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Landkarten

Anfang Februar 1998 gab es in den Räumen des Kunstervereins Grafschaft Bentheim an der Hauptstraße 37 in Neuenhaus eine Ausstellung alter Landkarten von 1501 bis 1872. Sie wurde maßgeblich gestaltet von Helmut Reinhard aus Neuenhaus. Er wollte zeigen, dass sich Grafschafter Orte in unterschiedlichen Schreibweisen schon früh auf alten Landkarten finden. Dazu nutzte er einen Ausstellungskatalog von 1996: Imago Germaniae – Das Deutschlandbild der Kartenmacher in fünf Jahrhunderten. Es wurden einige Originale gezeigt und viele Kopien.
Der Experte für alte Landkarten, Michael Recke aus Emden, steuerte viele nützliche Tipps bei und hielt den Vortrag zur Eröffnung. Im September 1998 gab es dieselbe Ausstellung im Alten Rathaus in Uelsen.
Am 29.06.2023 hat Herr Recke bei den HFN erneut referiert. Er hat 2022 die alte  HP in nachfolgender Weise aktualisiert und mit LINKS versehen. Das Foto etwas weiter unten hat er auch zusammengestellt.
Man kann jede Landkarte hier drunter direkt anklicken.
   

Ausschnitt der Homann Karte von 1761, siehe weiter unten

Übersicht der vorgestellten Karten

Verschiedene Namen für Neuenhaus, Veldhausen u. Nordhorn

Die Grafschaft ist als Grenzgebiet zu den heutigen Niederlanden auf deutschen, niederländischen und belgischen Karten verzeichnet. Daher rühren die unterschiedlichen Schreibweisen. Dazu kommt, dass Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte in den Namensschreibungen eingetreten sind. Aber auch Übertragungsfehler führten zu seltsamen Schreibweisen, die es in Wirklichkeit nie gegeben hat. Folgende Schreibweisen von Neuenhaus, Velthausen und Nordhorn kann man auf alten Landkarten finden.

NYUS
NEUHAUSE
NEWHUSEN
NENHUS
NIENHUS
NIENHAUS
NYENHUISEN

NYNHUIS
NYENHUSSIA
NEIUS
NIENHUSEN
NIEENHUSE
NYENHUSEN
NEHUS

NIEHUIS
NIENHUYS
NYENHUYSEN
NIEHAUS
NYENHUS
NEENHUS
NEUHAUSE
NEUENIIAUS

VELTHOFEN
VELTHUSEN
VELTHUVIA
VELTHUYSEN
FELTHUSEN
FELTHUlYSEN

YEIISN
VEI/ITHJVIA
YELDIIUYSEN
VELTIIAUSEN
VELTHUUSEN
VELDHAUSEN

NORDHOREN
NORTHORN
NOORTHORN
NOORTHOORNE
NORDHORN

Zur Geschichte der Stadt Neuenhaus/Dinkel

Hilfsamt und Amtsgericht vor 1906
Teichtor vor 1906, Blick auf die kath. Kirche stadteinwärts
Amtsgericht Neuenhaus 1852 bis 1969

Neuenhaus ist Sitz der Samtgemeinde Neuenhaus  und liegt an Vechte und Dinkel in der Nähe der Niederlande. Neuenhaus ist eine Gründung Der Bentheimer Graf Johannes II. gründete sie 1317. Er ließ an der Handelsstraße zwischen Münster und Amsterdam die Burg Dinkelrode errichten.
1328 wurde die Burg – um sie von der nahe gelegenen Burg Bentheim zu unterscheiden – als „het nye hus“(das Neue Haus) bezeichnet, 1369 als „Nyenhuß“ und 1457 „Nyenhueß“. Es liegt ein Kompositum aus dem mittelniederdeutschen Wort nie, nige, nigge für neu und hüs für Haus (/-hausen) vor. 1369 erhielt Neuenhaus  Stadtrechte.
Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt durch Wälle und Stadtgräben befestigt. Der Zugang erfolgte nur durch die vier Stadttore Ülser, Veldhüser, Diek- und Prinsenpoorte.
General Carl von Rabenhaupt musste im Zweiten Holländischen Krieg 16 Brücken über diese Gräben schlagen, bevor er am 28. März 1674 die Stadt einnehmen konnte.

Die Stadt verfügte ab 1860 über ein Amtsgericht und weitere Behörden, die nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise in die (neue) Kreisstadt Nordhorn verlegt wurden. 1953 beschloss der Niedersächsische Landtag, dass Nordhorn ein eigenes Amtsgericht erhalten sollte, das 1955 eröffnet wurde. Wegen des dadurch erfolgten Rückgangs schloss das Amtsgericht Neuenhaus ebenso wie das Amtsgericht Bentheim am 1. Juli 1973. Beide Bezirke wurden dem Amtsgericht Nordhorn zugewiesen.
Zwei Wehre in der Vechte und eines in der Dinkel verhindern, dass Neuenhaus, wie noch 1961, von Hochwasser überflutet wird. 2003 bekam die Stadt eine Umgehungsstraße. Die Hauptstraße hat man zwischen 2005 bis 2010 schrittweise zurückgebaut und den Bereich vor dem Alten Rathaus neu umgestaltet. Ende 2010 wurde der alte Eingang zum Rathaus wieder geöffnet und beim westlichen Stadtgraben eine „Torsituation“ geschaffen, die der auf der anderen Seite der Stadt an der Brücke über den östlichen Stadtgraben in Teich ähnelt.

Die Ausstellungstafeln von 1998

      ergänzt von Michael Recke (2022) durch bessere Abbildungen, Hinweise zur Literatur und zu Darstellungen der Karten im Internet

1501 Erhard Etzlaub, Straßenkarte Römisches Reich

Etzlaub 1501 Gesamtansicht
Etzlaub 1501 mit Nyus in der Mitte vom Ausschnitt

1501     Erhard ETZLAUB’s Straßenkarte des Heiligen Römischen Reiches

„Das sein dy landstrassen durch das Römisch reych. .Nürnberg“ Georg Glogkendon 1501*

Eine wachsende Zahl von Reisenden gegen Ende des 15. Jahrhunderts, Pilger und Klerus, Diplomaten und Gelehrte, aber auch Handel und Warenverkehr zwischen den großen Handelsstädten benötigten Reiseinformationen, wie sie der Nürnberger Kompassmacher ERHARD ETZLAUB (1460-1532) mit seiner Landstraßenkarte bot. Sie bietet zum ersten Mal einen einigermaßen verlässlichen Überblick über die Städtetopographie Mitteleuropas mit rund 800 Orten. Zugleich bildet sie das Herrschaftsgebiet Maximilian I. und die Schauplätze seiner politischen und kriegerischen Aktivität ab. Auf dieser Karte finden wir eine der frühesten Nennungen von Neuenhaus auf einer alten Landkarte.

Bereits um 1500 hatte Etzlaub eine Karte mit den Pilgerrouten nach Rom zum heiligen Jahr 1500 herausgebracht.                   Das ist der Rom-Weg von meylen zu meylen mit puncten verzeychnet von eyner stat zu der andern durch deutzsche lantt“

https://de.wikipedia.org/wiki/Erhard_Etzlaub#/media/Datei:Rompilger-Karte_(Erhard_Etzlaub).jpg

 

1501 erschien sie als allgemeine Landstraßenkarte mit erweitertem Straßennetz; vor allem sind die Fernstraßen in Ost-West- Richtung angegeben. Zum Beispiel, die „“VIA REGIA LUSATlAE“, die seit dem Mittelalter bekannte Königstraße PARIS-KRAKAU .
ETZLAUBSs Karten sind südorientiert, um sie mit dem Sonnenkompass einsetzen zu können. Im Zentrum der Karte liegt der fränkische Raum mit NÜRNBERG als Verkehrsknotenpunkt. Der Abstand zwischen 2 Punkten beträgt 1 Meile = (7420m)
Dies war die erste nicht wissenschaftlich erstellte Karte für den täglichen Gebrauch und einen größeren Interessentenkreis. Auf einem Ausschnitt dieser Karte erkennen wir in der Mitte des Dreiecks MUNSTER-DEVENTER- OSNEBRUG den Ort NYUS

Digitalisat Etzlaub Straßenkarte von 1501:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Etzlaub_Landstrassen_1501.jpg

1544 Sebastian Münster, Teutschland

1544 Sebastian MÜNSTER:                                                                                        
TEUTSCHLAND mit seinem gantzen Begriff und eyngeschlossenen LANDSCHAFTEN

Diese Karte ist ein Ausschnitt aus Münsters Kosmographie ab 1544. Die große Verbreitung von „COSMOGRAPHIEN“ ist der Verdienst des Basler Professors SEBASTIAN MÜNSTER, der sie in seine Ptolomäusausgabe (1540 – 1542) und in seine eigene Cosmographie aufnahm.
Sebastian MÜNSTER (1489 – 1552), Professor für Hebraistik in Basel, erhob diese Stadt zum Mittelpunkt geographischer Studien und praktischer Kartographie. Seit seiner Heidelberger Studienzeit und bei seinen späteren häufigen Reisen widmete er sich dem Kartieren und Sammeln erdkundlicher Erkenntnisse. 1528 veröffentlichte er in Ingolstadt einen Aufruf an alle deutschen Gelehrten, indem er sie zur Einsendung geographischer Angaben und Lokalbeschreibungen aufforderte. Um möglichst genaue und geordnete Berichte zu erhalten, fügte er dem Aufruf die „Anleitung, wie man geschicklich eyn umbkreis eyner Statt beschreiben soll“ bei.
Aus der großen Zahl von eingesandten Berichten stellte er seine historisch – geographische Länderbeschreibung zusammen, die 471 Holzschnittdrucke enthaltende „COSMOGRAPHIA UNIVERSALIS“ und gab sie 1544 in Basel heraus. Mit ihren wiederholten Auflagen und Übersetzungen in fünf Sprachen wurde sie zum meistverbreiteten Geographie- Compendium des humanistischen Europas. Die Erstausgabe hat den Titel:

