte Sie im Vorfeld, eventuelle Versprecher zu entschuldigen. Ich habe plattdeutsch nicht als Muttersprache gelernt. Es ist gewissermaßen eine Fremdsprache für mich. Ich werde mich aber bemühen, alles verständlich vorzutragen.

Ich beginne mit „O, maakt nicht alle Grund terecht...“ (1936; S. 166-167)

Karl Sauvagerd hat sich in vielen Texten intensiv mit der heimatlichen Flora und Fauna beschäftigt. Dieses Gedicht ist ein Beispiel dafür. Er nutzt den Text, um den Rezipienten zu ermahnen, nicht all seine geliebten Moore und Heidegebiete zu vernichten, um Landwirtschaft zu betreiben, wenngleich er die Notwendigkeit dieses Handelns im Zuge der Nahrungsmittelknappheit durchaus nachvollziehen konnte. Sein besonderes Engagement gilt dem heimatliche Lebensraum. Seine Bewahrung ist ihm eine Herzensangelegenheit.

Ich habe dieses Gedicht u.a. ausgewählt, weil es eine gewisse Aktualität birgt. Auch in der heutigen Zeit wird immer wieder die Diskussion um Nachhaltigkeit und Naturbelassenheit im Gegensatz zur industiellen Landwirtschaft geführt gerade im politischen Umfeld.

Politisch wird Karl Sauvagerd auch in dem Antikriegsgedicht: „Stormteken“ (1959; S. 160).

„Nie wieder Krieg“ war das Motto der Friedensbewegung der Weimarer Republik, das in den 50-er Jahren wieder aufgegriffen wurde.

Das Gedicht „Stormteken“ finde ich so beeindruckend, da es gewissermaßen einem musikalischen Stück gleicht: Nach einem sanften Anfang in der ersten Strophe, in der eine Ahnung von Krieg liegt, steigert sich die Intensität des Textes in der zweiten Strophe einem Crescendo (lit. Klimax) gleich, um in der dritten Strophe seinen Höhepunkt zu finden. Gleichzeitig arbeitet Sauvagerd mit einer eindringlich vorgetragenen Wiederholung (löö, geewt acht, dat düüd’t up storm!), die bei dem Rezipienten eine gewisse Beklemmung hervorruft.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich Karl Sauvagerd gemeinsam mit anderen Autoren der Grenzregion um eine Annäherung mit den niederländischen Nachbarn bemüht. Das Gedicht „Unse Noabers“ (1953; S. 43-44) zeugt von diesen Bestrebungen.

Die grenzüberschreitenden Gemeinsamkeiten werden zum einen landschaftlich hervorgehoben (dieselben Gewächse und Landschaftsbilder sind diesseits wie jenseits der Grenze zu finden); zum anderen finden sich Gemeinsamkeiten zwischen den Bewohnern der Grenzregion. Das ausschlaggebende Merkmal hierfür ist die Sprache, die die Menschen der Grafschaft mit den holländischen Nachbarn verbindet.

Karl Sauvagerd zeigt immer wieder ein besonderes Feingespür für Stimmungen. Das Gedicht „Erinnerung“ (1955; S. 70-71) ist ein Beispiel dafür.

Ich finde, Sauvagerds Wortwahl zeugt von einem besonderen Einfühlungsvermögen. Sie ist präzise und stark, klar und bildgewaltig. Freudige Ereignisse werden neben traurige gestellt – ohne jede Wertung. Im Leben gibt es alles, Anfang und Ende, Kindheit und Alter, Fröhlichkeit und Trauer. Nichts hat Bestand, alles ist in Bewegung und verändert sich. Aber die Erinnerung, die bleibt uns.

Nach diesen vier Gedichten möchte ich Ihnen eine Schauergeschichte mit dem Titel „Dat Brandhuus“ (1948; S. 261) vortragen.

Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine Zusammenfassung verwandter Erzählungen aus der Niedergrafschaft. Karl Sauvagerd hat mündlich tradiertes Volksgut gesammelt und verschriftlicht. Derartige Erzählungen wurden in der Grafschaft anders als in vielen anderen Gegenden bis in die 50-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gepflegt, was mit einer gewissen regionalen Abgeschiedenheit der Grafschaft zu erklären ist. Sauvagerd ist es zu verdanken, dass auch wir heute in diese alten Märchen und Erzählungen eintauchen können.

Zum Abschlus möchte ich aus seinem Jahreszyklus das Gedicht „November“ (1953; S. 132) vortragen.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen weiterhin viel Vergnügen auf dieser Veranstaltung.

Autoren lesen und signieren
13:00 Uhr Yared Dibaba: „Swatt un platt“

Yared Dibaba begrüßte uns als seine Neuenhauser Freunde

Und erzählte Spannende plattdeutsche Geschichten aus dem wahren Leben!

Das Leben kann schon kurios sein: da trifft Yared Dibaba bei einem Besuch in seiner Heimat Oromia einen weißen Plattsnacker aus Norddeutschland, der sich bannig freut und in Yared ein Stück Heimat findet – dies ist nur eine von über 30 Geschichten, in denen der swatte Plattsnacker auf seine unverwechselbare Art und Weise über all das erzählt, was ihm so in seinem Alltag begegnet.

14:00 Uhr Ingrid Straumer: „Mammut Hansen“
15:00 Uhr Wolfgang Mahnke: „Returkutsch“
16:00 Uhr Rainer Schobeß: „De Ehrengäst“
17:00 Uhr Carl-Heinz Dirks: „Hayo Schütte -
De Ünnergang vun de Rawalpindi“
17:30 Uhr Günther Ihmels: „Boot un Dood“

Sonntag, 3. November 2019
Evangelische Messe op Platt
Hauptkirche St. Michaelis
10:00 - 11:30 Uhr

Hamburgs Michel

453 Stufen hat der Hamburger Michel, vom Eingang bis zur Spitze. Und die größte Turmuhr Deutschlands - allein der große Zeiger ist fast fünf Meter lang. Das Gotteshaus war lange Zeit das Erste und Letzte, was Seeleute auf großer Fahrt von Hamburg sahen. Das machte ihn zum Wahrzeichen der Hansestadt, denn der Anblick des Michels bedeutet für viele Heimat.

Mehr als eine Kirche

Heute wird die Kirche St. Michaelis nicht nur für Gottesdienste, Konzerte und Hochzeiten genutzt. Auch Wirtschaftskongresse, Motorradgottesdienste und Trauerfeiern finden dort statt. 2015 etwa wurde im Michel die Trauerfeier für den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt ausgerichtet, an der 1.800 geladene Gäste aus dem In- und Ausland teilnahmen.

Zehn Glocken und vier Orgeln

Der Turm des Michels ist mit 132 Metern nach dem Fernsehturm (272 Meter) und dem Turm an der Ruine der Kirche St. Nikolai (147 Meter) der dritthöchste Turm Hamburgs und besitzt insgesamt zehn Glocken. Die beiden Uhrschlagglocken fehlten jedoch fast einhundert Jahre, sie waren 1917 während des Ersten Weltkriegs für die Waffenproduktion eingeschmolzen worden und wurden erst 2016 - finanziert durch Spenden - ersetzt.

Mehr als eine Kirche

Heute wird die Kirche St. Michaelis nicht nur für Gottesdienste, Konzerte und Hochzeiten genutzt. Auch Wirtschaftskongresse, Motorradgottesdienste und Trauerfeiern finden dort statt. 2015 etwa wurde im Michel die Trauerfeier für den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt ausgerichtet, an der 1.800 geladene Gäste aus dem In- und Ausland teilnahmen.

Zehn Glocken und vier Orgeln

Der Turm des Michels ist mit 132 Metern nach dem Fernsehturm (272 Meter) und dem Turm an der Ruine der Kirche St. Nikolai (147 Meter) der dritthöchste Turm Hamburgs und besitzt insgesamt zehn Glocken. Die beiden Uhrschlagglocken fehlten jedoch fast einhundert Jahre, sie waren 1917 während des Ersten Weltkriegs für die Waffenproduktion eingeschmolzen worden und wurden erst 2016 - finanziert durch Spenden - ersetzt.

Evangelische Messe op Plattdüütsch
zur plattdeutsvchen Buchmesse der Carl Toepfer Stiftung
20 . Sonntag nach Trinitatis
3. November

Mitwirkende
Die Gemephinde der Michaeliskirche
Predigt: Gerd Spiekermann
Liturgie: Pastor em. Volker Schauer
Lektor: Peter Bossen
Orgel: Cristoph Schoener
vielleicht werden wir den Gottesdienst noch in Plattdeutsch veröffentlichen

 

Ab 11.30 wieder im Lichtwarksaal

Autoren lesen und signieren

11:30 Uhr Silke Frakstein: „Voß un Haas“
12:00 Uhr Christoph Prang: „In de Nootopnahm“
13:00 Uhr Matthias Stührwoldt: „Knackwust“
15:00 Uhr Rainer Kramer: „Voltaire - Candid“
15:30 Uhr Anke Ortlieb: „Mäh! Maa! Möh! Versteihst?“
16:00 Uhr Abschlusskonzert in der Bibliothek „Fofftein“

 

Beantwortung von vielen Fragen auf der Buchmesse:

 

1. Was beinhaltet dieser Preis?

Der Preis ist eine öffentliche Anerkennung nicht nur für die Herausgeber und die Autoren, sondern vor allem eine Würdigung für das Lebenswerk Karl Sauvagerds und somit auch für die Dialektliteratur in Deutschland und in den Niederlanden.

2. Welches Gedicht Karl Sauvagerds sollte jeder lesen?

I heb gin tied

O maakt nicht alle Grund torecht

Stormteken

Use Noabers

Unse Heimatland S 45

Heimatland S26

3. Wie groß war der Anteil der Holländer an dieser "niederdeutschen Koproduktion"?

Der Anteil der Holländer liegt in der Sache selbst begründet, nämlich in einer gemeinsamen Sprachgeschichte mit den "Oosterburen" und den damit zusammenhängenden Gefühlen von "wir" und "ihr".