COSMOGRAPHIA .Beschreibung aller Lender durch SEBASTIANUM MUNSTERUM
Sie besteht aus sechs Teilen. Bei gewissen geographischen Fragen hält sich Münster noch an die Bibel. Münster war der erste bewusste Sammler von Stadtprospekten. Die von Münster in den Cosmographien fest verankerten VEDUTEN (Schmuckrandbilder) wurden bis in das ausgehende 17. Jahrhundert mit Vorliebe als Dekorationsrahmen an den Kartenrand gefügt.
Das Digitalisat einer Ausgabe von 1598 findet sich unter:
https://collections.lib.uwm.edu/digital/collection/agdm/id/22810/

Die Grafschaft und ihre Umgebung zeigt der folgende Ausschnitt. Neuhause mitten zwischen Münster und Emden. Norden ist unten.


1553 Beschreibung des Neuen Germaniens

1553                        Nova Germaniae descripto. Anno 1553
Titel: Nova Germaniae descriptio cum adjacentibus Italiae, Galliae, Britanniae, Poloniae et Pannoniae partibus, illustriss. principi D. Othoni A. Truchses Card. Augustano dicata /
Autor: Beatrizet, Nicolas
Verleger: Michaelem Tramezinum
Diese großformatige seltene Karte ist mit Schrifttafeln, Wappen und individuellen Ortsvignetten kunstvoll gestaltet. Der Titel lautet (übersetzt): „Neue Karte von Deutschland und den umliegenden Teilen von Italien, Frankreich, Britannien, Polen und Ungarn…“
Das Kartenbild reicht weit über das Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hinaus und erreicht europäische Dimensionen. Erfasst wird der Raum von Limoges und Canterbury im Westen, Grodna und Belgrad im Osten und im Süden bis zum Po und Ragusa. Die Widmung an Kardinal Truchseß von Waldenburg, Bischof von Augsburg, lässt vielleicht einen Wunsch des Auftraggebers oder des Hauses Fugger vermuten.
Die ganze Karte ist hier zu unleserlich, deswegen verweise ich auf Digitalisate der französischen Nationalbibliothek und einer bayerischen Webseite:
Digitalisat:
https://www.bavarikon.de/object/bav:SBD-HSS-00000BSB00107332?lang=de#previous-page
oder:
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b53039198x

Ein Ausschnitt dieser Karte zeigt uns das Gebiet um Neuenhaus und wir finden viele entstellte Ortsnamen. Ein Grund liegt darin, dass italienische Kartenmacher in der Mitte des 16. Jahrhunderts viele Karten, insbesondere von niederländischen Verlegern, „abgekupfert“  haben. Da sie mit den dargestellten Orten nicht vertraut waren, haben sich viele Schreibfehler ergeben.

Siehe etwa HARDENBVRG für Hardenberg,

darunter SVOL für Zwolle

und etwas rechts davon
NENHUS für NIENHUS,

1559 Germanien

1559 Germania / Opera di Jacopo di Gastaldi, ; Dominico Zenoi Venetiano fecit
Autor: Gastaldi, Giacomo (1500 – 1566). Cartographe
Autor:
Zenoni, Domenico (15..-15..?). Graveur
Verleger:
Donato Bertelli (In Venetia)
Deutschlandkarte in Schrägprojektion. Von Hollandia bis Prussia im Osten und vom Mare GERMANICO bis SWIZERI und UNGARIA.
Auch diese Karte ist ein italienisches Plagiat. Großen Ansehens erfreute sich Giacomo Gastaldi (1500 -1565), von dem ein Großteil der nordeuropäischen Kartenproduktion seiner Zeit stammt. Wie viele Karten, wohl an die hundert, von Gastaldi, dem gebürtigen Piemonteser stammen, lässt sich nur beiläufig sagen, denn bei der langen Reihe der posthumen Ausgaben wurde nicht selten der Versuch unternommen, Gastaldis Autorenschaft abzuleugnen. Die Karte wurde bearbeitet von D. Zenoni und gedruckt bei Donato Bertelli. Oft signierten diese Herausgeber selbst, sodass man zwischen dem Formenschneider oder Stecher (sculpsit) und dem Herausgeber (excudit) unterscheiden muss.
Digitalisat: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8468725f

 Dieser Ausschnitt zeigt uns auf dieser optisch interessanten Karte die außerordentlich schlechte Wiedergabe der geographischen Wirklichkeit.
Auch andere italienische Karten von Deutschland zeigen den kleinen Ort Neuenhaus, allerdings nicht ganz lagerichtig und mit falsch geschriebenen Namen.

Die folgende Karte ist ein sehr dekoratives Objekt und sehr selten. Ich kenne daher nur die Abbildung im Ausstellungskatalog Imago Germanie.

1562 Camocio, Germania

1562 GERMANIA gestochen von PAOLO FORLANI Venedig,
herausgegeben von J.F. CAMOCIO 1562
Diese reich verzierte Kupferstichkarte zeigt Europa wie es der COSMORAPH Jacopo di Gastaldi 1559 erarbeitet hat.
Ein sehr ähnliches Kartenbild hat folgende italienische Karte (hier nur ein Ausschnitt):
Wir erkennen südwestlich von Lingen „Neius“ unser heutiges Neuenhaus. Viele Städtenamen sind völlig falsch geschrieben, die Darstellung der Küste mit den Ostfriesischen Inseln entspricht in keiner Weise der Wirklichkeit!
Digitalisat:    https://www.e-rara.ch/bau_1/content/titleinfo/3945897
Gegen Ende des 16.Jahrhunderts werden deutsche und niederländische Karten immer besser und man kann sich leichter auf ihnen orientieren.

Germania del Gastaldo / Ferando Berteli exc. ; Paulo Forl. Veronese f.


1573 Geldern, Kleve und angrenzende Gebiete

Titel: Gelriae, Cliviae, Finitimorvmqve Locorvm Verissima Descriptio /
Christiano Schrot. Auctore
In die verschiedenen Städte der Niederlande ging Christian SGROOTEN alias Christian Schroot ( 1532 – 1608); der aus dem rheinischen Sonsbeck stammt und ab 1557 als Kartograph in Diensten des spanischen Königs Phillip des II. stand, seinen Geländeaufnahmen nach. Nur wenige seiner Karten sind im Druck erschienen. Berühmt gemacht haben ihn vor allem zwei im Auftrag des Herzogs von ALBA mit der Hand ausgeführte Atlanten. Der erste von 1573 enthält 38 niederländische und deutsche Gebietskarten und befindet sich heute in Brüssel, der aus dem Jahr 1592 stammende zweite, ist wesentlich umfangreicher und wird heute in MADRID aufbewahrt.
Auch wenn diese handgezeichneten Karten Sgrootens. die auf handwerksmäßig gedruckte Atlanten gerichtete zeitgenössische Entwicklung nicht beeinflussen konnten, so stellt ihr reicher Inhalt für jedes Land Europas, das er durchreiste und kartierte, einen bleibenden Gewinn dar.
Digitalisat der Ausgabe von 1571:
https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/urn/urn:nbn:de:hbz:6:1-204199

Bei dieser Karte ist Osten oben und Norden rechts!

Ausschnitt aus obiger Karte von Schrot  1571. Grafschaft Bentheim gelb unterlegt.

Rechts: Gildehuys, Benthem, usw.

Links am Rand in der Mitte:
Veldhusen, Esschen, Nieuhusen

Dinckel

Emmelinche, Ulsen

Eischebrugge, Laerwolde



1560er Jahre, Westphaliae totius finitimarumque regionum

In seiner Funktion als Kartograf im Auftrag des spanischen Königs erstellte Christian Sgroten Anfang der 1560er Jahre eine Karte des Westfälischen Reichskreises, die auch gedruckt wurde. Von den ersten Ausgaben dieser Karte ist kein Exemplar erhalten. Die hier gezeigte verkleinerte Wiedergabe erschien in der 1580 herausgebrachten neuen Ausgabe des „Theatrum“ des Abraham Ortelius.

WESTPHALIAE TOTIVS FINITIMARVMQVE REGIONVM ACCVRATA DESCRIPTIO
(Genaue Beschreibung ganz Westfalens und der angrenzenden Gebiete)

Auf dieser geosteten Karte ist Norden links.
Ein Ausschnitt zeigt uns etwas weiter unten die Orte der Grafschaft Bentheim.

Norden ist auf dieser Karte links.

Hell dargestellt im unteren Bereichvom Ausschnitt die Grafschaft Bentheim.
Man liest von rechts nach links:
Gyldehuys, Wthuys, Raushorst
Schutdorp, Bentheim, Denickkam

 

und gleich daneben über der Dinkelmündung:
Nijenhuysen.


1585 Westfalia secunda tabula (2. Tafel von Westfalen)

Natürlich finden wir beim berühmtesten Kartografen der frühen Neuzeit, Gerhard Mercator, in seinem „Atlas“ eine Karte mit den geographischen Gegebenheiten der Grafschaft Bentheim. Im Atlas-Teilband von 1585 gibt es drei aufeinander folgende Karten von Westfalen, die mittlere hat – was außergewöhnlich ist – keinen Titel und zeigt uns auch die Grafschaft Bentheim.
Digitalisat: http://sammlung.koerber-einbeck.de/2018/05/09/westfalen-04/

Ausschnitt aus obiger Karte

Links der Vechte von Süden:

Langerhorst, Erpe, Gronouwe, Ochtrup

Rauhorst, Gildhuis, Benthem, Schutdorpe

Denicham

Heesope,

Nyenhusen

Ulsen



1595 Matthias Quad, Rundkarte Germania

Die letzte Karte des 1. Teils des Kartenkatalogs zeigt uns wieder eine Karte aus dem Ausstellungskatalog Imago Germaniae. Sie zeigt, dass es den Verlegern nicht nur um die geographische Darstellung eines Landes oder einer Landschaft ging, sondern dass sie auch die politischen Herrschaftsverhältnisse darstellen wollten. Bei der Ausschmückung des Kartenblattes tritt der geographische Inhalt der Karte in den Hintergrund und die Darstellung des Kaisers und der Kurfürsten ist das Thema. Dieser Aspekt machte die Aussagekraft der Karte vergänglich und so sind von dieser Karte auch nur wenige Exemplare erhalten geblieben.

 1595          Germania Rundkarte des Matthias QUAD
Die Rundkarte hat einen ornamentalen Rahmen mit den Portraitmedaillons und Wappen von Kaiser RUDOLF II und den Kurfürsten. Es handelt sich um eine Arbeit des Kartenstechers Mathias QUAD, einem der wichtigsten Kartenmacher am Ende des 16. Jahrhunderts und Hauptvertreter der Kölner Atlaskartographenschule. Weitere Germania- Karten veröffentlichte er 1590 und 1605 sowie in seinem „Geographischen Handbuch “ (1600), das als erster Atlas in deutscher Sprache gilt. Die dekorative Rundkarte wurde vermutlich als Schmuckblatt von dem Kölner Kunstverleger Johann BUSSEMACHER herausgegeben. Frans HOGENBERG entwarf das kunstvolle Rahmenwerk.

Germania / Quad, Matthias [KartografIn]. – vergrößerte Reproduktion des Originals, Köln, 1595. – [Braunschweig] : Archiv Verlag, [2003] [Original: 1595] [Karte] /

Digitalisat (keine gute Qualität):
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/HJCWD5WWKBLPDQ23ISVTTC3PEZKDVIES?query=Quad+Germania&rows=20&offset=0&viewType=list&firstHit=EUMUVKMN3KTV6TFHRB4FUC7T2447SN5A&lastHit=lasthit&hitNumber=2

Teil 2, 1700 bis 1800

1608 (1607) Petro Kaerio, Germania Inferioris Omnium Accuratissima Et Nova Descriptio

Auctore Petro Kaerio   Amstelodami//Amsterdam//, 1607

Viele Karten der Niederlande bilden auch das Gebiet der Grafschaft Bentheim ab.
Die folgende schöne Karte stammt aus dem Jahre 1607, gedruckt 1608. Sie zeigt Westen oben und Süden links.

Digitalisat: https://www.e-rara.ch/bau_1/content/zoom/3946053
Landkarte der heutigen Niederlande, Brabant und der angrenzenden Lande von Verdun bis nach Groningen im Norden und von Cölln im Süden zu Kanal- und Nordseeküste und Groningen in Friesland. Sie ist an den Rändern geschmückt mit Stadtansichten von Lewarden, Utricht , Mechelen, Antwerpen , Limburg, Luxenburg, Arnheim, Ghendt , Arras, Bergen, Amstelredam, Middelburg, Samen, Zutphen, Antwerpen, Deventer, Groningen .
Der Kartentitel ist reich geschmückt mit Figuren und Wappen. Kartenstecher und Herausgeber ist Pieter van der Keere (Petrus Kaerius)
Beachte auch beim Ausschnitt: Westen ist oben und Süden links!

Ausschnitt, rechts d. Mitte: Nyenhysen

1617 Leo Belgicus (= Der Belgische Löwe)

Die untenstehende Karte „Leo Belgicus“ stammt aus dem 1617 erschienenen und von Pieter van den Keere herausgegebenen Atlas der Niederlande Germania inferior. Digitalisat: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:1617_Leo_Belgicus_Kaerius.jpg
Der Leo Belgicus war seit dem 16. Jahrhundert ein beliebtes Motiv der niederländischen Kartografie. Die Darstellung der Siebzehn Provinzen als Löwe soll die Macht und Stärke des um seine Unabhängigkeit ringenden Landes grafisch veranschaulichen. Das Adjektiv belgicus leitet sich von der römischen Provinz Gallia Belgica her und bezeichnet im Neulateinischen den gesamten Benelux-Raum.

Ausschnitt: Zunge des Leo Belgicus mit Orten Neuenhaus und Lingen

Im spanisch- niederländischen Krieg (1568-1648) war Lingen lange Zeit heiß umkämpft und wechselte mehrfach den Besitzer. Für beide Parteien war es ein wichtiger Brückenkopf bei der Eroberung der östlichen Niederlande.

Stadt und Burg Lingen wurden ein halbes Jahrhundert lang nach den neuesten, mehrfach sich ändernden Konzeptionen der Belagerungskunst zu einer der bedeutendsten Festungen in Nordwestdeutschland ausgebaut. Der Eroberung durch die Niederländer im Jahre 1597 folgte 1605 die Rückeroberung durch die Spanier. Mehrere Jahrzehnte lang lag in der Stadt eine starke Garnison. Zeitweise waren es über 2.000 Soldaten, die in der etwa 1.200 Einwohner und 180 Häuser zählenden Stadt einquartiert waren. Als sich das Kriegsgeschehen mehr in den Süden verlagerte und Lingen dadurch zunehmend an strategischer Bedeutung verlor, stimmte die spanische Regierung in Brüssel 1632 der Neutralisierung Lingens zu. Die Festung wurde innerhalb weniger Monate geschleift,  Anfang 1633 ging Lingen in den Besitz des Prinzen von Oranien über.

1617-20 Pieter van den Keere oder lateinisiert Petrus Kaerius

Einer der bedeutendsten Kartenmacher, Stecher und Verleger, war Pieter van den Keere (Petrus Kaerius). Pieter van den Keere wird 1570 als Sohn eines Buchdruckers in Gent geboren. Aufgrund religiöser Unruhen und Verfolgungen flieht er nach London, wo er als Kupferstecher tätig ist. Um 1595 kehrt Pieter van den Keere wieder nach Holland zurück und lässt sich in Amsterdam nieder, wo er bis zu seinem Tod lebt und arbeitet. Neben seiner Tätigkeit als Kupferstecher tritt er ab 1609 auch als Verleger in Erscheinung. So liefert er u. a. 1613 der Rotterdamer Admiralität mehrere Globen.

1617 erscheint der Atlas der Niederlande Germania inferior mit seinem Namen als Verfasser und mit einigen Karten, die seine volle Stechersignatur zeigen. Nach 1620 scheint er vor allem einen regen Kupferstichhandel zu betreiben, zumindest weist ein 1623 aufgenommenes Inventar einen reichen Vorrat an entsprechenden Arbeiten auf. Er stirbt 1630 in Gent.

Ditio Transysulana
 https://www.archieven.nl/nl/zoeken?mivast=0&mizig=210&miadt=141&miaet=1&micode=0025.16&minr=34738667&miview=inv2&milang=nl
Die Karten von Kaerius in seinem Atlas Germania Inferior beruhten meistens auf älteren Quellen, die Ausgestaltung des Kartenbildes mit dekorativen Titelkartuschen, Trachtenabbildungen und in diesem Fall einer Ansicht der Stadt Deventer machten diese Karten aber zu dekorativen Objekten, besonders wenn sie koloriert worden sind.
Allerdings war sein Atlas, von dem es eine lateinische Ausgabe von 1617 und eine französische von 1622 gibt, kein wirtschaftlicher Erfolg, sodass sich Pieter van den Keere genötigt sah, seine Kupferplatten zu verkaufen, u.a. an Claes Janszoon Visscher

Geldria et Transysulana / Petrus Kaerius caelavit
Aus dem Atlas von Pieter van den Keere (Petrus Kaerius) stammt auch die Karte von Geldern und Over-Yssel (Geldria et Transysulana), die auch die Grafschaft Bentheim abbildet. https://www.raremaps.com/gallery/detail/80582/gelderland-and-overijssel-geldria-et-transysulana-kaerius
Als Vorläufer dieser Karte kann man die gleichnamige Karte von Gerhard Mercator aus dem Jahre 1585 sehen.
https://www.davidrumsey.com/luna/servlet/detail/RUMSEY~8~1~334702~90102587

 

Links vergrößerter Ausschnitt
aus der Karte darüber

Über dem „Com.“ findet sich

Nyenhuisen

 


1616 "NOVA GERMANIAE Descriptio " Amsterdam Johannes JANSSONIUS

Die Dichte der Namen auf der Karte rechts  macht sie unübersichtlich und sie ist daher nicht als Verkehrskarte zu nutzen. Dies war auch sicher nicht der Zweck dieser Karte, sondern es ging um eine dekorative Darstellung von Deutschland mit seinen wichtigsten Städten und Herrschern.
Die Karte ist auf allen vier Seiten mit Wappen geschmückt: Portrait des Kaisers MATHIAS (1612-1619) und Reiterbildern der Kurfürsten, Stadtansichten von Francfurt, Nürnberg, Strasburg, Kaisers Hof, Augspurg, Erdfurt, Leypzig , Heidelberg, Ments, Cöln, Praga, Speir, Wien.