 

4. Was lässt sich zwar platt sagen, aber nicht in den beiden Hochsprachen?

Prinzipiell lässt sich alles so oder so sagen. Allerdings transportiert jede Sprachform, die dialektale und die standardsprachliche, verschiedene Gefühlswerte und das Wissen, wann und  wo man wie etwas äußern sollte. So kann man niederdeutsch Moors sagen, wo man es hochdeutsch nicht tun würde und umgekehrt. Also, jede Sprache kennt ihre (historisch veränderbaren) Anwendungsregeln, d.h. ihre sozialen Zuständigkeiten.

 

5. Was hätte Karl Sauvagerd von dieser Anerkennung gehalten?

Er hätte sich sicher gefreut, bestätigt gefühlt und in der Hoffnung bestärkt, dass dat aule Platt diesseits und jenseits der Grenze eine Zukunft hat.

 

Danke Verena, Berend, Dieter und Helmut!

 
     
 

Heimatabend:
1200 Gäste feiern mit Yared Dibaba in Neuenhaus

GN
Von David Hausfeld

Neuenhaus

Moin, Joa und „nützt ja nix“, mehr braucht es laut Yared Dibaba nicht zum „Plattschnacken“. Der NDR-Moderator und selbst ernannte „Entwicklungshelfer“ für das Plattdeutsche führte am Mittwoch durch den Heimatabend zur 650-Jahr-Feier der Stadt Neuenhaus. Der mit Darbietungen, Livemusik und Wortbeiträgen prall gefüllte Abend der Heimatfreunde Neuenhaus stand ganz im Zeichen des Niederdeutschen und des Wirkens des Heimatdichters Karl Sauvagerd.

 

Heimatfreunde Neuenhaus zur 650-Jahr-Feier der Stadt mit „Plattschnacker“ und NDR-Moderator Yared Dibaba, seiner Band „Die Schlickrutscher“ und vielen weiteren Beiträgen und Darbietungen.

Moderator und bekennender "Entwicklungshelfer" für Plattdeutsch, Yared Dibaba, führte durch den Abend

Yared Dibaba ist selbst ernannter „Entwicklungshelfer“ für die plattdeutsche Sprache und stand mit seiner Band „Die Schlickrutscher“ auf der Bühne. Neuenhaus Moin, Joa und „nützt ja nix“, mehr braucht es laut Yared Dibaba nicht zum „Plattschnacken“. Der NDR-Moderator und selbst ernannte „Entwicklungshelfer“ für das Plattdeutsche führte am Mittwoch durch den Heimatabend zur 650-Jahr-Feier der Stadt Neuenhaus. Der mit Darbietungen, Livemusik und Wortbeiträgen prall gefüllte Abend der Heimatfreunde

Die niederdeutsche Sprache zu erhalten ist nicht nur Ansinnen von Kulturförderern, Kommunen und Heimatvereinen der Region, auch Dibaba hat sich ganz dem Plattdeutschen verschrieben. „Nach zwei-drei Bier kann jeder Plattschnacken“, betonte er und ermutigte die rund 1200 Besucher im gut besuchten Festzelt, bei nächster Gelegenheit schlicht drauf loszusprechen. Mit kurzen Comedy-Einlagen – natürlich auf Platt – moderierte der Oldenburger nach den Begrüßungsworten von Gastgeber Georg Hagmann, Vorsitzender der Heimatfreunde, durchs Programm. Als Ehrengast durfte Dibaba sich im Anschluss als erster in das brandneue Goldene Buch der Stadt Neuenhaus eintragen.

Die platttdeutsche Sprache und das Werk des Neuenhauser Heimatdichters Karl Sauvergerd standen im Mittelpunkt des Heimatabends zur 650-Jahrfeier der Stadt Neuenhaus.

Plattdeutsch muss „geschnackt“, „geproatet“ oder „gekürt“ werden, damit es überlebt, waren sich viele Redner an dem Abend einig. Den Grußworten des Grafschafter Landrates Friedrich Kethorn nach, reicht das allein jedoch nicht. „Auf Platt singen, ist das beste Mittel, um die plattdeutsche Sprache zu erhalten“, sagte Kethorn auf Platt und gab sich begeistert von den

rund 70 Kindern der Carl-van-der-Linde Schule in Veldhausen. Unter der Leitung von Marlene Bucher Fenna Monske und Heike Hövels besangen „de Oberrocker ut Neijenhuus“ auf Platt den „Fietzenpatblues“ oder das 650-jährige Bestehen der Stadt.

Nochmal ein dicks Dankeschön an Marlene, Fenna und Elke

Gewidmet war der Heimatabend in besonderer Weise auch dem Neuenhauser Heimatdichter Karl Sauvagerd. Janette Boerrichter gab mit dem Vortrag einiger Gedichte einen kleinen Einblick in das Werk des Lyrikers. Mit ihrer trockenen Art hatte sie die Gunst des Publikums schnell auf ihrer Seite. „Du hast gesagt, zwei Gedichte. Es werden aber vier. Ist das auch in Ordnung?“, beschwerte sie sich auf Platt scherzhaft bei Dibaba. Das Publikum dankte es mit herzhaften Lachern.

Lyrikvortrag: Janette Boerrichter hatte das Publikum auf ihrer Seite

Das Gesamtwerk ist in dem von Berend Vette und Klaus Vorrink im Auftrag der Heimatfreunde Neuenhaus herausgegebenen Buch „De Tied blif Baas“ nachgezeichnet. Vette bedankte sich in einer Gesprächsrunde mit Hermann Bröring, (Präsident Emsländische Landschaft), Jürgen Timmermann (Vorstand Grafschafter Volksbank), Uwe Fietzek (Heimatverein Grafschaft Bentheim), Günter Oldekamp (Stadtdirektor Neuenhaus) und den mitwirkenden Autoren Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Dieter Stellmacher sowie den Historikern, Verena Kleymannbei und Dr. Helmut Lensing bei allen Beteiligten und Sponsoren.

Mit Sangeskunst, plattdeutschen Liedern, Glitzersakko und seiner Band „Die Schlickrutscher“ im Rücken stürmte auch Dibaba als musikalischer Höhepunkt die Festbühne.

Sauvagerd behandelte Plattdeutsch als grenzüberschreitende Verbindung zu den Niederlanden. „Er nutzte Sprache als Verständigungs- und Versöhnungsinstrument“, hatte schon Stadtdirektor Oldekamp in seinen Grußworten betont. Diese Brücke schlugen schließlich auch „De Boerendansers“ aus Ootmarsum mit Akkordeonmusik und historischen Tänzen aus dem 19. Jahrhundert.

 

 
     
 

GN 18.10.2019

Sauvagerd-Werk wird „Buch des Jahres“

Carl-Toepfer-Stiftung würdigt „De Tied blif Baas“ am 2. November mit Plattdeutsch-Preis

Von Andre Berends

NEUENHAUS Große Ehre für Berend Vette und Klaus Vorrink von den Heimatfreunden Neuenhaus: Ihr Buch „De Tied blif Baas“ über den Neuenhauser Heimatdichter Karl Sauvagerd wird am Sonnabend, 2. November, von der Carl-Toepfer-Stiftung bei der 22. Plattdeutschen Buchmesse in Hamburg als „Plattdeutsches Buch des Jahres 2019“ ausgezeichnet. „Das ist eine große Freude für uns. Wir sind mächtig stolz, dass uns dieser Preis nach der Ehrung des Carl-van-der-Linde-Buches ,Löö en Tieden‘ aus dem Jahr 2009 noch einmal verliehen wird“, erklärte Klaus Vorrink.

Das 418-seitige Buch über Karl Sauvagerd ist im Prinzip noch druckfrisch. Es erschien zu Beginn der 650-Jahr-Feier der Stadt Neuenhaus in der letzten Septemberwoche und wurde beim „Heimatabend“ im Festzelt von den Machern vorgestellt. In dem Werk gibt die Historikerin Verena Kleymann aus Rheine eine Einführung in die Arbeit von Karl Sauvagerd. Sie hat auch jene Gedichte, Geschichten, Romane und Erzählungen ausgewählt, die auf den dann folgenden 256 Seiten vorgestellt werden. Der Historiker Dr. Helmut Lensing (früher Wietmarschen, heute Greven) lenkt danach den Blick auf das Leben und das gesellschaftliche Engagement Karl Sauvagerds, der als „Multitalent“ galt und sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit viel Engagement um die Versöhnung mit den Niederländern bemüht hat. Die letzten Seiten des Buches gehören dem Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Dieter Stellmacher aus Göttingen. Er liefert eine Einordnung des sprachlichen Hintergrunds von Karl Sauvagerd, der von 1906 bis 1992 lebte.

„Die mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis verfasste Zusammenstellung bietet einen interessanten Einblick in das Schaffen und Wirken Sauvagerds, der neben regional geprägten Erzählungen und besinnlichen Gedichten auch gesellschaftlich bedeutsame Lyrik verfasste, wie das Antikriegsgedicht ,Stormteken‘“, heißt es in der Begründung der Jury. Durch fachwissenschaftliche Erklärungen werde deutlich, wie der Dichter „eingebettet war in die Sprach- und Literaturlandschaft seiner Zeit und wie intensiv die Rezeption seiner Schriften auch in den angrenzenden Niederlanden war“. Lob gab es von der Jury auch für die Produktion des Werkes. So heißt es: „Die Gestaltung des Buches beeindruckt durch Großzügigkeit und Leserfreundlichkeit, die Papierqualität und das Lesebändchen unterstreichen die gediegene Ausstattung. Fotos ergänzen die Texte, die Kapitelüberschriften leiten den Leser durch das Buch.“ Gestaltet wurde „De Tied blif Baas“ von der Diplom-Designerin Simone van Nes aus Nordhorn, gedruckt wurde das Werk in einer Auflage von 3000 Exemplaren von der Druckerei Hellendoorn in Bad Bentheim.