Einen prachtvollen Eindruck bietet das von derselben Kupferplatte gestochene Exemplar aus dem Jahr 1632
Digitalisat   https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8468568h

1620 Johannes Gigas

Wir können uns schon auf den älteren Karten des Bistums Münster, entworfen von Johannes Gigas, einen ersten Überblick über den größten Teil der Grafschaft machen. Zu den Karten des Bistums Münster hat das Stadtmuseum Münster eine sehr schöne Übersicht zusammengestellt, aus der nachfolgender Text und 2 Abbildungen übernommen wurden. Dort auch weitere Informationen zu Gigas.
https://magazin.stadtmuseum-muenster.de/objekte/alte-landkarten

Mit einer außerordentlich prächtigen Schaukarte, gedruckt bei Lambert Raesfeld in Münster 1616, präsentierte sich Johannes Gigas seinem neuen Dienstherrn, dem Kölner Erzbischof, Bischof von Münster, Lüttich und Paderborn als Kartograf. Ausdrücklich ist ihm die Karte gewidmet. Sie trägt den Titel „EPISCOPATVS MONASTERIENSIS DESCRIPTIO NOVA Ioan Gigante D Med et Mathem auctore“ (Neue Beschreibung des Bistums Münster, Verfasser Johannes Gigas, Doktor der Medizin und Mathematik) und ist 112 x 130 cm groß. Von ihr ist nur ein einziges Exemplar in sehr schlechtem Zustand erhalten, das sich im Hessischen Staatsarchiv Marburg befindet (Signatur P II 3837).
Auf seinen Karten des nördlichen und des südlichen Teils des Bistums Münster sind die Niedergrafschaft und die Obergrafschaft abgebildet.
Episcopatus Monasteriensis Pars Septentrionalis / [Johannes M. Gigas][1620]
Episcopatus Monasteriensis pars australis /[Johannes M. Gigas][1620]

Beide Karten erschienen im Atlas (auch Kölner Atlas genannt): PRODROMVS GEOGRAPHICVS hoc est ARCHIEPISCOPATVS COLONIENSIS ANNEXARVMQ ET VICINARVM ALIQVOT Regionum descriptio nova / IOANNE GIGANTE D. MED. Et Mathem. Authore. [Köln] 1620
Siehe Digitalisate: Online Ausgabe: Koblenz: Stadtbibliothek, 2011
https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.zvdd.de%2Fdms%2Fmetsresolver%2F%3FPPN%3Durn%3Anbn%3Ade%3A0128-7-953&tx_dlf%5Bpage%5D=1&cHash=63495567d680d0f1cf1de7fe7bbceca5


Pauluskarte von Johannes Gigas 1621/22

Bekannter geworden als diese beiden Karten ist die sogenannte Pauluskarte von Johannes Gigas. Sie entstand zur Jahreswende 1621/22, auf dem Höhepunkt der Rekatholisierung des Fürstbistums Münster, dessen Bevölkerung teilweise protestantisch geworden war. – Als Figurenkarte bildet es die Landkarte des Territoriums in Form einer Figur des Bistumspatrons Paulus ab und wurde damit zum Sinnbild des Konfessionsstaates. Der Staat sieht seinen Hauptzweck in der Aufrechterhaltung der katholischen Konfession, um seine Einwohner zum Seelenheil nach katholischem Verständnis zu führen. – Der Kopf des Paulus ist im Bereich des nördlichen Landesteils, des Niederstifts gezeichnet, zu dem die Ämter Meppen, Cloppenburg, Vechta und Wildeshausen gehörten, der Hals am münsterischen Korridor entlang der Ems, der das Niederstift mit dem Oberstift um die Hauptstadt Münster verband. Korrekterweise ist die Grafschaft Bentheim nicht mit abgebildet worden. Allerdings sind SCHVTORP und BENTHEM mit Ortssymbolen unterhalb des Kragens auf einer Vergrößerung erkennbar.

Digitalisat: https://de.wikipedia.org/wiki/Paulus-Karte#/media/Datei:1621_circa_genordete_Pauluskarte_koloriert_M%C3%BCnsterland_Johannes_Gigas_Heimatverein_Lingen.jpg

Schvtorp u. Benthem auf der Pauluskarte

1631 C.I. Visscher, De heerlycheyt van Over-Yssel van nieuws uytgegeven

sculptum apud Abrahamum Goos
Ungewöhnlich in der niederländischen Kartenproduktion ist, dass Claes Janszoon Visscher kurz nachdem er 1624 die Kaerius-Karte herausgegeben hat, eine neue überarbeitete Karte von Overijssel herausgegeben hat.


1630er Jahre, Verleger Blaeu, Janssonius und Hondius, Entwurf Westenberg: Com . Bentheim

Die niederländischen Kartographen haben in vielen Richtungen Einfluss auf das übrige Kartenschaffen Europas in dieser Zeit genommen.
So erschienen auch die ersten Karten mit dem Titel Comitatus Bentheim bei den niederländischen Verlegern Blaeu, Janssonius und Hondius in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts. Der Grafschafter Dr. Johannes Westenberg lieferte mit seinen Karten den Entwurf und bestimmte damit für viele Jahrzehnte das Aussehen der Grafschaft in der Kartographie.
Seit dem Jahre 1630 standen in den Niederlanden die beiden Verlagshäuser Blaeu und Janssonius in Konkurrenz und versuchten, sich gegenseitig mit immer umfangreicheren mehrbändigen Atlanten zu übertreffen. Das Kartenbild war oft verblüffend ähnlich und veränderte sich bei beiden Verlagen in den nächsten Jahrzehnten nur unwesentlich. Es folgen die beiden Karten zum Vergleich.
Comitatvs Bentheim, et Steinfvrt / Auctore Ioanne Westenberg … Guiljelm Blaeu excudebat        Diese Karte ist in den Blaeu-Atlanten seit 1634 nachgewiesen.  Digitalisat: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Blaeu_1645_-_Comitatus_Bentheim_et_Steinfurt.jpg
Comitatvs Bentheim, et Steinfvrt / auctore Ioanne Westenberg Ioannes Ianssonius Excudit
https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/urn/urn:nbn:de:hbz:6:1-228363

Die Kupferplatte der Janssonius-Karte ging später über in den Verlag Jan Janssons Erben (ca.1675), der sie dann nach England an den Verleger Moses Pitt verkaufte. Dieser veröffentlichte die Karte, jetzt mit einem Gitternetz und der römischen Zahl  XXVIII    in seinem English Atlas. Dieses Projekt scheiterte und die Kupferplatten wanderten wieder zurück nach Amsterdam wo sie erneut zur Herstellung von Karten genutzt wurden, versehen mit dem Impressum von Petrus Schenk und Gerard Valk.
So wurde diese Karte 70 Jahre nach ihrer Herstellung immer noch verkauft. Auch die Kupferplatten der Karten der niederländischen Nachbargebiete machten diesen Weg mit, so dass sich die geographische Darstellung der Grafschaft über Jahrzehnte nicht änderte.
Die Verlagshäuser Blaeu und Janssonius brachten immer mehr Karten heraus, um ihre Atlanten zu vergrößern und so kamen auch Karten des Westfälischen Reichskreises dazu. Diese Karten sind in der Regel gewestet, um das darzustellende Gebiet auf einer Atlasseite im Querformat abbilden zu können.

Karte von Willem Blaeu
Karte von Johannes Janssonius


1640 Circulus Westphalicus sive Germaniae inferioris

Willem Janszoon Blaeu eröffnete den Reigen der Karten mit dem Titel Circulus Westphalicus  sive Germaniae inferioris um das Jahr 1640. Häufig kamen diese Karten unkoloriert auf den Markt, ebenso die abgekupferten Karten aus dem Hause Janssonius oder von Matthäus Merian.
Bei Merian erschien diese Karte in dem Buch Topographia Westphaliæ. Das ist, Beschreibung der Vornembsten, und bekantisten Stätte, und Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße [Frankfurt <Main>], [1647] als erste Abbildung. 
Digitalisat:  https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Blaeu_1645_-_Circulus_Westphalicus_sive_Germani%C3%A6_Inferioris.jpg
Rechts daneben hier drunter ein Ausschnitt aus einer nichtkolorierten Janssonius-Ausgabe!

Französische Karten am Ende des 17. Jahrhunderts

Alexis Hubert Jaillot (* ca. 1632; † 2. November 1712 in Paris) war ein bedeutender französischer Kartograph und Verleger. 1665 heiratete Jaillot in die Kartenverleger-Familie Berey ein. Jaillot stieg in einem günstigen Moment in das Kartengeschäft ein, in einer Zeit, in der Frankreich sein Territorium ständig vergrößerte. Es entwickelte sich eine große Nachfrage nach Karten, die die französischen Triumphe und die neuen Grenzen, sowie anstehende Expansionsabsichten darstellten. Ende 1670 gewann er die Söhne von Nicolas Sanson, Guillaume und Adrien, als Kartenmacher und Geschäftspartner. Ab dem Jahr 1671 erschienen Karten von Sanson bei Hubert Jaillot in Paris. Sein erster Atlas von 1681 Atlas Nouveau wurde ein so großer kommerzieller Erfolg, dass andere Verleger damit begannen, Plagiate zu vertreiben.
Im Jahr 1690 erhielt Pierre Mortier von französischen Verlegern das Privileg ihre Karten und Atlanten in Holland zu vertreiben. Er begann, Karten von Jaillot nachzustechen und brachte sie mit Hinweis auf den „Vater der Französischen Kartographie“, Nicolas Sanson, auf den Markt.
Hier drunter haben wir einen Ausschnitt aus einer Karte von 1681, herausgegeben in Paris und ein Plagiat, erschienen bei Pierre Mortier in Amsterdam nach 1700!

1681 La Seigneurie d'Over-Yssel subdivisee en trois Parties SALLANT, TWENTE et DRENTE

[gez. von] Sanson; Paris : H. Jaillot, 1681
Die Karte der Herrschaft OVERYSSEL unterteilt in die drei Landesteile SALLANT, TWENTE und DRENTE wurde in Paris von Charles Hubert Jaillot auf der Grundlage von Karten von A. Sanson bearbeitet und verlegt. Die Karte erschien zwischen 1674 und 1705 in zwei verschiedenen Ausführungen. Zuletzt wurde sie von Pierre Mortier herausgegeben. Diese Karte hat, wie schon eine Ausgabe von 1692, ein Findegitter mit den Buchstaben A-E und a-h. Siehe ganze Karte hier drunter!
Digitalisat: http://imageserver.mzk.cz/mzk03/001/048/259/2619269654/big.jpg

Um 1700: Plagiat der Karte von Sanson / Jaillot von 1681 nun von Pierre Mortier, Amsterdam         Mit Findegitter!
Digitalisat: https://www.archieven.nl/nl/zoeken?mivast=0&mizig=210&miadt=141&miaet=1&micode=0025.16&minr=34741629&miview=inv2

1673 Basse partie de L'Evesché de Munster et le Comte de Bentheim

1673 Basse Partie De L´Evesché De Munster, Et Le Comté De Benthem / Tiré des Memoires les plus recents, Par le Sr. Sanson, Geographe Ordinaire du Roy; A Paris, Chez H. Jaillot, joignant les grands Augustins, aux deux Globes, Avec Privilege du Roy, 1673
Auch von dieser folgenden Karte gibt es Ausgaben von Jaillot und Mortier!
Digitalisat: https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/urn/urn:nbn:de:hbz:6:1-184965

Ca. 1700 Basse Partie De L´Evesché De Munster, Et Le Comté De Benthem /
Tiré des Memoires les plus recents, Par le Sr. Sanson, Geographe Ordinaire du Roy; A Amsterdam : Chez Pierre Mortier, et Compagnie ca. 1700
Die Karte hat jetzt ein Findegitter!
Digitalisat: https://mapy.mzk.cz/mzk03/001/061/624/2619320761/
Rechts eine Ausschnittvergrößerung der Karte.


18. Jahrhundert, Carte nouvelle de l'Evesché de Munster - Gebr. Otten

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts gibt es bei den Gebrüdern Ottens eine Carte nouvelle de l’Evesché de Munster, bei der sich die Herausgeber ebenfalls auf Sanson berufen. Sie ist im selteneren Hochformat gedruckt.Digitalisat: https://www.beeldbankgroningen.nl/beelden/detail/2d7d15bc-8ef8-6fac-e2e0-d4acce4531d9/media/041e2fc1-09e9-b9c5-747e-868df24ce841?mode=detail&view=horizontal&q=Basse%20partie&rows=1&page=1
Rechts der Ausschnitt mit der Grafschaft Bentheim

Das 18. Jahrhundert

Etwa 1700 bis 1850: Der Verlag Homann

Die Karten des 18. Jahrhunderts, die Deutschland oder seine Teilgebiete abbilden, stammen in der Mehrzahl von den Verlegern Homann und Nachfolgern aus Nürnberg und den Verlegern Lotter und Seutter aus Augsburg. 
Johann Baptist Homann wurde 1664 in Oberkammlach, Allgäu geboren. Er gründete als Verleger und Kupferstecher seinen Verlag 1702 in Nürnberg. Nach einer langen Dominanz der Holländer im Landkartengeschäft wurde Homanns Verlag zum wichtigsten Haus für die Herstellung von Landkarten und Atlanten in Deutschland. Nachdem Homann seinen ersten Atlas im Jahre 1707 veröffentlicht hatte, wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Nach seinem Tod im Jahre 1724 führte sein Sohn Johann Christoph den Betrieb fort. Nach dessen Tod im Jahre 1730 in Nürnberg, wurde die Offizin von seinen Erben unter dem Namen Homann Erben bis ins 19. Jahrhundert fortgeführt

Fast 1000 verschiedene Karten des Verlages Homann prägten das Bild der Öffentlichkeit von „Karte“ und die Vorstellung, die sich der Gebildete östlich des Rheins von der Welt machte. Sie waren allgegenwärtig von der Schule bis zur Verwaltung. Der offensichtlich enorme Profit lockte zunächst den Verlag Seutter in Augsburg auf den Plan. Gegen Ende des Jahrhunderts etablierten sich weitere Unternehmen in Wien, Berlin und Weimar. Für sie alle war der Homännische Verlag Vorbild, Konkurrent und Orientierungspunkt.                                      Aus den vielen Einzelkarten konnten ganz unterschiedliche Atlanten des Verlags zusammengestellt werden. Um 1730 konnte man beispielsweise acht Atlanten kaufen, 1761 waren es dreizehn und 1800 sogar einundzwanzig. Häufig kauften die Kunden Einzelblätter ihrer Wahl und stellten sich dann einen individuellen Sammelatlas zusammen.

1710 Deutschland in seinen Reichskreisen und Reichsterritorien um 1710

Imperium Romano – Germanicum in suos circulos Electoratus et Status accurata distinctum. Nürnberg. J.B.Homann

Dieser kolorierte Kupferstich in den Maßen 56 x 47 zeigt die starke territoriale Zersplitterung des Reiches im 18. Jahrhundert. Damals waren Informationen über die politischen Verhältnisse besonders wichtig.
Prof. Hübner aus Hamburg entwickelte für den Verlag Homann eine „Illuminierung “ der politisch-territorialen Karten, das intensive Flächenkolorit machte die politische Aussage der Karte zum Hauptthema und die topographischen Angaben traten zurück.


1715 Wandkarte von Deutschland im Verlag Homann, Nürnberg

TABULA NOVISSIMA TOTIUS GERMANIAE: Von Caspar Johann EISENSCHMID,
herausgegeben von Joh. Baptist Homann.
Die Wandkarte besteht insgesamt aus 4 Blättern.
Um 1715 brachte der Verlag Homann eine Wandkarte von Deutschland heraus. Sie ist mit dem Bildnis des Straßburger Mathematikprofessors und Doctoris der Medicine Johann Caspar Eisenschmid geschmückt. Von ihm stammen die astronomischen Ortsbestimmungen, die J.B. Homann entsprechend ergänzte. Das Werk gehörte zu den genauesten Karten von Deutschland in der damaligen Zeit.


1718 Karte der Überschwemmung an der Nordseeküste von Weihnachten 1717

Karten, die Naturkatastrophen darstellen sind selten. Diese Karte der WASSERFLUT in NIEDER – DEUTSCHLAND vom 25 Dez 1717 entstand in der Werkstatt von Johann Baptist Homann, der am Anfang des 18. Jahrhunderts eine neue Blüte des Kartenschaffens in Deutschland einleitete.
Detailliert wird auf dieser Karte das ganze Ausmaß der Zerstörungen der Deiche durch die Sturmflut und die sich in das Hinterland ergießenden Wassermassen gezeigt.
Auf dem in die Karte eingeklinkten Begleittext auf der rechten Seite werden besonders betroffene Gebiete beschrieben, insgesamt forderte die Flutkatastrophe rund 18 000 Menschenleben. Ertrinkende Menschen und der Meeresgott Neptun, der seine wasserspeienden Rosse in Richtung Küste treibt, verdeutlichen die Gefahr, die von solchen Katastrophen ausgeht. Wie man versuchte, die Wassermassen zu bewältigen, stellen die drei kleinen Abbildungen unten rechts dar.
Digitalisate: https://digital.lb-oldenburg.de/urn/urn:nbn:de:gbv:45:1-639753

Rechts unten ein besonders schön koloriertes Exemplar (für diese Karte ungewöhnlich!)
https://leibniz-lib.de/farbe-trifft-landkarte-ausstellung-zum-forschungsprojekt/