Die Preisverleihung an die Herausgeber ist für Sonnabend, 2. November, in der Niederdeutschen Bibliothek der Carl-Toepfer-Stiftung in Hamburg geplant. Die Laudatio auf „De Tied blif Baas“ hält Heiko Block, der bei Radio Bremen den Bereich Koordination Produktion leitet. Der Preis selbst wird anschließend von Bernd Toepfer überreicht, Vorstandsvorsitzender der Carl-Toepfer-Stiftung. Carl Toepfer war ein sozial engagierter Hamburger Ehrenbürger. Seine Söhne gründeten 1936 ihm zu Ehren die Carl-Toepfer-Stiftung. Sie hat sich unter anderem der Förderung der niederdeutschen Sprache und Literatur verschrieben und zeichnet seit 2005 bei der Eröffnung der Plattdeutschen Buchmesse ein besonderes Buch aus, das in Gestaltung, Illustration oder Thematik preiswürdig ist. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert.
Das Buch über Karl Sauvagerd ist im Handel erhältlich.

 

De Twentsche Courant Tubantia

De Twentsche Courant Tubantia ist eine niederländische Regionalzeitung mit Redaktionssitz in Enschede. Die Zeitung erscheint montags bis samstags im Tabloid-Format. Herausgeber der Zeitung ist das Pressehaus Wegener, das mit Eindhovens Dagblad, BN/De Stem, Brabants Dagblad, De Gelderlander, Provinciale Zeeuwse Courant und de Stentor weitere Regionalzeitungen verlegt. Die bezahlte Auflage belief sich ersten Quartal 2008 auf 111.584 Exemplare. [1] Chefredakteur ist André Vis.

 
     
     
 

Das Geburtenglöckchen erklingt wieder

Die Heimatfreunde Neuenhaus lassen mit der Begrüßung der kleinen Anna eine Tradition wieder aufleben.

Reges Treiben herrschte am Dienstagabend, 30.7.2019, auf dem Platz vor dem Alten Rathaus in Neuenhaus. Wir haben einen kleinen Empfang organisiert. Unser Hochzeitsservice servierte Sekt, Saft und Häppchen.

Die kleine Anna beobachtete das Geschehen ganz gelassen von den Armen ihrer Großmutter aus. Dabei waren die Gäste nur für sie gekommen. Die im Frühjahr geborene Anna Seitz Lindschulte sollte mit dem Läuten der Rathaus-Glocke begrüßt werden.

Das Läuten des sogenannten Geburtenglöckchens war eine Neuenhauser Tradition, welche die Geburt eines Kindes verkündete. Die Glocke des Alten Rathauses wurde ca. 5 Minuten geläutet.

Georg Hagmann ließ es sich nicht nehmen, die alte Glocke selbst zu läuten. Mit gleichmäßigen Zügen am Seil wurde die Glocke in Schwung gebracht. Mutter und Vater der kleinen Anna waren dafür extra aus ihrer Wahlheimat Berlin angereist.
„Es ist schön, dass der Heimatverein das möglich macht“, freute sich Katharina Lindschulte. Neuenhaus weiß nun ganz offiziell von der Geburt ihrer Tochter.

Der Heimatverein möchte den Neuenhausern die Nachricht über ein Neugeborenes öfter per Glockenschlag verkünden. Interessierte können sich per e-mail unter info@heimatfreunde-neuenhaus.de melden.

 
     
 
 
     
 
 
     
 

Auch wir sind für Europa

 

Neuenhaus

Mit der Frage, wie es mit der Europäischen Union weitergehe, setzte sich auch Gerhard Herrenbrück in seiner zwanzigminütigen Rede auf dem Marktplatz vor der reformierten Kirche in Neuenhaus auseinander. Sowohl Herrenbrück als auch Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums aus Neuenhaus vertreten eine klare pro-europäische Position. Sie machen darauf aufmerksam, dass sie jeden Tag von der Europäischen Union profitieren. Offene Grenzen, eine einheitliche Währung und interkulturelle Kommunikation, Europa stehe für „Komfort, Sicherheit und Freiheit“. Schätzungsweise 300 Besucher hörten den Rednern zu. Abgerundet wurde das Programm durch das Trio „Tobias Bako & Friends“, die bekannte Pop-, Swing- und Folklieder spielten.

Nordhorn

Um 18.30 Uhr eröffnet Andreas Kinser vom Vorstand der Grafschafter Volksbank eG die Veranstaltung auf der kleinen Bühne. „Wir sind viele, wir sind überall, wir sind Europa“, ruft er den Gästen zu, die es sich an Tischen und Bänken gemütlich gemacht haben. „Wir wollen dazu aufrufen, sich an der Europawahl zu beteiligen und für Europa zu wählen“, fasst er noch einmal das Anliegen des Bündnisses zusammen.

Gegen 20 Uhr betritt Hauptredner Christoph Almering, Geschäftsführer der Euregio, für seinen zehnminütigen Vortrag mit dem Titel „Vom Rand in die Mitte – darum ist Europa vor unserer Haustür so wichtig“ die Bühne. „Nur 5000 Schritte von hier entfernt befand sich die Grenze zu den Niederlanden“, erklärt er. „Heute hält mich kein Schlagbaum auf, ich muss keine Währung mehr wechseln und ich kann dort ohne Probleme arbeiten“, zählt er die Vorzüge des Staatenbundes auf. „Die EU ist das größte Friedensprojekt der Weltgeschichte, und die Feinde der Demokratie rütteln am Haus Europa. Lasst es euch nicht aus den Händen reißen“, schließt er sein Plädoyer für die Wahl.

Ein Dankeschön an Gerhard List + Sponsoren für diese Aktion

 
     
 

 

GN 23.02.2019

 

Leben und Wirken Sauvagerds auf 300 Seiten

 

Buchprojekt der Heimatfreunde Neuenhaus würdigt Grafschafter
Plattdeutsch-Dichter

Bereits 2017 haben sich die Heimatfreunde Neuenhaus intensiv mit Karl Sauvagerd befasst und eine Ausstellung im Alten Rathaus gezeigt – nun soll ein Buch das Lebenswerk des facettenreichen Schriftstellers beleuchten. Die Veröffentlichung ist für den Herbst geplant.

 
         
   
 

Das Wirken des plattdeutschen Heimatdichters Karl Sauvagerd war umfangreicher als bislang bekannt, haben die Heimatfreunde Neuenhaus herausgefunden. Foto: privat

 
         
 

Von Sebastian Hamel

NEUENHAUS „De Tied blif Baas“ hieß der erste Gedichtband, den Karl Sauvagerd 1955 herausgab – und eben diesen Titel wird auch das Buch tragen, an welchem die Heimatfreunde Neuenhaus derzeit arbeiten. Auf 300 Seiten soll das dichterische Lebenswerk des vielseitig begabten Lyrikers abgebildet werden.

Neben einer Vielzahl seiner plattdeutschen Gedichte finden sich darin auch biografische Informationen sowie eine Betrachtung seines Einsatzes für die niederdeutsche Sprache und die deutsch-niederländische Aussöhnung. Ausdrücklich soll „De Tied blif Baas“ dabei kein rein wissenschaftliches Buch für Historiker, sondern ein lesenswertes Werk für alle heimatverbundenen Grafschafter und alle Sprachinteressierten aus dem plattdeutschen Raum werden.

Karl Sauvagerd kam 1906 in Gronau zur Welt, wuchs in Wilsum auf und lebte später in Neuenhaus und Uelsen. Abseits der hauptberuflichen Tätigkeit als Schneidermeister, galt sein Interesse unter anderem der Sprache und der Natur; zudem engagierte er sich als reformierter Laienprediger.

Die Gedichte und Geschichten Sauvagerds erschienen in zahlreichen deutschen und niederländischen Medien; sein Einsatz für das „Nedersaksische“ als Sprache, welche die Menschen diesseits und jenseits der Grenze verbindet, erfuhr insbesondere in den Niederlanden große Beachtung. Karl Sauvagerd starb 1992.

Als sich sein Todestag zum 25. Mal jährte, nahmen die Heimatfreunde Neuenhaus dies zum Anlass, ihre jährliche Ausstellung dem Grafschafter Dichter zu widmen. Die am 17. November 2017 im Alten Rathaus eröffnete Exposition erfreute sich zahlreicher Besucher.

Im Vorfeld hatte sich ein Team der Heimatfreunde intensiv mit der Vita und dem Schaffen Sauvagerds auseinandergesetzt. Dessen Tochter Berta Radicke stellte dafür große Mengen Material aus dem Nachlass ihres Vaters zur Verfügung. Vor und während der Ausstellung zeigte sich, dass viele Werke Sauvagerds noch heute in der Bevölkerung bekannt sind.

Wie umfangreich sein Wirken aber tatsächlich war – das wurde den Beteiligten erst im Zuge ihrer Recherche bewusst. Selbst Historiker Dr. Helmut Lensing zeigte sich überrascht. Er ist einer von drei Autoren, den die Heimatfreunde für die Verwirklichung ihres Buchprojekts gewinnen konnten. Im Nachgang zur Ausstellung soll das Schriftstück nun eine langfristige Würdigung des Heifmatdichters sicherstellen. Lensing zeichnet für den biografischen Teil des Buchs verantwortlich.

Dem vorangestellt ist der literarische Part, um den sich Verena Kleymann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Univsersität Münster, kümmert. Die abgedruckten Werke Sauvagerds sind unterteilt in neun Themenfelder, wie Natur, Heimatverbundenheit oder Historisches. Kleymann ist besonders vom Ausdrucksvermögen des Dichters beeindruckt: „Er hat wirklich ein Händchen gehabt, die richtigen Worte zu finden – nicht nur für die schönen Dinge, sondern auch für traurige Themen.“ Als dritter Autor wirkt Prof. em. Dr. Dieter Stellmacher aus Göttingen, der noch persönlich mit Karl Sauvagerd bekannt war, an „De Tied blif Baas“ mit. Der „Experte fürs Niederdeutsche“ beleuchtet Sauvagerds Blick auf die plattdeutsche Sprache als völkerverbindendes Element. Da dieser Aspekt in den Niederlanden große Aufmerksamkeit erregt hat, erscheint Stellmachers Beitrag sowohl auf Deutsch als auch auf Niederländisch.

„De Tied blif Baas“ wird in einer Auflage von 3000 Stück gedruckt. Wer jetzt schon gespannt auf das Werk ist, muss sich noch ein paar Monate gedulden: Die offizielle Vorstellung des Buchs ist für den 25. September geplant. Dann veranstalten die Heimatfreunde im Rahmen der 650Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Neuenhaus einen Heimatabend unter dem Motto „Hier bin wij to Hus“ mit Moderator Yared Dibaba.

Der Dank des Vereins gilt allen Mitwirkenden sowie den Sponsoren, die das Buchprojekt durch finanzielle Zuwendungen ermöglicht haben – namentlich der Grafschafter Volksbank, der Emsländischen Landschaft und der Stadt Neuenhaus.

 

 
   
 

Sie sind gespannt auf die Buch-Veröffentlichung (von links): Dr. Helmut Lensing, Verena Kleymann, Jurgen Lohuis, Gerda Hagmann, Berend Vette, Klaus Vorrink und Georg Hagmann. Foto: Hamel

 

 
         
   
         
  NOORDOOST TWENTE  
vrijdag 22 februari 2019
 
  OVER DE GRENS  
oldenzaal
 
 

Neuenhaus eert 'platdichter'
Karl Sauvagerd met een boek

 

Tim Nijhof

Neuenhaus
Karl Sauvagerd (1906-1992) wordt' De dichtende Sniederbaas' genoemd. De Platduitse teksten van Sauvagerd, die kleermaker was, raakten in deze regio een gevoelige snaar. Bij de viering van het 650-jarigbestaan van Neuenhaus, in September, verschijnt een boek over zijn werk en leven. Het boek draagt de titel 'De Tied blif Baas'. Zo heette de eerstc dichtbundel in het plat die Sauvagerd uitbracht. „Zijn betekenis voor de grensoverschrijdende beweging is enorm. Veel Nederlandse en Duitse streekgenoten kennen zijn ge­dienten", steh Klaus Vorrink. Vorrink is van de Heimatfreunde Neuen­haus. De heemkundevereniging belegde onlangs een persconferentie, waarin het nog te verschijnen boek over Sauvagerd werd aangekondigd. Die plek was niet toevallig gekozen. De Maßschnieder (kleermaker), die zich ontwikkelde tot gevierd platschrijver, woonde jarenlang in Neuenhaus. Sauvagerd keck als zoon van een Nederlandse moeder en een Duitse vader met een open blik over de schutting, naar de buren aan de andere kant van de grens. Na de Tweede We-reldoorlo gebruikte hij het plat als smeerolie voor de verzoening van Nederlanders en Duitsers, Sauvagerd publiccerde in streektaal magazines als 't Swieniegeltje en droeg samen met andere dialectschrijvers voor uit eigen werk. Hij was een graag geziene gast in het Nedersaksische verspreidingsgebied. Sauvagard zette zieh ook in voor verschillende heemkundeverenigingen en bracht als natuurliefhebber met zijn herbarium de flora en fauna in deze regio in kaart. Voor De Tied blif Baas, het boek dat aan hem gewijd is, stond zijn dochter verschillende van zijn teksten af. Het werk verschijnt in Sep­tember in een oplage van drieduizend exemplaren. In die maand wordt ook het 650-jarig bestaan van Neuenhaus ge­vierd met activiteiten en optredens in een feesttent aan de Neumarkt, waaronder een Heimatavond met de platsprekende Ethiopier Yared Dibaba. De band Die Schlickrutscher treedt die dag op, net als de Ootmarsumse Boerendansers. Verder zingen Duitse kinderen Neder­landse kinderliedjes. Het is een mooie hommage aan het gedachtegoed van Karl Sauvagerd. In zijn gedieht Unse Nabers beschrijft hij de verbondenheid tussen Nederlan-ders en Duitsers in deze streek zo: 'As wij is ower 'n streep gäät kieken, dan kom wij nich in 'n heel frömd land, want alles döt presies sä lieken, an disse as an genne kant'.
 
         
         
 
2018
 
         
 
 
         
 

Das neu erschienene Buch
"Die Grafschaft Bentheim im 1. Weltkrieg"
ist bei den Heimatfreunden an der Lager Straße 19 mittwochs von 9.00 - 12.00 Uhr zu einem Preis von 29,90 € erhältlich.

Auch das Wörterbuch
"Plattdeutsch - Hochdeutsch"
ist für 12,00 € zu bekommen.

 


         
 

GN 1.12.18

Bahnhof Neuenhaus zu neuem Leben erweckt

Bevölkerung ist zur offiziellen Eröffnung und am Wochenende eingeladen / Shuttle zum Weihnachtsmarkt / Nikolaus kommt

Die Grafschaft ist am Zug. Ein wichtiges Etappenziel ist mit der Wiederbelebung des

Bahnhofs in Neuenhaus erreicht. Am bevorstehenden Wochenende kann sich die Bevölkerung ein Bild von dem neuen Bahnhofsareal der Dinkelstadt machen.

NEUENHAUS Seit vier Jahrzehnten fahren zwischen Neuenhaus und Bad Bentheim keine Personenzüge mehr. Das ändert sich im neuen Jahr. „Lebendige Bahnhöfe“ sind ein wichtiger Teil des „Projektes Regiopa“, das die Wiedereinführung des Schienenpersonennahverkehrs in der Grafschaft zum Ziel hat.

Die historischen Bahnhofsgebäude in Neuenhaus und Bad Bentheim sind inzwischen vollständig saniert. Sie werden der Bevölkerung bei Tagen der offenen Tür vorgestellt. In der Dinkelstadt ist das am kommenden Wochenende der Fall. Am Sonnabend, 1. Dezember, von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag, 2. Dezember, von 12 bis 17 Uhr besteht Gelegenheit, das Neugeschaffene in Augenschein zu nehmen. In Neuenhaus ist die Bevölkerung am 30. November von 11 bis 14 Uhr auch zur offiziellen Eröffnung eingeladen.

Wie die Bentheimer Eisenbahn mitteilt, stehen dann vor dem Bahnhof vier Weihnachtsmarktbuden. Es werden Lebkuchenherzen und Leckereien an die Kinder verteilt. Zudem schaut der Weihnachtsmann an beiden Tagen von 13 bis 16 Uhr vorbei. Die Kinder können ihren Wunschzettel abgeben und die Eltern Fotos machen. Außerdem fährt eine kleine Bimmelbahn als Shuttle zwischen Bahnhof und dem Weihnachtsund Brauchtumsmarkt in der Neuenhauser Innenstadt. Besucher haben des Weiteren die Möglichkeit, bei einer Stempelkartenaktion mitzumachen. Am Bahnhof und auf dem Weihnachts- und Brauchtumsmarkt können sie Stempel sammeln und mit etwas Glück tolle Preise gewinnen. Die Verlosung ist am Sonntag, 2. Dezember, um 17.30 Uhr auf dem Brauchtumsmarkt vor dem Alten Rathaus.

Zu Beginn dieses Jahres fiel der Startschuss für das aufwendige Bauprojekt. Das Bahnhofsgebäude wurde komplett entkernt, nur noch die Grundmauern blieben stehen. Bereits Mitte Oktober hat die Bäckerei & Konditorei Arends aus Neuenhaus ihre achte Filiale in dem erneuerten Gebäude eröffnet. Der Familienbetrieb bietet dort nicht nur Backwaren, sondern auch warme Speisen an. Die gut 200 Quadratmeter große Arends-Filiale verfügt über 70 Plätze im Innenraum und gut 40 auf der Terrasse.

In der vergangenen Woche öffnete dann das Reisebüro Berndt seine Türen im Bahnhofsgebäude. Es ist die sechste Berndt-Filiale in der Grafschaft und die zwölfte in der Region. Zum Team von Janine van der Zwaan (Büroleitung) gehören Alice Olde Heuvel und Jasmina Fischer. Ob Familienurlaub, Fernreisen, Kreuzfahrten, Städtereisen oder Gruppenreisen – beraten wird in allen Bereichen, auch außerhalb der Geschäftszeiten (auf Termin). Außerdem können Kunden Bahn-, Musical-, und Veranstaltungstickets erwerben.

„Was wir hier geschaffen haben, findet man in keiner anderen Stadt dieser Größe“, freut sich Vorstand Joachim Berends von der Bentheimer Eisenbahn (BE). Der Bahnhof solle ein Ort der Identifikation werden, an dem man sich gerne aufhalte.

Fassade, Innengestaltung und Umfeld – alles ist neu entstanden. Reisenden und Pendlern steht ein moderner und komfortabler Bahnhof zur Verfügung. Geschaffen wurden

• 120 Meter Bahnsteig,

• zwei Gleise, jeweils 350 Meter lang,

• eine 72 Quadratmeter große Bahnhofshalle

• 46 Parkplätze,

• drei Taxistände,

• kurze Wege zwischen Bahnsteig, Bushaltestelle, Taxiständen und Parkplätzen,

• „Kiss & Ride“-Spuren zum Aus- und Einsteigen direkt vor den Eingängen, • barrierefreie Wege

• Radstationen mit 73 Stellplätzen und abschließbaren Boxen, E-Bike-Fahrer können den Akku aufladen,

• Aufenthaltsräume für die Bentheimer Eisenbahn

• Lager- und Technikräume (46 Quadratmeter) Mehr als 40 Jahre war der Bahnhof stillgelegt. Jetzt ist er zu neuem Leben erweckt. Nach Überzeugung von Bürgermeister Günter Oldekamp wird Neuenhaus in mehrfacher Hinsicht von dem „neuen Mittelpunkt“ profitieren. pez

Vollständig erneuert wurde der Bahnhof in Neuenhaus. Er soll zu einem Ort der Identifikation werden, so die Bentheimer Eisenbahn.