1740 bis 1760 Belgium Foederatum

Belgium Foederatum Cum Gratia et Privil. S. R. I. Vicariatus, in partibus Rheni, Sveviae, et Iuris Franconici / auctius et emendatius edit Cura et studio [Matth]aei Seutteri S. C. M. Geogr.           zwischen 1740 und 1760                                                                                                                        
Bei der Karte „BELGIUM FOEDERATUM“ muss man bedenken, dass zur damaligen Zeit das gesamte heutige Beneluxgebiet mit Belgien bezeichnet wurde. Daher reicht die Karte von Flandern bis nach Friesland und schließt im Osten an die „Teutschen Länder“ an. Das Gebiet JÜLICH und LIMBURG ist  unten rechts über der Meilenangabe eingeklinkt. Auf dem „MARE GERMANICUM“ sind viele Schiffe dargestellt. Die Titelvedute ist reich verziert mit Justitia, Kriegern, Neptun mit Raubfisch, Löwen und Drachen und einem fernöstlichen Kaufmann, der Perlen und Schmuck anbietet.                                     
Über der Titelschrift sind Wappen zu erkennen: Holland, Zeeland, Utrecht, Geldern, Obyssel, Grönning, Friesland.                                
Unter der Titelvedute, wo eigentlich England liegt, zeigt die Karte INDIA mit Japponia und Java Timor und Nova Hollandia, Gebiete  in denen die Niederlande, aber auch England wirtschaftlich sehr aktiv waren.
In dem ovalen Medaillon lesen wir sinngemäß:
Ostindien, das die niederländische Seefahrt, den Handel, die Kolonien und die mächtige Regierung wiedergeben.

Der Ausschnitt rechts „COMITATUS BENTHEIM“, die Grafschaft Bentheim, zeigt uns die Orte Nyenhuys, Ulsen, Wilsum, Esche, NOORTHORN, HESEPE, Engden, SCHÜTTORP BENTHEIM WITHMARSCH. Die Vechte fließt bei Swartesluis in die Zuydersee und damit ohne weitere Behinderung in die Nordsee.
Digitalisate: https://www.davidrumsey.com/luna/servlet/workspace/handleMediaPlayer;JSESSIONID=1f6480bb-dbb9-46dc-9e08-297433b48f23?qvq=&trs=&mi=&lunaMediaId=RUMSEY~8~1~283539~90056081
oder https://gauss.suub.uni-bremen.de/suub/hist/index.jsp?id=V.2.a.235-474

1761 Circuli Westphaliae

 

 

Circuli Westphaliae quoad partem septentrionalem in suos Status ecclesiasticos et seculares divisi. Tabula geographica /

[Die Gebiete Westfalens hinsichtlich des nördlichen Teils, unterschieden nach ihren kirchlichen und weltlichen Verfassungen]

Nürnberg 1761

Digitalisat: https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=220&url_tabelle=tab_karte

Ein Ausschnitt dieser Karte mit der Grafschaft Bentheim findet sich in der Einführung ganz oben zu dieser Seite der Landkarten!


1762 Carte Nouvelle de l`Eveché de Munster ... avec Comtéés de Bentheim

Carte Nouvelle de l’Eveché de Munster :
Avec une Partie de Celuy d’Osnabruck et des Comtées de Bentheim … Levée et dessiné par de Grancourt 1762
Eine sehr seltene zweiteilige Karte aus dem siebenjährigen Krieg!
Darunter die Ausschnitte der nördlichen und südlichen Grafschaft aus dem nördlichen und südlichen Teil dieser Karte.


Zw. 1756 u. 1777 Münster, Osnabrück u. versch. Grafschaften

Episcopatuum Monasteriensis Et Osnabrugensis Ut
Et Comitatuum Bentheim, Teclenburg, Stenford, Lingen, Diepholt
Tobias Conradus Lotter: Augustæ Vindel [zwischen 1756 und 1777]

Wir sehen hier drunter die typische Kolorierung, wie sie auch auf Homann-Karten vorkommt, bei dieser Karte von Tobias Lotter aus Augsburg, einem der Konkurrenten des Verlages Homann. Die Art der Kolorierung entspricht derjenigen der Karten von Homann und Seutter.

Die Grafschaft Bentheim ist links von der Mitte grün unterlegt gut zu erkennen.

1784 Carte Topographique D'Allemagne

Carte Topographique D’Allemagne, contenat une Partie de l’Eveche de Munster, un Partie du Duche d’Oldenburg, de Eveche d’Osnabruck, de Friesland Oreintale, Groningen et d’Overyssel, les Comtes de Bentheim, de Lingen
fait par I.W.A.Jaeger a Francfort sur le Meina. P.d. S.M.1.1784.

Die Karte umfaßt die Gebiete Münster, Osnabrück, Oldenburg, Osnabrück. Westfriesland. Groningen und Overijssel, die Grafschaft Bentheim und Lingen. Hergestellt, bearbeitet und gestochen von I.W.A. Jaeger in Frankfurt am Main.
Johann Wilhelm Abraham Jäger 1718-1790 gab 1784 die erste selbständige Deutschlandkarte heraus, den GRAND ATLAS d’ALLEMAGNE, dessen Karten alle im Maßstab 1: 220 000 gehalten sind. Weiter unten folgen zwei Ausschnitte

Deutlich zu erkennen sind die großen Moor¬gebiete, die zur damaligen Zeit kaum zu umgehende Hindernisse waren, und die die Lage der Verkehrswege von alters her bestimmten. Das war auch der Grund, warum die Bentheimer Eisenbahn lange Zeit die nördlichste Bahnverbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden war.
Nienhus, Velthusen, Northhorn und viele weitere Orte der „Comte de Bentheim“ sind verzeichnet. Es fällt bei den alten Karten immer wieder auf, dass das „Hus ESCHE “ (hier „Hus Eschede“) verzeichnet ist. Hus Esche war ein FREIHOF und war unabhängig von der Herrschaft der Grafen von Bentheim. Die politischen Grenzen sind punktiert eingezeichnet.
Digitalisat: http://digitale-sammlungen.gwlb.de/index.php?id=6&tx_dlf%5Bid%5D=7229&tx_dlf%5Bpage%5D=1
oder https://www.beeldbankgroningen.nl/beelden/detail/247a303a-67a6-04e9-0851-d52d06caf949


1787 Carte von OVER-YSSEL und DRENTHE

La Province d‘ Over-Yssel & la pays de Drenthe, dresséé par F.L. Güssefeld & publicé par les Heritieres de Homann Nüremberg l‘ an 1787

Entworfen durch F. L. Güssefeld und herausgegeben von den
Homännischen Erben 1787


Diese Karte zeigt die Provinzen Overyssel und Drenthe von der ZUYDER ZEE bis zum Bisthum MUNSTER

und der Grafschaft BENTHEIM im Osten,

die Grafschaft ZUTPHEN im Süden

und das GRONINGERLAND im Norden.

Wir finden in der Grafschaft BENTHEIM die Orte: 

Nienhuis

Velthausen

Noordhorn

Bentheim u.a.m.

https://facsimile.ub.rug.nl/digital/collection/Kaarten/id/1616 oder
https://gauss.suub.uni-bremen.de/suub/hist/index.jsp?id=V.2.a.235-484

1791 Die Grafschaft Bentheim Nro. 290

Aus: Schauplatz Der Fünf Theile Der Welt

Mit Beständiger Rücksicht Auf Die Besten Originalwerke In Drey Theile Zusammengetragen Von Einer Gesellschaft Geographen : Nach Und Zu Büschings Grosser Erdbeschreibung : No 2,3 : Zweyter Theil [Bd. 3] Herausgegeben Von F. I. I. Von Reilly, Gestochen von Ignaz Albrecht, Wien 1791

Die gleiche Karte mit der Nummer 187 gibt es auch aus dem Atlass Von Deutschland : nach und zu Anton Friedrich Büschings großer Erdbeschreibung in einer General- und zwey hundert vier und achtzig Special-Karten, Wien : Reilly’sches geographisches Verschleiß-Komtoir, 1803. Sie ist sehr selten!


1797 Nieuwe Kaart van Over-IJssel

behoorende tot het Vaterlandsch Woordenboek van JACOBUS KOK 1797.

Die Overysselkarte zeigt als Grenzgebiet zu Deutschland das „MÜNSTERLAND“ mit den Orten
Nienhuis, Noorthorn, Lage, Ulsen, Wilsum, Emplicamp uam.