Die „Backbar“ der Bäckerei Arends & Konditorei Arends lädt zum Genießen in besonderem Ambiente ein.

Zum Team des Reisebüros Berndt im Bahnhof gehören (von links) Alice Olde Heuvel, Janine van der Zwaan und Jasmina Fischer.

Die Heimatfreunde Neuenhaus beteiligten sich mit Bildern aus der alten Zeit

 
         
         
  Ausstellung 1914 - 1918 gefallen - vermisst - vergessen  
         
 
   
         
     
         
 
 
         
     
         
     
         
     
         
 

Heimatfreunde im Landtag

Treffen mit Finanzminister Hilbers

HANNOVER 45 Mitglieder der Niedergrafschafter Heimatvereine besuchten kürzlich den Landtag in Hannover und erhielten Einblicke im Leineschloss. Der Programmablauf sah unter anderem einen Film über die Arbeit des Landtages mit kurzen Erläuterungen der jeweiligen Tagesordnungspunkte vor. Anschließend verfolgten die Heimatfreunde die Plenarsitzung auf der Zuschauertribüne. Es fanden Beratungen über die Empfehlung der Enquetekommission „Verrat an der Freiheit – Machenschaften der Stasi in Niedersachsen aufarbeiten“ statt. Es folgte eine Diskussion mit Abgeordneten der verschiedenen Fraktionen. Weitere Informationen, die besonders die Region Grafschaft Bentheim betrafen, gab Finanzminister Reinhold Hilbers aus Lohne.

 
         
     
         
         
 

Einladung zum Tag der offenen Tür

Auch in diesem Jahr veranstalteten wir, einen Tag der offenen Tür. Wir hoffen, Ihnen einen kleinen Einblick in das umfangreich vorhandene Bild-, Dokumenten- und Textmaterial aus Neuenhaus und seiner Geschichte als auch in unsere verschiedenen Tätigkeitsbereichen vom Hochzeitsservice über Archivarbeit bis hin zu einer kurzweiligen Kommunikationsebene gegeben zu haben.

 
         
     
         
     
         
         
 

Begeisterung um „Pingstekronen“

Rege Teilnahme am Wettbewerb der Stadt Neuenhaus

 
         
 

pol NEUENHAUS.
Applaus für die Gewinner und eine Überraschung für alle Teilnehmer gab es bei der Preisverleihung des „Pingstekronen“- Wettbewerbs der Stadt Neuenhaus. Schwer sei ihm und dem Rest der Jury die Entscheidung über die Sieger gefallen, sagte Georg Hagmann, Vorsitzender der Heimatfreunde. 37 Kinder reichten, entweder allein oder in einer Gruppe, insgesamt 13 „Pingstekronen“ ein.

Die Erstplatzierten Antonia und Paula Kappen, Lynn-Marie Garritsen und Jente Schievink erhielten einen 50 Euro-Gutschein der Werbegemeinschaft Neuenhaus. Die Zweitplatzierten Maja und Klara van der Kamp und die Drittplatzierte Jule Lübbermann konnten sich über entsprechende Gutscheine im Wert von 40 bzw. 30 Euro freuen. Diese Preise stiftete die Stadt Neuenhaus.

Auch alle anderen Teilnehmer hatten Grund zur Freude: Die Stadtwerke stifteten zusätzlich allen Kindern, die es nicht unter die ersten drei Plätze schafften, jeweils zwei Freikarten für das Dinkelbad.

Das Basteln von „Pingstekronen“ hat unter Neuenhauser Kindern Tradition. Zu Pfingsten schmücken sie ein Gerüst aus Weidenruten mit Eichenlaub und Naturblumen. Dann stellen sie sich damit an die Straße und fordern Passanten mit dem Spruch „Ij goaht, as‘t U belieft, unner de Pingstekrone döör. Hebb Ij noch een Deut föör de Pingstekrone“ dazu auf, die selbstgestaltete Krone zu betrachten und mit einem „Deut“ zu würdigen.

http://grafschafternachrichten.ger.newsmemory.com/newsmemvol1/germany/grafschafternachrichten/20180601/gnhp1_0601_s21.001.pdf.0/img/Image_4.jpgDie Siegerinnen des Wettbewerbs (vorne, von links): Maja und Klara van der Kamp (2. Platz), Jule Lübbermann (3. Platz) sowie Antonia Kappen und Lynn-Marie Garritsen (es fehlten Paula Kappen und Jente Schievink) (1. Platz). Es gratulierten (hinten, von links): Jeannette Braakmann von der Samtgemeinde Neuenhaus, Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp und der Vorsitzende der Heimatfreunde Neuenhaus, Georg Hagmann. Foto: Pollmann

 
     
         
 

Kräuterwanderung in Neuenhaus
nach dem Vorbild von Karl Sauvagerd

Die heimatlichen Naturheilkräfte

 
         
 

Über Kräuteram Wegesrand informierten Katrin Leuchtenberger (rechts) und Anja Tolhuis von der Grafschafter Kräuterschule die Teilnehmer, die sich in Neuenhaus auf die Spuren des 1992 verstorbenen Neuenhauser Heimatdichters und Pflanzenkundlers Karl Sauvagerd gemacht haben.
Foto: Vette

 
         
     
         
     
         
 

Manches Pflänzchen mag im Vorbeigehen gar nicht wahrgenommen oder als Unkraut abgetan werden – dabei sind am Wegesrand echte Heilkräuter zu finden. Auf Einladung der Heimatfreunde Neuenhaus hat sich nun eine Gruppe von Interessierten in der Dinkelstadt auf die Suche nach den besonderen Gewächsen begeben. Mit Katrin Leuchtenberger und Anja Tolhuis von der Grafschafter Kräuterschule, die dem „KunstWerk“ in Schüttorf angegliedert ist, hatten die mehr als 40 Teilnehmer zwei Expertinnen an der Seite: Ausführlich gingen sie auf die Eigenschaften der jeweiligen Pflanzen ein und führten den Kräuterwanderern vor Augen, welch grüne Schätze vor der Haustüre gedeihen.

Ausgangspunkt war das Alten Rathaus im Stadtzentrum. Von dort aus marschierten die Spaziergänger entlang des Stadtgrabens Richtung Dinkelsee. Das sonnige Frühlingswetter gab der Veranstaltung den perfekten Rahmen. Aufgrund der hohen Zahl an Anmeldungen erfolgte die Wanderung in zwei Gruppen. Gundermann, Knoblauchrauke, Giersch, Brennnessel, Wiesenschaumkraut, Taubnessel, Hirtentäschel, Wegerich, Lö- wenzahn und Vogelmiere waren nur einige der gefundenen Kräuter. „Mit großer Fachkompetenz haben Katrin Leuchtenberger und Anja Tolhuis die Pflanzen erkannt und bestimmt“, berichtet Georg Hagmann, Vorsitzender der Heimatfreunde, beeindruckt. Die Teilnehmer seien mit Begeisterung dabei gewesen und hätten sich viele Notizen gemacht. Die Leute stammten laut Georg Hagmann aus der ganzen Grafschaft und deckten alle Altersgruppen ab. Sogar drei Kinder seien mit von der Partie gewesen. „Und auch Männer“, wie der Vereinsvorsitzende augenzwinkernd anmerkt. Er betont, wie wichtig es ist, sich die Bedeutung der Kräuter bewusst zu machen: „Wo unsereins einfach vorbeiläuft, was wir nur als lästiges Unkraut wahrnehmen – das ist in Wahrheit sehr wertvoll“, sagt er.

Vom Nachmittag bis in die Abendstunden waren die Wanderer unterwegs. Zurück am Alten Rathaus, gab es als Stärkung herzhafte Brote mit Dips und Kräuterbutter – für deren Herstellung sich die Pflanzen in frischem Zustand gut eigenen. Aus Tees standen zur Verköstigung bereit. Mit Blick auf die Getränke wurde informiert: „Kräuteranwendungen entfalten ihre heilsame Wirkung nie schlagartig, sondern milde, langsam und stetig.“ Außer in Nahrungsmitteln und im Gesundheitswesen finden Kräuter seit jeher ihren speziellen Platz auch bei den „geistigen Getränken“ in den Kräuterschnäpsen und -likören aller Art: Nach Angaben der Heimatfreunde konnte man in einer Gastwirtschaft in Lage einen „Smeerigen“, einen von einem ehemaligen Lager Pastor kreierten Kräuterlikör, einnehmen. Der Grafschafter Heimatdichter Karl Sauvagerd (1906 – 1992) berichtet, dass ihm dieses Getränk in besonderer Weise nicht geschmeckt habe.

Die Wanderung erfolgte im Nachgang der großen Ausstellung, mit welcher die Heimatfreunde Neuenhaus Ende vergangenen Jahres die Werke und Verdienste des bekannten Dichters würdigten. Neben seiner lyrischen Betätigung widmete sich Sauvagerd nämlich mit großem Interesse der hiesigen Pflanzenwelt. Schon in den 1930er-Jahren legte er ein umfassendes Herbarium an, in dem er etliche Kräuter sammelte und beschriftete. In seiner Gedichts- und Geschichtensammlung „Van Kruud en Unkruud“ warf er die Frage auf, ob es „Unkraut“ überhaupt gibt. Das Kräuterwissen kam ihm während der Kriegsgefangenschaft in der damaligen Tschechoslowakei zugute, wo er sich um seine Mitgefangenen kümmerte. „Aufgrund seiner intensiven Beschäftigung mit der Botanik und insbesondere der Heilkräuterwissenschaft war Karl Sauvagerd die Volksmeinung, dass gegen jede Krankheit – bis auf den Tod – ein Kraut gewachsen sei, nicht fremd“, teilen die Heimatfreunde Neuenhaus mit.

Sein Schaffen auf dem Gebiet der Kräuterkunde gipfelte 1973 in der Veröffentlichung des Werks „Heimatliche Naturheilkräfte“. In dessen Vorwort schreibt er: „Eine vollständige Aufzählung aller Arten und Pflanzen ist nicht möglich, doch soll versucht werden, einen kleinen Teil der wichtigsten Pflanzen zu beschreiben, um einen Einblick in die Fülle der Naturheilkräfte zu geben, welche uns auf Schritt und Tritt umgeben und sich dem Interessenten umsonst anbieten.“

Die jetzige Kräuterwanderung steht sogar in einer gewissen Tradition, wie ein Blick ins GN-Archiv zeigt: In der Ausgabe vom 17. Juli 1986 berichtet GN-Redakteur Willy Friedrich von Heilkräuterwanderungen in Uelsen, die Karl Sauvagerd selbst anleitete und die auch damals eine rege Beteiligung erfuhren. Die zwei Ziele waren seinerzeit dieselben wie heute, wie dem Artikel zu entnehmen ist: „Einmal soll den Teilnehmern die Vielfalt der heimischen Flora, die in der Regel unbeachtet am Wegesrand steht, gezeigt und nähergebracht werden. Zum anderen geht es darum, ihren Wert für den Menschen und für eine intakte Ökologie aufzuzeigen.“ Mit Blick auf die kürzlich erfolgte Neuauflage der Wanderungen sagt Georg Hagmann erfreut: „Die Resonanz hat uns positiv überrascht.“ Viele Teilnehmer hätten zudem bekundet, sie wüssten noch Interessenten, die am betreffenden Datum verhindert waren. Deshalb besteht seitens der Heimatfreunde die Überlegung, im kommenden September noch eine Wanderung anzubieten.

Die Räume der Heimatfreunde an der Lager Straße 19 in Neuenhaus sind jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr für jeden Interessierten geöffnet. Das Buch „Heimatliche Naturheilkräfte“ von Karl Sauvagerd kann dort entliehen werden. Weitere Informationen zum Verein gibt es im Internet unter www.heimatfreunde- neuenhaus.de.

 
         
 

Wissenswertes zu regionalen Kräutern

Bei ihrer Wanderung durch Neuenhaus haben die Teilnehmer von den Mitarbeiterinnen der Grafschafter Kräuterschule viel Wissenswertes erfahren. Hier einige Auszüge:

Gesundheitsfördernd

Alle essbaren Wildkräuter sind vitaminund mineralstoffreich, basisch im Körper und enthalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind gesunde Urnahrung, die Mangelkrankheiten aller Art vorbeugt und das Immunsystem stärkt. Enthaltene Bitterstoffe unterstützen die Verdauung.

Verwendungsmöglichkeiten

Giersch: Spinat, Suppe, Quark, Butter, aromatisiert Apfelsaft.
Löwenzahn: Salat, Spinat, Blütenhonig.
Spitzwegerich: Salat, Spinat, Suppe, Knospe schmeckt nach Champignon.
Breitwegerich: Samenstände sind der Müsliriegel für unterwegs.
Knoblauchsrauke: Salat, Spinat, Quark, Butter, Pesto.
Sauerampfer: Salat, Spinat, Quark, Butter, Suppe. Achtung: Verwechslungsgefahr mit Krausem Ampfer (siehe unten), wirkt ätzend auf die Speiseröhre.
Ehrenpreis/Veronica: Salat, Spinat, Quark, Butter.
Brennnessel: Salat, Spinat, Butter, Suppe, Tee, Samen geröstet.
Weiße Taubnessel: Zum Abmildern des intensiven Geschmacks der anderen Kräuter, gelbe und rosa Blüten zur Dekoration und zum Aussaugen des Nektars. Holunderblüten: Wild-Snack, Salat, Ausbacken für Sirup und Likör.
Holunderfrüchte: Nur gekocht verwenden für Saft und Suppe.
Gundelrebe/Gundermann: Roh wenig in Salat, überbrüht zitronig, für Salat, Spinat, Quark, Butter, Tee.
Wiesenschaumkraut: Enthält Senföle, würzig in Salat, Spinat, Suppe, Butter, Quark.
Bewimpertes Schaumkraut: Enthält Senföle, würzig in Salat, Spinat, Suppe, Butter, Quark.
Scharbockskraut: Vitaminbombe, nur vor der Blüte in Salat, Butter, Knospen als Wildkapern.
Gänseblümchen: Blätter für Salat, Spinat, Suppe, Blüten als essbare Dekoration.
Winterportulak: Vitaminbombe, nur vor der Blüte frisch in Salat sowie in grüne Smoothies.
Im Alltag gut einzusetzen
Spitzwegerichsaft: Lindert Juckreiz nach Insektenstichen, unterstützt die Heilung kleiner Wunden.
Spitzwegerichsirup: Hilft bei Husten.
Giersch: Kurativ unterstützt bei Gicht.
Brennnessel: Wirkt blutreinigend und blutbildend, macht schönes Haar/Fell, die Samen sind immunstärkend.
Holunderblüten: Als Tee schweißtreibend.
Nicht essbare Pflanzen
Efeu: Leicht giftig, nur Fertigprodukte gegen Husten verwenden, nicht als Tee.
Krauser Ampfer: Wirkt ätzend auf die Schleimhäute wie zum Beispiel die Speiseröhre.
Schöllkraut: Gelber Saft giftig, soll äußerlich durch Betupfen gegen Warzen helfen.

 
         
 

GN

Sauvagerd-Tonband von 1965 aufgetaucht

Heimatfreunde erhalten Original-Mitschnitt einer Lesung des Neuenhauser Heimatdichters

Die Karl-Sauvagerd-Sammlung der Heimatfreunde Neuenhaus wird immer größer: Aus dem Tonbandarchiv von Pastor Jan Ringena erhielten sie nun den Mitschnitt einer Lesung des 1992 verstorbenen Neuenhauser Heimatdichters. Die knapp einstündige Aufnahme entstand 1965.

Von Andre Berends

NEUENHAUS. „ Ausschuss für Festgestaltung – 14. Oktober 1965“, sagt Pastor Jan Ringena. Er hat sein Aufnahmegerät im Gemeindehaus an der Hinterstraße in Neuenhaus aufgebaut. Dort ist ein Treffen anberaumt worden, in dem die 600-Jahr-Feier der Stadt vorbereitet werden soll. Die steht 1969 an. Mit am Tisch sitzt Karl Sauvagerd. Der Schneidermeister, der mit seiner Familie in einem kleinen Haus an der Hauptstraße lebt, will aus seinen Gedichten und Erzählungen vortragen, die er bereits seit seiner Jugend verfasst hat. Vielleicht ist etwas dabei, das gut zum Stadtjubiläum passt.

„Ist das schon angestellt?“, fragt Karl Sauvagerd und schiebt schnell hinterher: „Augenblick, noch nicht!“ Er ist noch nicht ganz fertig, muss seine Tasche noch verstauen. „Ja, das macht nichts. Das läuft schon mal mit“, sagt Jan Ringena beschwichtigend. Einige Sekunden vergehen, dann trägt Karl Sauvagerd mit ruhiger Stimme sein erstes Gedicht vor – wie es bei ihm üblich ist, auf Plattdeutsch: „So’n klein Leedtien“. Der 59-Jährige ist fast eine Stunde „auf Sendung“. Er gibt Anekdoten zum Besten, Weisheiten, findet aber auch ernste Worte. Vor allem, wenn es um sein Herzensthema geht: den Erhalt der Natur. Seine Erläuterungen zwischen den Texten gibt er auf Hochdeutsch. Mit einem Abendgebet endet die Aufnahme.

Was danach mit dem Tonband geschieht, ist nicht klar. Fest steht nur, dass es irgendwann mit vielen weiteren Tonbändern im Keller von Jan Ringena verschwindet. Diesen Bestand vermacht der Pastor, der von 1955 bis 1985 in der reformierten Kirchengemeinde Hoogstede tätig ist, eines Tages seinem Sohn Karl Ringena. Der nimmt den Schatz mit nach Berlin und digitalisiert ihn.

Als Karl Ringena seine Eltern an Weihnachten 2017 besucht, wird er bei einem Spaziergang auf die große Karl- Sauvagerd-Ausstellung aufmerksam, die die Heimatfreunde Neuenhaus im Alten Rathaus zeigen. Er besucht sie am letzten Tag, berichtet Vorstandsmitglied Bernd Vette von seiner Vermutung, zu Hause noch eine Aufnahme von Karl Sauvagerd zu haben – und schickt sie bereits am Tag darauf per Mail nach Neuenhaus. Neben der Datei soll bei nächster Gelegenheit auch das Tonband selbst die Sammlung der Heimatfreunde ergänzen. Bei einem Vereinsabend oder „Tag der offenen Tür“ sollen Interessierte die Möglichkeit bekommen, den Mitschnitt zu hören.

http://grafschafternachrichten.ger.newsmemory.com/newsmemvol1/germany/grafschafternachrichten/20180201/gnhp1_0201_s20.pdf.0/img/Image_4.jpg http://grafschafternachrichten.ger.newsmemory.com/newsmemvol1/germany/grafschafternachrichten/20180201/gnhp1_0201_s20.pdf.0/img/Image_6.jpg http://grafschafternachrichten.ger.newsmemory.com/newsmemvol1/germany/grafschafternachrichten/20180201/gnhp1_0201_s20.pdf.0/img/Image_5.jpg

In seinem Pfarrkalender von 1965 hat Pastor Jan Ringena (links) den Termin der Ausschusssitzung in Neuenhaus notiert: 14. Oktober, 17 Uhr. Zu dieser Sitzung, in der die 1969 anstehende 600-Jahr-Feier der Stadt geplant wurde, kam auch der Heimatdichter Karl Sauvagerd. Er trug Gedichte und Erzählungen vor, die Jan Ringena auf einem Tonband aufzeichnete. Diesen Mitschnitt stellte Jan Ringenas Sohn Karl Ringena (rechts) nun der Karl-Sauvagerd-Sammlung der Heimatfreunde Neuenhaus zur Verfügung. Fotos: privat

http://grafschafternachrichten.ger.newsmemory.com/newsmemvol1/germany/grafschafternachrichten/20180201/gnhp1_0201_s20.pdf.0/img/Image_10.jpg

Das Tonband
aus dem Jahr 1965.