Quelle: RIJKSARCHIEF OVERJJSSEL; Zwolle. (dort auch weitere Overijssel-Karten!)
Digitalisat und bibliographische Daten unter
https://www.archieven.nl/nl/zoeken?mivast=0&mizig=210&miadt=141&miaet=1&micode=0025.16&minr=34738667&miview=inv2&milang=nl
Ausschnitt siehe weiter unten

Das 19. Jahrhundert

1797-1813 Karte von Le Coq oder Große Karte von Westphalen

Um 1800 beginnt das Zeitalter genauer topographischer Karten, die wegen ihres sparsamen Kartenschmucks selten als Wandschmuck dienen, aber besonders interessant sind für Historiker und Familienforscher.
Topographische Karte in XXII Blaettern den grösten Teil von Westphalen enthaltend, so wie auch das Herzogthum Westphalen und einen Theil der Hannövrischen Braunschweigischen und Hessischen Länder; nach astronomischen und triogonometrischen Orts-Bestimmungen auf Befehl Seiner Majestät Friedrichs Wilhelms III. König von Preußen herausgegeben vom General Major von Le Coq.
Die Karte von Nordwestdeutschland, auch Große Karte von Westphalen oder Lecoqsche Karte, entstand zwischen 1797 und 1813 unter der Leitung des preußischen Generalmajors Karl Ludwig von Le Coq.
Das Kartenwerk wurde während der napoleonischen Kriege in großen Teilen des heutigen Niedersachsens, Bremens und Nordrhein-Westfalens gefertigt. Als Preußen und Frankreich 1795 Frieden schlossen, einigten sich beide Staaten auf eine Demarkationslinie, die neutrale Gebiete abgrenzte. Der preußische Generalmajor von Le Coq war befehlshabender Offizier eines Observationskorps, das zur Überwachung dieser Demarkationslinie entsandt wurde. Da Le Coq für das Gebiet, in dem seine Truppen verteilt waren, kein brauchbares Kartenmaterial vorfand, entschloss er sich, einige seiner Offiziere für die notwendigen Vermessungen auszuschicken.
Für das Kartenwerk wurde der Maßstab 1:86.400 gewählt, der schon bei der Carte de France (Cassini-Karte) Verwendung fand. Aus Zeitmangel wurden neben der Vermessung vor allem bereits vorhandene Karten angepasst und fehlende Teile flüchtig ergänzt. Die Genauigkeit von etwa 1.000 Passpunkten ist mit etwa 100 m angegeben. Das Kartenwerk umfasst 20 Blätter sowie ein Titelblatt und eine Blattübersicht. Die in Kupfer gestochenen Blätter sind in der Regel 90 mal 56 cm groß.

Blatt VIII: Karte der Grafschaft Bentheim und des grösten Theils der Grafschaft Lingen und des Fürstenthums Rheina-Wolbeck / 1805. Gemessen von den Lieutenants v. Haacke, v. Schubbert, v. Steinmetz, v.Bornstädt und v. Tippelskirch. Gezeichnet von C. Lw.Grossmann. Gestochen von C. W. Kolbe. Digitalisat mit großer Auflösung abrufbar unter:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:VIII._Karte_der_Grafschaft_Bentheim_und_des_gr%C3%B6sten_Theils_der_Grafschaft_Lingen_und_des_F%C3%BCrstenthums_Rheina-Wolbeck.jpg

Digitalisat: https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/titleinfo/1617133


1807-1814 Topographisch-militairische Charte von Teutschland in 204 Sectionen

Die Topographisch-militairische Charte von Teutschland in 204 Sectionen wurde unter der Leitung von Friedrich Wilhelm Streit vom Geographischen Institut zu Weimar herausgeben. Sie erschien in Lieferungen von 1807 bis 1814. Sie war das erste Kartenwerk in mittlerem Maßstab (1 : 180.000) für Mitteleuropa. In Kupfer gestochen, handelt es sich um 202 Karten sowie einige nachfolgende Supplemente.
Karten der Grafschaft findet man auch in diesem Teilatlas:
Topographisch-militärischer Atlas von dem Königreiche Hanover, dem Großherzogthume Oldenburg, Herzogthum Braunschweig, den Fürstenthümern Lippe Dettmold und Schauenburg und dem Gebiete der freien Stadt Bremen Bl. 34 Meppen u. Bl. 44 Rheine

Digitalisate unter: https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/titleinfo/2555679


1816-1823 Choro-topografische kaart van de noordelijke provincien v.h. KR d. NL

Choro-topografische kaart van de noordelijke provincien van het Koningrijk der Nederlanden uitgevoerd aan het Topografisch Bureau van dezen staat, volgens het ontwerp, de Geodesische en Astronomische waarnemingen van den Luit.Gen. Baron Krayenhoff [ Kaart VIII deel van Drenthe, Overijssel, Gelderland] ’s-Gravenhage 1816-1823
Im Jahr 1795 wurde die Batavische Republik ausgerufen, ein Sattelitenstaat Frankreichs, und die neue Regierung brauchte eine einheitliche Karte für das neu geschaffene Land. Baron C.R.T. Krayenhoff (1758-1840) wurde beauftragt, diese neue Karte zu schaffen.
Mit Hilfe der in den Niederlanden noch nicht erprobten Triangulationsmethode wurde ein Netz von Messpunkten geschaffen, mit dessen Hilfe eine sehr genaue Karte entstand. Die Vermessungen fanden zwischen 1798 und 1822 statt, das erste Kartenblatt kam 1809 heraus, das letzte um 1870. Die Karte besteht aus neun Blättern im Maßstab 1: 115 200.

Digitalisat: https://www.beeldbankgroningen.nl/beelden/detail/0bcdb2c3-c84c-693e-18d1-8882cabd203e/media/78c32d34-e8ba-5757-5165-f776e156930c?mode=detail&view=horizontal&q=Krayenhoff&rows=1&page=7

Die Karten von Krayenhoff dienten Philipp Vander Maelen als Grundlage für seine “Neue Karte von Holland“.
Nachfolgendes Blatt 12 zeigt uns einen Großteil der Grafschaft Bentheim.


1827 Nouvelle Carte de la Hollande, d'apres Krayenhoff, Blatt 12 Koeverden

1827 Nouvelle Carte de la Hollande, d’apres Krayenhoff et les meilleures cartes connues. 24 feuilles. Etablissemnt Géographique de Bruxelles, Fondé par Ph. Vander Maelen. Blatt 12: Koeverden.
Digitalisat: https://www.archivportal-d.de/item/QQ2ZU6QSRPNI4SA6M2RK4E2PNKFXROZM


Philippe Marie Guillaume Vandermaelen, auch Philippe Vander Maelen oder Philippe van der Maelen war ein belgischer Kartograf und Geograph mit eigenem Verlag in Brüssel.
Noch in der Zeit als Brüssel zu den Niederlanden gehörte, erstellte er den ersten Atlas der gesamten Welt mit einem einheitlichen Maßstab bei allen Karten. Jede Karte des Atlas universel de Géographie physique, politique, statistique et minéralogique von 1827 wurde im Maßstab 1:1.641.836 gedruckt. Sie ergäben zusammengeklebt einen Globus mit 7,75 Metern Durchmesser. Neben den Karten waren Informationen und Statistiken zu den Staaten, Gesteinsbeschaffenheit und Bodenschätzen notiert. In seinen Publikationen bezogen sich die Längengrade auf einen Nullmeridian durch Brüssel. Dieser Nullmeridian wird zu den institutionellen Nullmeridianen gezählt.


1830 Renner, Charte der Landdrostei Osnabrück, Königreich Hannover

1830  Charte der Landdrostei Osnabrück Königreich Hannover / Gez. v. Art. Ltn. Renner, lith. v. C. Dathe                
Dieser Stahlstich von RENNER um 1830 zeigt uns die kolorierten Grenzen der im Jahre 1815 an HANNOVER gefallenen Gebiete GRAFSCHAFT BENTHEIM,  AMT MEPPEN, Verwaltungsbez. EMSBÜREN, Grafschaft LINGEN, Fürstbistum OSNABRÜCK.

Zur Verwaltung des Königreichs Hannover wurden 1816 Mittelbehörden gebildet, die zunächst Provinzialregierung und ab 1823 Landdrostei hießen. Die Landdrostei Osnabrück wurde am 18. April 1823 aus den Provinzialregierungen Osnabrück und einem Teil der Provinzialregierung Bentheim gebildet. Sie setzte sich aus mehreren historischen Territorien zusammen, darunter das Fürstentum Osnabrück, die Grafschaft Bentheim, die Niedergrafschaft Lingen und der emsländische Teil des Herzogtum Arenberg-Meppen. Nachdem das Königreich Hannover 1867 zur preußischen Provinz Hannover geworden war, blieb die Landdrostei Osnabrück zunächst bestehen. 1885 wurde aus ihr gemäß der preußischen Verwaltungsstruktur der Regierungsbezirk Osnabrück gebildet. Gleichzeitig wurden die alten hannoverschen Ämter von preußischen Landkreisen abgelöst.
Digitalisat: https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/urn/urn:nbn:de:hbz:6:1-114539


1842 Topographischer Atlas Königreich Hannover..., hier Blatt Neuenhaus

Topographischer Atlas des Königreichs Hannover und Herzogthums Braunschweig hier: Blatt Neuenhaus 1842
NEUENHAUS (aufgetragen u. radirt v. H. Wolff. Terrain gest. v. Wild jr. Berge u. Schrift v. Herm. Bormann)
August Papen, der dem Königlich Hannoverschen Ingenieurkorps angehörte, vereinigte erfolgreich in einer Person das Können eines Landvermessers,  Kartographen und Militäringenieurs. In einer Zeit der Umbrüche und Reformen gelang es ihm von 1832 bis 1848 seine Vorstellungen von modernen Karten mit staatlicher Unterstützung des Königreichs Hannover und des Herzogtums Braunschweig im Maßstab 1 : 100 000 für beide Landesflächen zu verwirklichen. (Siehe für ihn auch https://de.wikipedia.org/wiki/August_Wilhelm_Papen
Bei der Erstellung des Kartenwerks wurde das vorhandene Kartenmaterial zu Grunde gelegt und größtenteils aktualisiert oder geometrisch korrigiert. Die Kartenblätter wurden, um Titelblatt, Erläuterungsblatt, Blattübersicht und weitere Übersichtskarten ergänzt, als Atlas herausgegeben.
Digitalisat: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b531478882/f1.planchecontact?lang=EN


Ca. 1850 Papen, Statistische Übersichtskarte -- Landdrostei Osnabrück,

Statistische Uebersichtskarte Des Bezirks Der Landdrostei Osnabrueck /
von A. Papen. Gest. v. Herm. Bormann
aus: Topographischer Atlas DES KÖNIGREICHS HANNOVER und HERZOGTHUMS BRAUNSCHWEIG 1:100000 /
auf den Grund der von dem Geheimen Hofrath Gauss geleiteten vollständigen Triangulirung, aus den grossen topographischen Landes-Aufnahmen und mehreren anderen Vermessungen reducirt und bearbeitet von A. Papen

 

1841 / 1848 Stieler, Nordwestliches Deutschland

Nordwestliches Deutschland : (Preuss. Rheinprovinz u. Westphalen, Kgr. Hannover, Oldenburg, Braunschweig, Lippe, Waldeck, die Hessischen Lande, Nassau) ; Kgr. der Niederlande, Kgr. Belgien /
Entworfen und gezeichnet 1831, berichtigt und neu gestochen 1841. Alt sc. revidiert 1848.
Aus: Hand-Atlas Über Alle Theile Der Erde nach dem neuesten Zustande Und Über Das Weltgebäude /
Herausgegeben von Adolf Stieler
Die Karte stellt eine von sechs Karten von Deutschland dar, begrenzt von Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Im Norden endet sie in Holstein und im Nordosten in Mecklenburg.

 BENTHEIM ist nur als Gebiet gekennzeichnet, nicht als Grafschaft.
Die Ortsnamen sind: Neuenhaus, Nordhorn, Schüttorf und Bentheim.
Deutlich erkennen wir die Eisenbahnlinien von Münster nach Emden und die Bahn von Rheine Richtung Osnabrück. 

Digitalisat der gleichen Karte, jetzt von 1859
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nordwestliches_Deutschland_(Preuss._Rheinprovinz_u._Westphalen,_Kgr._Hannover,_Oldenburg,_Braunschweig,_Lippe,_Waldeck,_die_Hessischen_Lande,_Nassau.)_Kgr._der_Niederlande,_Kgr._Belgien.jpg

 

1862 Übersichtsblatt Topogr. Karten Grafschaft Bentheim u.a.

 Übersichtsblatt zur topographischen Karte der Grafschaften Lingen, Bentheim und des Herzogthums  Arenberg-Meppen /
von A. Lemke   Berlin, 1862

1856 Topogr. Karte Bl. 79, A. Neuenhaus

Digitalisat: http://digitale-sammlungen.gwlb.de/index.php?id=6&tx_dlf%5Bid%5D=3180&tx_dlf%5Bpage%5D=1

Oder https://kartenspeicher.gbv.de/listeneinstieg/gwlb_mods_00007060?ceid=1075&no_cache=1&tx_jomuseo_pi1009%5Bh%5D=1&tx_jomuseo_pi1009%5Bjopaginatepage%5D=2&

Weitere Einzelkarten der Grafschaft und Umgebung finden wir bei der Eingabe von „Topographische Karte der Grafschaften Lingen, Bentheim und des Herzogthums Arenberg-Meppen“ im GBV Kartenspeicher  https://kartenspeicher.gbv.de
oder bei IKAR  https://ikar.staatsbibliothek-berlin.de/
Diese Karten sind optimal für familiengeschichtliche und andere historische Forschungen, da man fast jedes Bauernhaus oder Einzelgehöft identifizieren kann.        


1872 Schets van de tegenwoordige grenzen van Overijssel

1872 Schets van de tegenwoordige grenzen van Overijssel. z.j.: Grenzen ingekleurd.
Diese handgezeichnete Karte von 1872 wurde erstellt, um die Grenzen der Provinz zu visualisieren. Sie zeigt im Südwesten Gelderland, im Westen das IJsselmeer mit Schokland als Insel, im Osten das Münsterland und die Grafschaft Bentheim, sowie als nördliche Begrenzung die Drenthe.
In der Grafschaft sind neben NYNHUYS und NORTHORN die Orte Balderhaar, Getelo, Itterheek, Hoogstengen, Halle und Emblekamp verzeichnet.
Links unten findet sich folgende Notiz: De naamen der op de grenzen liggende Gemeenten zyn rood geschreven,
Staatsarchief Overiyssel Zwolle.
Siehe ausführliche Beschreibung und Digitalisat unter: https://historischcentrumoverijssel.nl/mooi-manuscript/

1895/901 Karte des Deutschen Reiches

Die Karte des Deutschen Reiches 1 : 100 000 (KDR), auch als Generalstabskarte bezeichnet, war das erste Kartenwerk kleineren Maßstabes, das flächendeckend für das gesamte Gebiet des im Jahr 1871 neu gegründeten Deutschen Kaiserreiches vorlag. In einem Abkommen vom 4. März 1878 beschlossen die Staaten Bayern, Preußen, Sachsen und Württemberg die Herstellung dieses Kartenwerkes nach einheitlichen Richtlinien. Baden und Hessen beteiligten sich zunächst nicht an der KDR, obwohl sie über eigene Landesaufnahmen verfügten. Es sollten noch rund 30 Jahre vergehen, bis das komplette Werk, das allein für Preußen aus insgesamt 542 Kartenblättern bestand, im Jahr 1909 flächendeckend vorlag. Der Karteninhalt der KDR ist im Verhältnis zum Maßstab außerordentlich reichhaltig und gut gegliedert. Das ortsverbindende Wegenetz ist vollständig wiedergegeben und bei der Darstellung der Ortschaften ist der Unterschied zwischen geschlossener und offener Bauweise klar zu erkennen. Ferner wurden die Verwaltungsgrenzen bis zur Kreisgrenze hinab dargestellt.

Die Kartenblätter ermöglichen die Betrachtung von früheren Zuständen der Landschaft sowie die Darstellung von Veränderungen in der Landschaft über einen längeren Zeitraum und zur Ahnenforschung.
Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000
281 : Bentheim. – Aufgenommen 1895, hrsg. 1901. – Berlin, 1901.

Digitalisat: https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90011268

Ausschnitt des Gebietes zwischen Neuenhaus und Nordhorn


1897 Topographische Karte Neuenhaus

Für historische Vergleiche noch besser geeignet sind Topographische Karten im Maßstab 1 : 25 000, die seit 1878 von der Königl. Preuß. Landesaufnahme herausgegeben wurden. Auf der Ausschnittvergrößerung können wir sehr viele Details der Bebauung und der Wege und Gewässer erkennen. Da diese Karte immer wieder auf den neuesten Stand gebracht wurde, lassen sich ihre Ausgaben sehr gut miteinander vergleichen.
Im 20. Jahrhundert kamen dann Orts- und Stadtpläne, Rad- und Wanderkarten jeder Region auf den Markt und ermöglichten eine genaue Orientierung im jeweiligen Gebiet. Von diesen Karten können wir hier aus Gründen des Copyrights keine Abbildungen liefern, aber es lohnt sich, auch diese Karten zur Erforschung der Geschichte der Heimat heranzuziehen.
Topographische Karte 1: 25 000 = Meßtischblatt Nr.1869 Neuenhaus.
Aufn. 1895. – [Berlin]: Reichsamt für Landesaufnahme, 1897.

Literatur zum Thema

Imago Germaniae – das Deutschlandbild der Kartenmacher in fünf Jahrhunderten; aus der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und der Collection Niewodniczański, Bitburg; / [Ausstellung und Katalog: Lothar Zögner. Mit einer Einf. von Joachim Neumann] Weissenhorn : Konrad, 1996
Niedersachsen Landkarten und Geschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart / Karl-Otto Körber. Mit Beitr. von Peter Aufgebauer und Egon Klemp Bielefeld 2007
Alte Landkarten von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Handbuch zur Geschichte der Kartographie / Ivan Kupčík Stuttgart 2011 und frühere Ausgaben
Alte Karten und Stiche der Grafschaft Bentheim. [Katalog zur Ausstellung im Otto-Pankok-Museum in Gildehaus, Bad Bentheim vom 28. Juli bis 15. September 2002] / Heimatverein der Grafschaft Bentheim e.V. Heinrich Voort; Hubert Titz Bad Bentheim 2002
Die kartographische Darstellung der Grafschaften Bentheim und Steinfurt auf gedruckten Karten von der Mitte des 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts / Lingenberg, Heinz. In: Jahrbuch des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim. – Nordhorn: Heimatverein, 1981, S. 69-96
Die ältesten Darstellungen der Grafschaft Bentheim auf gedruckten Karten des 16. Jahrhunderts / Lingenberg, H.
In: Bentheimer Jahrbuch …. – Nordhorn: Heimatverein, Bd. 72 (1971)
Der Postverkehr in der Grafschaft Bentheim vom 17.Jahrhundert bis etwa 1840/45 im Lichte alter Karten / Lingenberg, Heinz
In: Bentheimer Jahrbuch …. – Nordhorn: Heimatverein,1990.1989, S. 75-101
dazu Ergänzungen in: Bentheimer Jahrbuch …. – Nordhorn: Heimatverein, 1991.1990, S. 121-126

Nachfragen zum Thema gerne direkt an Michael Recke in Emden unter recke@ostfrieslandkarten.de