 
         
2017
         
 

GN 18.12.2017

Auch überliefertes Wissen und Brauchtum sind Kulturerbe

Emsländische Landschaft: Grenzen, Traditionen, Identitäten

Das Jahr 2018 steht europaweit ganz im Zeichen des kulturellen Erbes. Die Emsländische Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim plant daher gemeinsam mit der niederländischen Provinz Drenthe und zahlreichen örtlichen Partnern ein Projekt, das insbesondere das Immaterielle Kulturerbe diesseits und jenseits der Grenze ins rechte Licht rücken soll.

Bei einem Dialogabend im Kommunal- und Kreisarchiv in Nordhorn stellten Dr. Sebastian Traunmüller, neuer Kulturmanager der Emsländischen Landschaft, und Dr. Andreas Eiynck vom Lingener Emslandmuseum nähere Einzelheiten zu dem geplanten Projekt „Grenzen, Traditionen, Identitäten“ vor. Erschienen waren Vertreter von Museen und Heimatvereinen aus der Ober- und Niedergrafschaft sowie Interessenten von weiteren Kultureinrichtungen.

Traunmüller erläuterte zunächst den Begriff „Immaterielles Kulturerbe“. Im Gegensatz zum klassischen „Kulturgut“, das zumeist durch Kunstschätze und Monumente repräsentiert wird, versteht man darunter Bereiche wie Traditionen und Bräuche sowie überliefertes Wissen, Können und Fertigkeiten. Insbesondere geht es im Europäischen Kulturjahr 2018 darum, wie dieses Erbe lebendig gehalten und an künftige Generationen weitergegeben werden kann. Dr. Eiynck verwies auf entsprechende Traditionen aus der Grafschaft – vom Schoosollenbacken und Middewinterhornblasen bis zum Steinhauerhandwerk und überlieferten Agrartechniken.

In einer lebhaften Diskussion wies Albert Rötterink aus Emlichheim darauf hin, dass die Grafschaft bislang vor allem Kontakte zur Twente unterhalte und kaum in die Provinz

Drenthe. Kulturamtsleiter Bernhard Jansen vom Landkreis sieht hierin eine große Chance, neue Partner für die Kulturarbeit zu gewinnen.

Vertreter mehrerer Heimatvereine verwiesen auf die hohe Arbeitsbelastung, die eine Mitarbeit an weiteren Projekten einschränke. Auch die finanzielle Unterstützung hatten sich manche höher vorgestellt und fragten nach Finanzierungsmöglichkeiten für andere Vorhaben.

PS

Dr. Traunmüller besuchte unsere Ausstellung über den Heimatdichter und Botaniker Karl Sauvagerd. Von dem gesamten Umfang dieser Ausstellung war er sehr angetan. Ende Januar werden wir gemeinsam überlegen mit welchen Holl. Partnern, wir, wann und wo eine Ausstellung in der Grafschaft Bentheim/Neuenhaus/Osterwald durchführen werden.

 
         
         
 

GN 25.11.2017

Sauvagerd-Ausstellung zum 25. Jubiläum der Heimatfreunde Neuenhaus erfährt großen Zuspruch

 

Die Ausstellung „De Tied blif Baas“ der Heimatfreunde Neuenhaus über den Dichter Karl Sauvagerd hat einen erfolgreichen Start hingelegt: Zur Eröffnungsfeier erschienen rund 150 Menschen im Alten Rathaus, weitere 80 Besucher konnte der Verein am ersten Öffnungssonntag begrüßen.

Von Sebastian Hamel

 
         
   
         
     
         
 

GN 11.11.2017

Zu Ehren eines großen Grafschafters

Heimatfreunde Neuenhaus zeigen Werke von Karl Sauvagerd – Eröffnung am 17. November

Die Heimatfreunde Neuenhaus feiern ihr 25-jähriges Bestehen. Ebenso ist der Tod des Grafschafter Dichters Karl Sauvagerd nunmehr ein Vierteljahrhundert her. Mit einer Ausstellung im Alten Rathaus will der Heimatverein das vielfältige Wirken Sauvagerds beleuchten.

Von Sebastian Hamel

   
         
 

Einladung  

die Heimatfreunde Neuenhaus e. V. feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, Ihnen uns und unsere Arbeit vorzustellen.
Da trifft es sich, dass sich der Todestag des Neuenhauser Heimatdichters Karl Sauvagerd in diesem Jahr auch zum 25. Mal jährt. Karl Sauvagerd war nicht nur Handwerksmeister, er war Heimatdichter in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache, Romanautor, Musiker, Naturliebhaber und –forscher, Botaniker von hohen Graden und nicht zuletzt auch Familienvater. Der Verein Heimatfreunde Neuenhaus e.V. hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, das Wirken des völlig zu Unrecht nahezu in Vergessenheit geratenen „Schniederbaas“ in all seinen Talenten und Werken aufzuzeigen.
Zu all den Begabungen und Arbeitsbereichen dieses außergewöhnlichen Mannes haben wir eine Ausstellung zusammengestellt und unter den Titel seines wohl bekanntesten Lyrikbandes gestellt: De Tied blif Baas .
Wir freuen uns nun, Ihnen diese präsentieren zu dürfen und laden Sie zur Eröffnungsfeier am 17.11.2017 um 18.00 Uhr herzlich ein. Begleitet wird diese Eröffnungsfeier von einem attraktiven Rahmenprogramm mit höchst informativen Fachvorträgen.

   
         
 

Einladung zum Tag der offenen Tür

Auch in diesem Jahr - der Verein blickt auf sein 25-jähriges Bestehen zurück - veranstalten wir, die Heimatfreunde Neuenhaus e. V. einen Tag der offenen Tür und geben in diesem Rahmen allen Mitgliedern, Freunden und Interessierten die Möglichkeit, einen Einblick in unsere vielfältigen Arbeitsbereiche. In der Zeit von 14.00 – 18.00 Uhr am 17.09.2017 stellen wir uns in unserem Vereinsheim an der Lager Straße wieder vor. Wir geben Ihnen einen Einblick sowohl in das umfangreich vorhandene Bild-, Dokumenten- und Textmaterial aus Neuenhaus und seiner Geschichte als auch in unsere verschiedenen Tätigkeitsbereiche vom Hochzeitsservice über Archivarbeit bis hin zu einer kurzweiligen Kommunikationsebene. Nutzen Sie die Gelegenheit, mit uns ins Gespräch zu kommen.

Gern geben wir auch Auskunft über den Stand der Vorbereitungen der diesjährigen Ausstellung, die die Lebensleistung des Neuenhauser Heimatdichters Karl Sauvagerd anlässlich seines 25. Todestages zum Gegenstand hat.

Nutzen auch Sie die Gelegenheit, die Heimatfreunde Neuenhaus näher kennzulernen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Georg Hagmann

(1. Vorsitzender)

   
         
 

Besuch Christian Lonnemann

Für eine Besichtigung unserer Vereinsräume hatten wir Christian Lonnemann, Leiter des Kreis- und Kommunalarchivs Nordhorn eingeladen. Von den gezeigten wertvollen Dokumenten unserer Heimatstadt war er sehr angetan. Er versprach uns professionell und bei der Archivierung zu unterstützen

   
         
 

GN 24.6.027

Die Zukunft der Heimatvereine

Vereine auf der Suche nach Strategien gegen Mitgliederschwund

Haben Heimatvereine eine Zukunft? Auf den ersten Blick sieht es nicht danach aus. Zwar gibt es in der Grafschaft 35 Vereine, die sich der Pflege des Heimatgedankens, der Tradition und des Brauchtums verschrieben haben. Aber fast alle klagen sie über sinkende Mitgliederzahlen. So auch in dieser Woche bei einem Treffen von rund 40 Heimatfreunden aus der gesamten Grafschaft.

   
         
 

Der Seniorenbeirat der Stadt Neuenhaus informierte sich bei den Heimatfreunden über deren Archivarbeit, den Hochzeitsservice
und über die sonstigen Aktivitäten.

Am Ehrenamtsabend 29.6.17 im Festzelt Kommersabend des Schützenvereins Neuenhaus werden Mitglieder der Heimatfreunde teilnehmen-

 

   
         
  Van Gogh Haus Drenthe in Nieuw-Amsterdam

Am Mittwoch, dem 31. Mai, machten 10 Mitglieder unseres Vereins eine Exkursion nach Nieuw-Amsterdam und Oud-Schoonebeek. Ziel waren das Van Gogh Haus Drenthe in Nieuw-Amsterdam und das Museum „Zandstrooiboerderij“ mit einer Erdölausstellung in Schoonebeek.

 
         
 

Tag der offenen Tür
beim Kreis-und Kommunalarchiv.

Am Freitag, den 28. April 2017 wurde das Kreis-und Kommunalarchiv in Nordhorn eröffnet.
Die Heimatfreunde haben sich mit einer Ausstellung beteiligt und haben verschieden Arbeitsbereiche vorgestellt. Die Bilder über unseren Hochzeitsservice und der Archivarbeit fanden reges Interesse.
„Das Kreis und Kommunalarchiv soll fortan ein Zuhause für alle archivwürdigen Dokumente bieten und ein Ort der lebendigen Auseinandersetzung mit der Grafschafter Geschichte werden“. Getragen wird das Archiv von sieben Grafschafter Kommunen und dem Landkreis. Das Archiv ist ein Schmuckstück für die Heimat- und Regionalforschung und wird von Christian Lonnemann geleitet. Am Sonnabend, den 29. April haben viele Besucher die Gelegenheit genutzt, das Archiv in Augenschein zu nehmen.

   
         
 

Heimatfreunde Neuenhaus
empfangen Kindergarten

Die Kinder des ev.-luth. Johannis Kindergartens, Projektgruppe „Unsere Stadt Neuenhaus“ besuchten die Heimatfreunde an der Lager Straße. Unser erster Vorsitzender Georg Hagmann erzählte viele interessante Geschichten und zeigte alte und neue Fotos der Stadt Neuenhaus von markanten Gebäuden. Die Kinder erkannten viele Unterschiede zwischen Neuenhaus früher und jetzt.

Das Interesse an den Hochzeitsfotos, vom Hochzeitsservice der Heimatfreunde war sehr groß. Das Foto vom „alten Mann“ in der Vitrine, unserem Neuenhauser Heimatdichter Karl Sauvagerd, fand besonderes Interesse.

Weitere Besichtigungen und Erkundigungen sollen demnächst folgen.

   
         
         
 

Heimatvereine treffen sich im Nordhorner Stadtmuseum

Der Grafschafter Museumsverein hatte am 31.01.2017 die Heimatvereine der Grafschaft in das Stadtmuseum Nordhorn im Nino-Hochbau eingeladen und zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter waren gekommen.

 

 

Das Treffen diente vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen. Dabei nahm Nadine Höppner, seit dem 01.03.2016 Museumsleiterin, die Gelegenheit wahr, sich vorzustellen und anschließend die Gäste durch die Räumlichkeiten zu führen. Außerdem stellte sie die aktuelle Ausstellung „Christa Peters – Bilder einer (fast) vergessenen Fotografin“ vor, die auf reges Interesse traf.

Die anschließend geführten Gespräche bei Kaffee und Kuchen machten deutlich, dass ein großer Bedarf an Information, Austausch und Zusammenarbeit besteht. Auch das Thema Internetpräsenz nahm einen großen Platz ein.

Die Runde verständigte sich auf ein zeitnahes Treffen der Vorsitzenden zur weiteren Bearbeitung dieser Themen.

 
         
 

Am Neujahrsmorgen
um 5.00 Uhr findet zur Begrüßung des neuen Jahres ebenfalls ein Wachtumzug statt.

Auch, wenn es noch so früh ist, würden wir uns sehr freuen, wenn viele unserer Mitglieder an dieser Veranstaltung teilnehmen würden

 

Het oude Jaar is nu vorby,
het nieuw is aangekoomen. Daar wenschen wy, van Harten bly, aan Uw en alle Vroomen; Den nieuwen Geest int nieuwe Jaar, glücksalig Leven met alkaar. En God sol onz gelyden. Fijf heeft de Klock - wy schyden

 
         
         
 
2016
 
         
 

Wachtumzug

Am Silvesterabend findet wieder der traditionelle "Wachtumzug" statt. Ab 20:00 Uhr startet der Wachtumzug an der Boussy-Saint-Antoine-Brücke beim Uelser Tor in der Hauptstraße 4 in Neuenhaus.

Einheimische und Gäste sind herzlich eingeladen. Die Heimatfreunde würden sich sehr freuen,
wenn viele unserer Mitglieder an dieser Veranstaltung teilnehmen würden und die Nachtwächter, die Wacht, auf ihrem Gang von Tor zu Tor begleiten und das Wachtlied mit ihnen zu Singen


 

Wachtlied:"

Doar kom wy aangetreden,
de Klock slaat over tien. Slaapt maar geröst in Vreden,
wy sulln dr well to sien. Maakt Doär en Fensters dicht,
bewaart Uw Vuur en Licht; Gy könt slapen - wy moeten waaken. Dat is onze Plicht.

 
         
 

Twentsche Middewinterhornwanderung

Am 18.12.2016 findet die Twentsche Middewinterhornwanderung auf dem Landgut Twickel statt.
Die Heimatfreunde würden sich sehr freuen,
wenn viele unserer Mitglieder an dieser Veranstaltung teilnehmen würden


 

Landgut Twickel

Das einzigartige, historische Landgut Twickel in der Re­gion Twente bietet ausgezeichnete Möglichkeiten für Ta­gesausflüge. Die Grösse des Landguts beträgt sage und schreibe 4.100 hektar. Sowohl im Waldgebiet mit jahrhun­dertealtem Eichenbewuchs, Bächlein und Holzwällen, als auch entlang lieblich hügelnder Acker, Weideflächen und Heidefeldern befinden sich wunderschöne Rad- und Wan­derwege. Besuchen sie auch den berühmten Schlosspark, den Gemüsegarten und den Landgutladen.

Eine reiche Historie

Die Geschichte Twickels reicht bis ins Mittelalter zurück. Zwischen 1347 und 1953 wurde das Landgut immer väter­licherseits dem Sohn bzw. der Tochter vererbt. Auf diese Weise kam das Landgut im Laufe der Zeit in den Besitz der Familien Van Twickelo, Van Raesfelt, Van Wassenaer Ob­dam und Familie Van Heeckeren van Wassenaer. Die letz­te Besitzerin, Baronin Van Heeckeren van Wassenaer, Grä­fin Van Aldenburg Bentinck, blieb kinderlos und beschloss im Jahre 1953 Twickel in eine Stiftung um zu wandeln, und somit das Ganze als Natur- und Kulturmonument zu er­halten. Twickel ist gegenwärtig eines der ansehnlichsten und best erhaltenen Landgüter in den Niederlanden.

Schloss Twickel

Das Schloss befindet sich in zentraler Lage inmitten der Ländereien. Die ältesten Gebäudeteile worunter der Turm stammen aus dem 15. Jahr­hundert. Über Jahrhun­derte wurde das Schloss stetig ausgebaut und ver­schönert. Im 18. Jh. zum Beispiel, wurden die Bau­häuser mit den Pferdestäl­len und Kutschenhaus am Vorplatz errichtet. Schloss Twickel wird noch immer bewohnt. Aufgrund der empfindlichen Innenaus­stattung ist der öffentliche Zugang eingeschränkt. An einigen Tagen im Jahr je­doch, wird es Besuchern ermöglicht an Schlossfüh­rungen teil zu nehmen.

 
         
 

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung

Am Mittwoch, dem 23.11.2016, eröffnen wir um 18 Uhr im Alten Rathaus die Fotoausstellung

Neuenhaus feiert

Die Neuenhauser Bürger und ihre Gäste haben von jeher gern gefeiert.
Momentaufnahmen aus der Neuenhauser Festkultur hat Siegfried Wigger in Zusammenarbeit mit den Heimatfreunden Neuenhaus in akribischer Kleinarbeit zu einer bunten Bildermischung zusammengestellt, die nun der Öffentlichkeit präsentiert wird. Siegried Wigger wohnt in Neuenhaus, ist Lehrer und Ausbildungsleiter am Gymnasium in Meppen und begeisterter Fotograf mit Erfahrungen von mehreren Ausstellungen und preisgekrönter Teilnehmer an mehreren Fotowettbewerben. In den Fotografien von Siegfried Wigger werden die gemeinschaftsstiftenden und gemeinschaftserhaltenden Aspekte des Feierns dokumentiert .

Die Ausstellung ist nach der Eröffnung sonntags vom 27.11. bis 18.12. jeweils von 14.00 – 18.00 Uhr geöffnet und außerdem noch am Wochenende mit dem Weihnachtsmarkt und am 2. Weihnachtstag, dem 26.12.2016

 

 

 
         
 

Der Landrat
kommt zum Tag der offenen Tür

Am Mittwoch, dem 02.11.2016 besuchte uns der Landrat. Da er an unserem Tag der offenen Tür verhindert war, hatte er sich zu diesem Termin angesagt. Gegen 15.00 Uhr begrüßte ihn Georg Hagmann und der harte Kern der Mittwochsgruppe. Zunächst wurden ihm die „neuen“ Räume vorgeführt und anschließend traf man sich in unserem Versammlungs- und Arbeitsraum zu einem regen Gedankenaustausch.

Der Landrat zeigte sich sehr beeindruckt von dem Engagement, der Arbeitsweise und dem vorhandenen Fundus an historisch bedeutsamen Unterlagen, Sammlungen und Materialien.

 
         
  Tag der offen Tür

Wir bezogen in den vergangenen Monaten neue Räume in der Lager Straße 19, weil die bisherigen Vereinsräume zugunsten
der im gleichen Hause ansässigen Sternwarte aufgegeben werden mussten.

Wir haben dieses Ereignis zum Anlass genommen, unsere Arbeitsbereiche vorzustellen:

         
  Unsere diesjährige Radtour, mit anschließendem Grillen fand am Samstag, den 6. August bei herrlichem Wetter statt.
 
   
         
  Heimatfreunde danken für die Mithilfe beim Umzug von der Morsstraße zur Lagerstrasse    
 


     
 

Jahreshauptversammlung
Tagesordnung
in unseren neuen Räumen
Lagerstrasse 19

Protokoll der Jahreshauptversammlung

   
         
       
         
 

Umzug in die Lager Straße 19 (ehealige Landwirtschaftsschule)
Wie ihr sicher alle wisst, ist dieser Umzug nötig, damit die Sternwarte ihren geplanten Erweiterungsbau errichten kann.

Wir würden uns sehr freuen, wenn uns einige Mitglieder beim Umzug von der Morsstraße in die neuen Räume an der Lagerstraße helfen würden.